AMD RX 5700: Leistungsanalyse und Fazit

Special Antonio Funes
AMD RX 5700: Leistungsanalyse und Fazit
Quelle: PC Games Hardware

AMDs neue Grafikkarten Radeon RX 5700 und RX 5700 XT sind seit dem 7. Juli auf dem Markt. Doch was leisten die Grafikkarten mit der neuen Navi 10-GPU, vor allem mit einem Blick auf die ebenfalls neuen RTX Super-Grafikkarten? Das wollen wir klären und bieten nach unserem Fazit auch eine allgemeine Grafikkarten-Kaufberatung mit Grafikkarten ab 135 Euro.

AMD RX 5700er-Serie: Leistungsanalyse

Die Leistung der AMD Radeon RX 5700 und RX 5700 XT haben wir anhand von einer statistischen Analyse und Zusammenfassung von bereits veröffentlichten Tests wie dem unserer Kollegen der PC Games Hardware eingeordnet.

Durch die Vielzahl an Benchmarkwerten konnten wir einen Durchschnitt der verwendeten Tests berechnen, der zutreffender ist als ein Einzeltest mit lediglich einer Handvoll Spielen. Folgendes hat unsere Analyse ergeben:

  • Die AMD Radeon RX 5700 ordnet sich zwischen der Nvidia RTX 2060 und RTX 2060 Super ein.
  • Zur RTX 2060 hat sie einen Vorsprung von etwa 10 Prozent, die RTX 2060 Super wiederum leistet etwa sechs Prozent mehr als AMDs Radeon RX 5700.
  • Ein Vergleich zu älteren Grafikkarten: Die AMD Radeon RX 5700 ist ein wenig stärker als eine Nvidia GFX 1080 und leistet beinahe 30 Prozent mehr als eine GTX 1070. Im Vergleich zu einer AMD Radeon RX 580 kann die AMD Radeon RX 5700 gute 65 Prozent mehr FPS liefern.
  • Etwa 15 Prozent Leistungsplus im Vergleich zur AMD Radeon RX 5700 bietet die große Schwester RX 5700 XT.
  • Die AMD Radeon RX 5700 XT liegt damit etwa sieben bis neun Prozent vor einer Nvidia RTX 2060 Super beziehungsweise RTX 2070.
  • An die AMD Radeon VII, den 640 Euro teure Hybriden für professionelle Anwender, die auch Spiele betreiben wollen, kommt die AMD Radeon RX 5700 XT bis auf etwa sieben Prozent heran.
  • Im Vergleich zu einer AMD Radeon RX Vega 56 ist die AMD RX 5700 XT etwa 25 bis 30 Prozent schneller.
  • Nvidias GeForce RTX 2070 Super sowie die ältere GTX 1080 Ti können sich um knappe 10 Prozent von der AMD Radeon RX 5700 XT absetzen.
  • Da die GeForce RTX 2070 Super genau so viele Shadereinheiten wie AMDs Radeon RX 5700 XT hat, aber einen geringeren Takt, kann man bei einem Blick auf die technischen Daten sagen, dass Nvidias Turing-Grafikchips für die RTX-Serie ein wenig effizienter arbeiten. Dafür ist Nvidias Super-Grafikkarte aber auch um gute 25 Prozent teurer als AMDs derzeitiges Navi-Topmodell.

Für alle Ergebnisse gilt natürlich, dass es um den Durchschnitt geht. In vielen Spielen ändern sich die Abstände zugunsten von AMD oder Nvidia - so liegt die AMD Radeon RX 5700 in Assassins Creed beispielsweise vor einer Nvidia GeForce RTX 2060 Super. Bevor wir zum Fazit kommen, möchten wir noch kurz auf den Strombedarf und die Lautstärke eingehen. Letztere ist derzeit noch ein Problem, denn bis etwa Mitte August gibt es nur Referenzdesigns der neuen Navi-Grafikkarten im Handel, die mit nur einem einzigen Lüfter arbeiten, der in der Folge bei Last relativ hohe Drehzahlen benötigt.

Wasserkühlungslösung für die RX 5700er-Serie von EK WaterBlocks Quelle: ekwb.com Wasserkühlungslösung für die RX 5700er-Serie von EK WaterBlocks Ohne Last sind die AMD Radeon RX 5700 und RX 5700 XT wiederum sehr leise. Was diesen Punkt angeht, sollten empfindlichere Gamer aber auf Custom-Modelle warten - oder aber eine andere Kühllösung verwenden. Zahlreiche separat erhältliche GPU-Kühler passen auf die 5700er-Grafikkarten, erste Wasserkühlkörper stehen ebenfalls an. Beim Strombedarf hat sich bei AMD wiederum etwas getan: die AMD Radeon RX 5700 liegt auf einem Level mit der nur wenig schnelleren Nvidia GeForce RTX 2060 Super, die Radeon RX 5700 XT benötigt etwa sieben Prozent weniger Strom als die 10 Prozent schnellere Nvidia GeForce RTX 2070 Super und somit auch weniger als eine AMD Radeon RX Vega 56, die deutlich langsamer als die RX 5700 XT ist.

AMD RX 5700er-Serie: Fazit

Mit den beiden neuen RX-Grafikkarten 5700 und 5700 XT ist AMD rein was die Leistung und die Preise betrifft ein guter Wurf gelungen. Ob es gar ein großer Wurf wird, hängt aber sehr von der Preisentwicklung und den erst für August erwarteten Custom-Modellen ab. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass AMD bemüht ist, beim Preis-Leistungsverhältnis vor Nvidia zu stehen. Somit wären auch dann, wenn Nvidia reagiert, geringere Preise zu erwarten. Für alle aktuellen Grafikkarten über 300 Euro gilt, dass der Aufpreis im Vergleich zu der Preisklasse bis etwa 250 Euro eigentlich zu hoch ist.

Wer aber mindestens die Leistung einer Nvidia GeForce RTX 2060 verlangt, hat mit der AMD Radeon RX 5700 eine sehr gute Alternative: sie ist etwa 40 Euro teurer als das derzeit günstigste RTX 2060-Modell, aber circa 10 Prozent schneller. Auch die AMD Radeon RX 5700 XT startet bereits sehr gut: sie ist so teuer wie die aktuell günstigste Nvidia RTX 2070, bringt aber etwa sieben Prozent mehr Leistung als Nvidias Bolide, und zwar in allen drei relevanten 16:9-Auflösungen von Full-HD bis 4K. Der Nachteil der aktuell erhältlichen 5700er-Grafikkarten ist allerdings die Lautstärke, denn das AMD-Referenzdesign ist unter Last nicht leise. Custom-Modelle werden dabei zwar Abhilfe schaffen, aber da diese derzeit bei AMDs Navi-Grafikkarten im Gegensatz zu Nvidias RTX-Serie noch nicht zu haben sind, könnte für diejenigen, die nicht mehr bis in den August warten wollen und denen die Lautstärke wichtig ist, nur der Griff zu Nvidia bleiben - zumindest was die Frage angeht, ob man zu einer RTX 2060/2070 (Super) oder RX 5700 (XT) greifen sollte. Alternativen in weiteren Leistungsklassen gibt es nämlich auch noch - dazu kommen wir nun in unserer abschließenden Grafikkarten-Kaufberatung.

  1. Seite 1 AMD RX 5700: Einleitung und Technik
  2. Seite 2 AMD RX 5700: Leistungsanalyse und Fazit
  3. Seite 3 Kaufberatung: Grafikkarten ab 135 Euro
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