Der Vater der kleinen hochintelligenten Meg verschwindet ohne eine Spur zu hinterlassen. Doch das junge Mädchen denkt nicht ans Aufgeben, auch wenn die Suche hoffnungslos erscheint. Als sich eine ungewöhnliche Fährte auftut, begibt sie sich mit ihrem Bruder und einem Freund auf eine abenteuerreiche Geisterjagt und erhält dabei Hilfe von mysteriösen Wesen. Der Film basiert auf dem Roman Die Zeitfalte von Madeleine L'Engle und wurde von Walt Disney Pictures produziert. Mit Oprah Winfrey als Mrs. Which, Reese Witherspoon als Mrs. Whatsit und Mindy Kaling als Mrs. Who treten eindrucksvolle Individuen auf die Kinoleinwand, die die Neuverfilmung des Abenteuermärchens aus dem Jahr 2003 im neuen Glanz erscheinen lassen.
Wer den amerikanischen Kinderbuchklassiker Das Zeiträtsel aus dem Jahre 1962 nicht kennt, für den könnte die neue Verfilmung streckenweise unverständlich bleiben. Zumindest sind Teile des Films nicht immer publikumsfreundlich. Die begabte Newcomerin Storm Reid spielt ein Schulmädchen namens Meg Murray, deren Vater, gespielt von Chris Pine mit Bart, vor vier Jahren spurlos verschwunden ist. Eines Tages taucht eine schrullige Dame (Reese Witherspoon) bei Meg auf, und will ihr bei der Suche helfen. Zu diesem Zweck muss sich Meg samt ihrem kleinen Adoptivbruder Charles Wallace (Deric McCabe) und ihrem Schulfreund Calvin (Levi Miller) mit der Kraft ihrer Gedanken auf diverse fremde Planeten teleportieren. So beginnt eine verwirrende Suche durch allerlei CGI-Landschaften, bei der hin und wieder zwei weitere seltsame Frauen in seltsamen Kostümen (Oprah Winfrey und Mindy Kaling) auftauchen und Lebensweisheiten vermitteln.
Regisseurin Ava DuVernay konnte 2014 mit dem Martin-Luther-King-Film "Selma" von sich reden machen und ist nun die erste Afroamerikanerin, der man einen großen Studiofilm dieser Art anvertraut. Das ist durchaus beachtlich, und in manchen Sequenzen kann DuVernay durchaus punkten: Die Flashbacks von einer intakten Familie, bevor Mr. Murray verschwunden ist, sind hervorragend gespielt und sehr anrührend. Doch der Film hat auch erhebliche Mängel. Der jüngste Darsteller, Deric McCabe, ist seiner tragenden Rolle in keiner Weise gewachsen, die Handlung ist nicht immer nachvollziehbar, die Effekte sind erschreckend schlecht und einzelne Sequenzen sind oft unklar inszeniert. Offensichtlich ist es wohl gar nicht so einfach, einen großen, effektlastigen Fantasyfilm zu machen. Der Umgang mit Computergrafiken und Action-Sequenzen scheint DuVernay jedenfalls nicht zu liegen, ihr Talent liegt im Zwischenmenschlichen. So wirkt Das Zeiträtsel bei aller Liebe und einem beachtlichen Budget teilweise wie ein drollig-trashiger B-Film.
Fazit:
Die überwiegend guten Darsteller können nicht über eine diffuse Handlung, oft schwache Dialoge und wenig überzeugende Effekte hinwegtäuschen.
