ARK: Suvival Ascended - Das Remaster ist eine dreiste Abzocke der Fans!
Kolumne
Mit Ark: Survival Ascended soll ein Remaster des Dino-Überlebensspiels auf Basis der Unreal Engine 5 erscheinen. Unsere Redaktion wittert dreiste Abzocke.
Und die Kirsche on top: Alle Fans, die dieses "Upgrade" verständlicherweise nicht mitnehmen und lieber die Ursprungsfassung weiterspielen wollen, haben ebenfalls Pech gehabt! Das geht nämlich nicht. Um wirklich alle Spieler zu einem Umzug und damit einem weiteren Kauf des Spiels zu zwingen, schaltet Wildcard zum Launch des Remasters Ende August alle offiziellen Server von Ark: Survival Evolved einfach ab - auf dem PC, der Xbox und der Playstation. Nicht einmal sechs Jahre nach dem Release von Version 1.0! Ihr könnt also nur noch im Singleplayer oder auf nicht dedizierten Fan-Servern spielen. Künftigen Support wird es auch nicht mehr geben. Man konzentriert sich allein auf kritische Bugfixes. Was für eine miese Nummer!
Die Fans sind entsprechend wenig begeistert und äußern in sozialen Netzwerken bereits harsche Kritik. Auf Reddit machen zynische Memes die Runde, in denen die Geschäftspraktiken von Wildcard bemängelt werden. Auf Steam häufen sich in letzter Zeit negative Nutzerwertungen unter dem Vorgänger Ark: Survival Evolved. "Schämt euch", liest man da. "Gierige Scheißkerle!" Im offiziellen Forum wird bereits ein Boykott diskutiert. Die Gemüter sind am Siedepunkt.
Keine schöne Vorgeschichte
Zumal das alles ja nicht die erste fragwürdige Entscheidung von Studio Wildcard darstellt. Das US-Unternehmen hat sich in der Vergangenheit bereits einige Schnitzer erlaubt. Das beginnt schon bei der Geburt des Studios im Jahr 2014. Die folgte nur wenige Tage, nachdem Gründer Jeremy Stieglitz seinen vorherigen Arbeitgeber Trendy Entertainment verlassen hatte - ein klarer Verstoß gegen die Wettbewerbsverbotsklausel in seinem Vertrag, die ihm untersagte, nach seiner Kündigung ein Konkurrenzunternehmen zu eröffnen.
Doch damit nicht genug: Stieglitz hatte auch noch ehemalige Kollegen abgeworben und Assets gestohlen. Am Ende lief es auf einen ausgewachsenen Rechtsstreit zwischen Trendy und Wildcard hinaus, der erst durch eine Ausgleichszahlung in Höhe von kolportierten 40 Millionen Dollar beigelegt wurde.
2016 folgte der nächste Aufruhr: Während sich Ark: Survival Evolved noch im Early Access befand, also offensichtlich noch nicht fertig war, bot Wildcard bereits einen Bezahl-DLC für 20 Dollar an. Ein Affront für viele Fans, die darin Geldmacherei sahen. Die Macher sollten ihr Spiel gefälligst erst vollenden, statt Ressourcen auf Bezahl-Inhalte zu verschwenden.
Schluss damit!
Im kommenden Jahr überbot man sich dann erneut: Erst führte man im Ingame-Shop kostenpflichtige Dino-Skins ein, obwohl man zum Launch versprochen hatte, keine Mikrotransaktionen in den Titel einzubauen. Dann erhöhte man bereits einen Monat vor dem finalen Release 1.0 von Ark den Preis des Spiels von 30 auf satte 60 Dollar - also mal eben um 100 Prozent! Damit solle das nötige Marketing finanziert werden, hieß es. Eine fadenscheinige Erklärung, die sogar Branchen-Kollegen auf die Palme brachte. "Das Spiel ist bei Weitem nicht reif für einen solchen Preis", wetterte DayZ-Schöpfer Dean Hall auf Twitter. "Das ist Gier - schlicht und einfach."
Gier, an der sich offensichtlich bis heute nichts geändert hat. Gier, die man nicht schweigend hinnehmen kann. Ich tue hiermit also meinen Teil und sage ganz öffentlich: Lasst Wildcard mit so einer linken Nummer nicht durchkommen! Lasst die Entwickler wissen, dass ihr mit ihren räuberischen Geschäftspraktiken nicht einverstanden seid. Trefft sie da, wo es ihnen am meisten wehtut, an ihrer Brieftasche, und kauft euch Ark: Survival Ascended nicht. Denn 90 Dollar ist dieses Spiel beim besten Willen nicht wert. Vor allem, wenn es am Markt so viele günstigere und gleichzeitig bessere Genre-Alternativen gibt.
