Erstmals angespielt: Was kann der Strategie-Nachfolger A Total War Saga: Troy?
Special 7,76 €
Das Strategiespiel A Total War Saga: Troy schickt euch als Schlachtherr zurück ins antike Griechenland. In der Preview erfahrt ihr die Unterschiede zu Total War: Three Kingdoms und wieso Mythos und Geschichte hier dicht beieinander liegen.
Im Jahr 2020 feiert Creative Assemblys Strategieserie Total War ihr 20-jähriges Jubiläum. Mit Shogun: Total War erschien am 13. Juni 2000 der erste Teil der wegweisenden Taktikreihe. Wegweisend auch deshalb, weil es bislang nur wenige Spiele so geschickt hinbekamen, gewaltige Schlachten und komplexes Nationen-Management unter einen Hut zu bringen. Angesichts dieser langen Historie, die uns zuletzt mit Total War: Three Kingdoms ins alte China schickte, scheint es nur passend, dass der nächste Ableger so weit in die Geschichte zurückreist wie noch kein Total War zuvor. A Total War Saga: Troy bezieht seine Inspiration aus Homers Ilias und anderen seiner Werke wie der Odyssee und der Kypria. In der vorgestellten Demo spielen wir etwa die Schlacht um Troja, wie ihr sie vielleicht aus dem Hollywood-Blockbuster Troja mit Orlando Bloom und Brad Pitt in den Hauptrollen kennt.
Worum es in der Geschichte geht? Paris, Sohn des trojanischen Königs Priamos, entführt Helena, die Ehefrau des griechischen Königs Menelaos von Sparta. Daraus resultiert ein Krieg des vereinigten Griechenlands gegen Troja und die Belagerung der Stadt. Diese endet schließlich mithilfe des berühmten trojanischen Pferds, mit dem die Griechen ihre Gegner austricksten. In A Total War Saga: Troy (jetzt kaufen 47,49 € / 7,76 € ) liegen Realität und Fiktion dicht beieinander: Monster und Mythen, aber eben auch strategische Winkelzüge und anspruchsvolle Gefechte. Das Projekt verantwortet Creative Assembly Sofia. Das früher als Crytek Black Sea firmierende Studio wurde 2019 nach der Akquisition seitens Sega im Jahr 2017 neu eröffnet. A Total War Saga: Troy ist somit das Erstlingswerk des noch jungen Unternehmens - und steht bereits jetzt vor der Herkulesaufgabe, alte Traditionen zu wahren und dennoch einige Neuerungen in die Serie einzubringen.
Auf dieser Seite
Neues Wirtschaftssystem
Viele Informationen zum Wirtschaftssystem und dem rundenbasierten Management des eigenen Reiches rückte Creative Assembly während der etwa 30-minütigen Online-Präsentation leider nicht raus. Gegenüber Total War: Three Kingdoms wurde die Ökonomie erweitert, sie fußt diesmal auf gleich fünf notwendigen Rohstoffen: Nahrung, Holz, Bronze, Stein und Gold. Die Verwendung dieser Ressourcen koppeln die Macher an die Weiterentwicklung des Reiches. Nahrung und Holz decken die Grundbedürfnisse eures Volkes ab und erlauben den Bau einfacherer Gebäude. Gehen euch diese Rohstoffe aus, wird's problematisch. Für fortgeschrittene Technologien benötigt ihr indes Stein und Bronze. Möchtet ihr Elite-Einheiten heranzüchten, braucht ihr dagegen Gold. Über die direkten Zusammenhänge von Wirtschaft, Handel und Diplomatie gibt es bislang allerdings noch keine weiteren Informationen.
Quelle: Sega
Die Weitsicht ist dank 4K-Unterstützung beeindruckend. In den Schlachten liegt der Fokus auf Infanteriekämpfen. Berittene Einheiten gibt es deutlich seltener als in anderen Serienablegern.
Auf der anderen Seite spielt die Religion eine wichtige Rolle. Ihr könnt nämlich Gottheiten wie Zeus, Poseidon oder Ares huldigen, indem ihr Tempelanlagen oder Statuen errichtet. Das wiederum beschert euch zusätzliche Vorteile auf dem Schlachtfeld oder eben für eure Wirtschaft. Wer sich etwa mit Kriegsgott Ares gut stellt, profitiert im Kampf von stärkeren und ausdauernderen Einheiten. Ihr könnt also mit Hilfe der Religion die Ausrichtung eures Reiches beeinflussen und sie als taktisches Mittel nutzen.
Mächtige Heerführer und Helden
A Total War Saga: Troy steht unter dem Motto "Entdeckt die Wahrheit hinter dem Mythos", und dieser Anspruch zeigt sich beispielsweise auch bei der Karte. Mit fortschreitender Spielzeit deckt ihr die zunächst wie eine gemalte "Schatzkarte" anmutende Benutzeroberfläche auf und bringt darunter schließlich die Geographie des antiken Griechenlands zum Vorschein. Die Spielfläche bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Szenarien mit variierenden Strukturen und Oberflächen. In der Demo zeigte Creative Assembly etwa das südliche Anatolien mit felsigen Hügeln, Flüssen und trockenem Boden. Im Gegensatz dazu erstrahlen die zentralen Gebiete in saftigem Grün mit teils dichter Vegetation - ideal zum Verstecken vor Pfeilbeschuss. Passend zum Szenario führen die Entwickler in A Total War Saga: Troy mythische Einheiten und Helden ein.
Quelle: Sega
Das Spiel besitzt auch Tages- und Nachtwechsel und zeigt damit das antike Griechenland von einer anderen Seite. Grundsätzlich sieht A Total War Saga: Troy gerade mit hochgeschraubten Grafik-Einstellungen ausgezeichnet aus.
Beide entstammen der Sagenwelt und bringen spezielle Vorteile und Eigenschaften mit sich. Wie in einem Rollenspiel gibt es vier Archetypen für eure Helden-Einheiten: Die Kämpfer sind leicht gepanzerte Fußsoldaten und auf kurze Distanz besonders effektiv. Verteidiger sind schwer gepanzert und dadurch langsamer, zugleich aber stärken sie die Defensivwerte umstehender Truppen. Kriegsherren sind zwar schwach im Kampf, helfen euch dafür mit passiven Boni auf dem Schlachtfeld und auch auf der taktischen Karte weiter. Bogenschützen wiederum agieren bevorzugt aus der Entfernung und richten von dort aus Schaden an. Alle Helden verfügen zudem über eine Zorn-Anzeige, die sich mit der Zeit im Kampf auffüllt und mit der ihr Fähigkeiten aktiviert. Achilles sammelt sogar Zorn, wenn er lediglich auf dem Schlachtfeld steht. Dazu kommt die Aristie-Anzeige, die ihr auffüllt, indem ihr die Spezialeigenschaften der Helden verwendet. Einmal ausgelöst, ist euer Charakter für einige Momente unverwundbar. Besonders wichtig: Achilles, Hektor und Co. sterben in Total War: Troy nicht! Werden sie besiegt, gehen sie lediglich zu Boden und sind dann für eine bestimmte Zeit nicht einsatzfähig.
Quelle: Sega
A Total War Saga: Troy wartet mit drei neuen Bodentypen auf: Sand, Matsch und hohem Gras. Gerade schwere Einheiten haben ein Problem mit Schlamm und verlieren dadurch viel von ihrer Wucht. (1)
Blut, Schlamm und Niederlagen
In der vorgestellten und auch für uns spielbaren Schlacht stehen sich die Armee von Achilles und Hektor vor den Toren Trojas gegenüber. Wir entschieden in der Kampfdemo, welche Seite wir übernehmen wollten und wählten zudem "Leicht" oder "Schwer" als Schwierigkeitsgrad. Das Schlachtfeld erweist sich in diesem Fall als vergleichsweise klein, bietet aber eine Fülle an taktischen Möglichkeiten, die dem aufgewerteten Infanterie-Gameplay zugutekommen. Im alten Griechenland waren berittene Einheiten selten, entsprechend nehmen Fußsoldaten eine dominante Rolle ein. Creative Assembly unterteilt diese in leichte, mittlere und schwere Truppen und setzt den Fokus stärker auf deren Mobilität und Durchschlagskraft. Die Beweglichkeit hängt nämlich stark von der Bodenbeschaffenheit ab: Sandiger Untergrund reduziert die Beweglichkeit der Einheiten nur leicht. Schlamm dagegen sorgt für deutlich langsameres Vorankommen, und speziell schwere Infanterie-Truppen oder auch Streitwagen büßen hier massiv an Tempo und Manövrierbarkeit ein. Letzteres ist gerade bei Flankenangriffen von entscheidender Wichtigkeit. Denn wer sich nicht rechtzeitig zum Gegner umdreht, kann sich auch nicht verteidigen. Doch dazu später mehr. Dann wäre da noch hohes Gras, in dem sich leichte Truppen prima verstecken können.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
A Total War Saga: Troy erscheint am 13. August 2020 exklusiv im Epic Games Store. Wer das Spiel am ersten Tag herunterlädt, erhält es sogar kostenlos. Ein Jahr später kommt das Spiel auch auf andere digitale Plattformen wie Steam.
Die Schlacht beginnt wie in jedem anderen Total-War-Ableger auch: mit der Aufstellung der Truppen. Ihr platziert also eure Einheiten und legt euch damit eine entsprechende Taktik zurecht. Wir kontrollieren zunächst Achilles Truppen. Ihm zur Seite stehen Myrmidonen, Elite-Speerkämpfer für den Kampf aus der Distanz sowie ein Geschwader schwerer Streitwagen und eine Einheit Zentauren. Moment mal ... Zentauren? Genau, denn Creative Assembly interpretiert die bereits erwähnten mythischen Figuren um. Die Pferdemenschen etwa stellt das Studio in A Total War Saga: Troy als sehr schnelle, berittene Einheiten dar. Diese platzieren wir auf er rechten Flanke, während wir ein Bataillon leichter Schwertkämpfer in der Nähe eines Kornfeldes platzieren - als Verstärkung.
Doch so weit kommt es in dieser ersten Runde auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad gar nicht. Nach dem Start der Schlacht treffen sich die beiden Blöcke in der Mitte, und während Hektor versucht, seine Schleudersoldaten in Stellung zu bringen, galoppieren wir mit den Zentauren weit über die Flanke und fallen ihnen in den Rücken. Ganz wichtig: Beschleunigung bedeutet in diesem Fall auch Wucht. Die Pferdekrieger pflügen förmlich durch die gegnerische Verteidigung und sorgen für Panik. Am anderen Flügel greifen wir mit den schweren Streitwagen an, vermeiden aber dabei schlammigen Untergrund. Durch diese Zangenattacke nehmen wir die gegnerische Verteidigung schnell auseinander.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
Diese Speerkämpfer können auch ihren Schild wegstecken und lediglich mit ihrer Lanze attackieren. Gut erkennbar: Sie fallen den abgelenkten Gegnern in den Rücken. Das garantiert zusätzlichen Schaden.
Achilles besitzt als Heldencharakter eine Reihe von Spezialaktionen, die wir auf Tastendruck auslösen. Mit "Erschrecken" beispielsweise reduzieren wir die Moral und die Nahkampfabwehr umstehender Gegner. Mit "Spalten" wiederum boosten wir seine Nahkampfangriffe und erhöhen den Waffenschaden deutlich. Schnell wird klar: Ähnlich wie in Total War: Three Kingdoms beschäftigen Helden auch in Troy problemlos ganze Truppenverbände und sind im Zusammenspiel mit anderen Einheiten eine gefährliche Waffe. Dank des Einsatzes unseres Helden und der Zangentaktik haben Hektors Truppen keine Chance. Die Schlacht ist nach nicht mal fünf Minuten und mit nur minimalen Verlusten vorüber. Alles richtig gemacht!
Die Tücken der Schlacht
Mit diesem Erfolg im Rücken wagen wir uns schließlich in eine weitere Schlacht - auf dem hohen Schwierigkeitsgrad. Diesmal übernehmen wir Hektors Einheiten, der als Verteidiger schwerer gepanzert ist und eine langsamere, dafür aber insgesamt durchschlagskräftigere Armee zu Felde führt. Ihm zur Seite stehen etwa Bogenschützen oder auch trojanische Verteidiger mit Keule und Schild. Eine besondere Rolle nehmen hier aber "Hektor's Auserwählte" ein - gut ausgebildete Schwertkämpfer, die sich nicht flankieren lassen. Dadurch stellen sie natürlich ein gutes Gegengewicht zu Achilles agilen Truppen dar. Darüber hinaus führt auch Hektor eine mythische Einheit zu Felde: den Minotaurus. Dabei handelt es sich in diesem Fall allerdings nicht um ein Wesen halb Mensch, halb Stier, sondern um einen besonders mächtigen Banditenkönig. Er trägt einen gewaltigen Tierschädel auf dem Kopf und verdeckt somit sein wahres Gesicht. Der Minotaurus ist eine starke Infanterieeinheit und zieht ähnlich wie Helden die Aufmerksamkeit auf sich. Auf Tastendruck stürmt er auf seine Gegner zu und schleudert sie so durch die Luft.
Quelle: Sega
Die Zentauren nehmen Fahrt auf und visieren diesen Trupp Schleuder-Soldaten an. Wie in früheren Total-War-Spielen schaltet ihr auch im kommenden Ableger Formationen ein und variiert so die taktischen Möglichkeiten.
Hektor greift zu Fähigkeiten wie "Gunst des Asklepios" und stellt damit die Trefferpunkte der anvisierten Einheiten wieder her und erhöht zudem deren Erholung. Zu seinen Zorn-Talenten gehören unter anderem "der Ruf", mit dem er seine Untergebenen motiviert oder auch "göttlicher Fokus", mit dem er Waffenschaden und Angriffsintervall erhöht. Die Schlacht läuft diesmal allerdings nicht ganz so gut: Achilles Truppen flankieren uns geschickt und locken uns so mit unseren schweren Einheiten in tiefes Geläuf. Das sorgt schnell für Probleme. Unsere Bogenschützen kommen ebenfalls nicht so zum Zuge, wie wir uns das eigentlich vorgestellt haben. Der Computer-General verstrickt uns schnell in Nahkämpfe, ehe er mit Zentauren und Streitwagen zuschlägt. Dass wir Achilles im Anschluss in ein Duell ziehen, bringt auch keine Rettung. Wir müssen uns nach langem Kampf geschlagen geben.
Während wir also auf dem niedrigen Schwierigkeitsgrad problemlos den Sieg davontragen, ist auf "Schwer" mehr Taktik gefragt. Genau so muss das sein! Im fertigen Spiel sollen schließlich acht spielbare Fraktionen und weitere Helden wie etwa auch Kriegsherr Odysseus enthalten sein. Spielerisch überzeugen die Kämpfe bereits jetzt mit strategischer Tiefe und einer guten Portion Neuerungen, die das Spiel von den bisherigen Titeln der Total-War-Reihe abheben. Allerdings steht und fällt ein Taktik-Mix wie A Total War Saga: Troy natürlich stets mit dem Zusammenspiel von Echtzeit- und Runden-Gameplay. Hier bleiben zum aktuellen Zeitpunkt noch viele Fragen offen, die wohl erst die Zukunft beantworten wird.
