AMD Radeon VII: Technik im Detail
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Viele Monate haben Gamer, die auf mehr Konkurrenz für Nvidia im Preisbereich oberhalb von 500 Euro hofften, auf AMDs neue High-End-Grafikkarte gewartet, die nun endlich da ist. Die Leistung der AMD Radeon VII schauen wir uns anhand von bereits veröffentlichten Leistungstests genauer an - ein großer Wurf für Gamer ist AMD aber offenbar nicht gelungen, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.
Technik im Detail
Die AMD Radeon VII haben viele Gamer als Grafikkarte zum Spielen erwartet - doch AMD selbst sieht dies offenbar nicht ganz so. Auf der Produktwebsite der Grafikkarte begrüßt Euch nämlich der Werbespruch "Außergewöhnliches erschaffen. Extremes Gaming" - das Erschaffen von Dingen wird also an erste Stelle gesetzt.
Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die AMD Radeon VII zwar auch eine starke Gaminggrafikkarte ist, sich aber vor allem an Anwender richtet, die mit grafikintensiven Tools zum Beispiel im Bereich von CAD (Computer Aided Design) und Renderaufgaben arbeiten.
In diesem Artikel
Quelle: MSI
AMD Radeon VII: 3x Display Port und 1x HDMI ist bei den Referenzdesigns Standard
Ein klares Indiz für die Eignung auch im Profi-Sektor ist die Speicher-Menge, die auf den ersten Blick das sicher alles überstrahlende Merkmal der AMD Radeon VII darstellt: Sie bietet satte 16 Gigabyte Videospeicher und nutzt dabei das besonders schnelle HBM (High Bandwith Memory), genauer gesagt HBM2. So viel schneller Speicher kann bei speziellen Anwendungen ein Vorteil sein, wird aber auf absehbare Zeit im Gamingbereich auf keinen Fall erforderlich sein - auf der anderen Seite bietet die Speichermenge Gamern, die eine Grafikkarte sehr lange nutzen wollen, diesbezüglich ein Gefühl der Sicherheit.
Für an Technik interessierte Nutzer ist aber eine ganz andere Sache an der Radeon VII bemerkenswert: Sie nutzt den ersten Grafikchip, der in nur 7nm (Nanometer) gefertigt wurde. Das Fertigungsverfahren gibt vereinfacht gesagt vor, wie klein der Abstand zwischen den einzelnen Leitungen eines Chips sein kann. Je kleiner, desto mehr Schaltungen kann man auf der gleichen Fläche unterbringen. Die Vorteile eines kleineren Fertigungsverfahrens sind zum einen die Effizienz des Chips, zum anderen aber auch potenziell geringere Kosten pro Chip, da man weniger Rohmaterial braucht, um einen Chip mit einer bestimmten Leistung zu produzieren. Das kleinste Fertigungsverfahren bei einem Grafikchip betrug bisher 12nm (Nvidia RTX-Serie sowie AMD RX 590). Die weiteren technischen Daten haben wir in einer Tabelle zusammengefasst, in der wir auch einige weitere Grafikkarten zum Vergleich auflisten.
| Grafikkarte | AMD Radeon VII | RX Vega 64 | RTX 2070 | RTX 2080 |
|---|---|---|---|---|
| GPU | Vega 20 | Vega 10 | TU106-400 | TU104-400 |
| Fertigung | 7 Nanometer | 14 Nanometer | 12 Nanometer | 12 Nanometer |
| GPU-Fläche | 331 mm² | 495 mm² | 445 mm² | 545 mm² |
| Transitoren (GPU) | 13,2 Milliarden | 12,5 Milliarden | 10,6 Milliarden | 13,6 Milliarden |
| Shadereinheiten | 3840 | 4096 | 2304 | 2944 |
| Basistakt | 1450 MHz | 1247 MHz | 1410 MHz | 1515 MHz |
| Boosttakt | 1800 MHz | 1580 MHz | 1620 MHz | 1890 MHz |
| Speicher | 16GB HBM2 | 8GB HBM2 | 8GB GDDR6 | 8GB GDDR6 |
| Speicherbandbreite | 1024 GB/s | 484 GB/s | 448 GB/s | 448 GB/s |
| Anbindung | 4096 Bit | 2048 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| Preis ab etwa | 750 Euro | 390 Euro | 480 Euro | 660 Euro |
Die Leistung kann man aus den technischen Daten zwar nicht einfach ablesen, denn durch die unterschiedlichen Chip-Architekturen der Grafikkarten sagen Taktwerte, Bandbreiten und Shadereinheiten nicht besonders viel aus. Auffällig ist neben der Speichermenge bei der AMD Radeon VII aber auch, dass die GPU trotz der hohen Anzahl an Transistoren relativ klein ist - dies liegt an der bereits beschriebenen Fertigungsweise in 7nm. Beeindruckend ist auch die Speicherbandbreite - ob die Radeon VII davon stark profitieren kann, sehen wir in unserer Leistungsanalyse.
