Ab durch die Hecke

Test

Panik in der Vorstadt-Siedlung: Militante Waldtiere rauben die Speisekammern und Wohnzimmer friedliebender Bürger aus.

Ab durch die Hecke I nvasion im Kinosaal: Noch nie gab es so viele computeranimierte Trickfilme auf der Leinwand wie heute. Noch vor wenigen Jahren konnten ausschließlich Spezialisten wie beispielsweise Pixar ("Toy Story", "Findet Nemo") solche aufwändigen Projekte realisieren. Doch moderne Computertechnik öffnet heutzutage selbst kleineren Filmstudios Tür und Tor zum virtuellen Bühnen-Set.

Das Ergebnis: Nach "Ice Age 2" erwarten uns noch in diesem Jahr die Animationsfilme "Cars", "Tierisch Wild", "Jagdfieber", "Urmel aus dem Eis" und "The Ugly Ducking & Me". Aktuell läuft im Kino "Ab durch die Hecke". In diesem neuen Abenteuer der "Shrek"-Erfinder stiftet der Waschbär Richi eine paranoide Truppe von Waldtieren dazu an, in der nahen Siedlung auf Futtersuche zu gehen. Dieses Vorhaben läuft natürlich nicht ohne Zwischenfälle ab. Denn die Menschen lassen sich nur ungern ihre Speisekammern plündern.

Ihr habt es sicher schon geahnt: Wir wollen an dieser Stelle nicht weiter über den Film berichten, sondern über das dazugehörige Videospiel. Im Action-Adventure aus dem Hause Activision steuert ihr den Waschbären Richi, die Schildkröte Vern, das Stinktier Stella und das Eichhörnchen Hammy. Pro Level prügelt, schleicht und knobelt ihr euch mit zweien dieser lustigen Waldbewohner durch Vorstadtgärten und Häuser.

Wildtier-Duett

Spielt ihr allein, dürft ihr jederzeit zwischen den beiden Figuren hin- und herwechseln. Strategische Vorteile bringt das aber kaum. Übernimmt jedoch ein zweiter Mitspieler die Kontrolle des Partners, wird's gleich viel spaßiger.

So richtig zum Spaßen ist den tierischen Helden allerdings nicht zu Mute. Bei ihrem Beutezug durch die Siedlung stellt ihnen nämlich ein gemeiner Tierfänger hinterlistige Fallen. Harmlos aussehende Gartenzwerge entpuppen sich als Miniaturversion der Eisernen Jungfrau, der Tischgrill mutiert zum fliegenden Flammenwerfer und das Hinterteil eines Plastikhundes versprüht stinkendes Narkosegas. Selbst per Gedankenkontrolle manipulierte Ratten, Wühlmäuse und Hasen stellen sich unseren Freunden entgegen. Da bleibt ihnen nichts anderes übrig, als selbst zu den Waffen zu greifen. Wachbär Richi zieht seinen Widersachern zum Beispiel mit einem Golfschläger einen neuen Scheitel oder verschießt tödliche Golfbälle. Schildkröterich Verne prügelt mit einem Ast um sich. Schlagkräftigere Argumentationsverstärker nehmt ihr den Widersachern ab. So kommen unsere Helden an Handwerkszeug wie Rohrzangen, Spaten oder Vereisungspistolen. Damit vertrimmt ihr die Widersacher im Eiltempo. Verschnaufen dürft ihr nur selten. Ständig taucht Ungetier auf, das euch ans Fell, oder besser ans Leder will.

Im Vergleich dazu fällt der Rätselgehalt relativ spärlich aus. Mal schleppt ihr Steinstatuen zu den richtigen Bodenschaltern, mal müsst ihr im Zeitlimit die angezeigten Symboltasten drücken oder euren mit Essen beladenen Wagen vor Angreifern schützen. Abwechslungsreicher fallen da schon eure unterschiedlichen Aufträge aus. Mal prügelt ihr euch durch einen Vorgarten, mal klaut ihr ein Notebook. Besonders hektisch wird es, wenn euch ein Bär und der Tierfänger gleichzeitig durch eine Hecke jagen. Eure Helden laufen dabei automatisch - ihr weicht lediglich der Kralle von Meister Petz oder dem Elektroschocker des Tierfängers aus.

Das alles ist schön anzusehen. Vor allem die Levels in den Gärten und Häusern sind liebevoll gestaltet. Allerdings kommt es immer wieder zu unschönen Rucklern, die das Spielgeschehen kurz ausbremsen. Die Synchronstimmen stammen leider nicht von den Original-Sprechern des Kinofilms. Da sich die Dialoge aber trotzdem professionell anhören, dürfte das sowieso nur Kennern des Films ne-gativ auffallen. mh

Wertung zu Ab durch die Hecke (PS2)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Viele Extras zum FreispielenSympathische HeldenKinderfreundlichGelungene Videospiel-Adaption des Animationsfilms
Spielablauf sehr hektischLeicht eintöniges LeveldesignKamera kann leider nicht frei justiert werden
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