DVD-Review: A Scanner Darkly - Der dunkle Schirm

Test Marc Kirzeder

Der optisch ungewöhnliche Science-Fiction-Film basiert auf einer abgefahrenen Drogen-Story von Philip K. Dick

Keanu Reeves gerät als Undercover-Cop Fred in einen Strudel aus Drogensucht und Paranoia Keanu Reeves gerät als Undercover-Cop Fred in einen Strudel aus Drogensucht und Paranoia ANIMATION In einer nahen Zukunft überschwemmt die synthetische Droge Substanz D die USA. Bereits die Hälfte der Bevölkerung ist abhängig. Jetzt soll eine geheime Polizeibehörde den Kampf gegen das Suchtmittel aufnehmen. Polizist Fred (Keanu Reeves) fahndet als Undercover-Ermittler im Milieu nach Dealern. Unter dem Decknamen Bob lebt er mit den Süchtigen James Barris (Robert Downey Jr.), Ernie (Woody Harrelson) und seiner Freundin Donna (Winona Ryder) in einem heruntergekommenen Haus.

Wenn Fred der Behörde Bericht erstattet, trägt er einen speziellen Anzug, der seine wahre Identität verbirgt. Doch mit zunehmendem Konsum von Substanz D verliert sich Fred immer mehr in seine Sucht, was auch seinen Vorgesetzten nicht verborgen bleibt. Die Behörde zitiert Fred zu einem folgenschweren Persönlichkeitstest ...

Über die Entstehung

Das Rotoscoping-Verfahren ermöglicht eine au- thentische Verwandlung in Zeichentrick-Figuren Das Rotoscoping-Verfahren ermöglicht eine au- thentische Verwandlung in Zeichentrick-Figuren Für den zeichentrickartigen Look des Films benutzte Regisseur Richard Linklater das aufwändige Rotoscoping-Verfahren, bei dem Einzelbilder der Schauspieler freigestellt wurden, um sie anschließend in Zeichentrickfiguren zu verwandeln. Im Bonusmaterial wird die Technik genauer betrachtet.

Die beiden Features "One Summer in Austin: Die Entstehung von ‚A Scanner Darkly’" und "The Weight of the Line: Die Animation" befassen sich ausführlich mit der Entwicklung der an einen Comic erinnernden Optik des Films. Dem Audiokommentar fehlen deutsche Untertitel. Die Erstauflage im Pappschuber ist limitiert und enthält zusätzlich einen Satz Postkarten.

Fazit

Film-Check: Der 1982 verstorbene Sci-Fi-Autor Philip K. Dick war dafür berühmt, in seinen Romanen komplexe Story-Gebilde zu konstruieren, die sich dem Leser nicht auf den ersten Blick erschließen. Ähnlich ist es mit Richard Linklaters Umsetzung von Dicks Roman "Der dunkle Schirm".
Die Story um Drogen, Kontrollwahn und den (Anti)-Helden Fred/Bob, der mit seinem Doppelleben Probleme bekommt, fordert die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Der reduzierte Zeichentrick-Look des Films erschwert es zusätzlich, dem Geschehen zu folgen. Ein vielschichtiges Experiment, das alles andere als leichte Kost ist und einem anspruchsvollen Publikum gefällt. DVD-Fazit: Insgesamt kann man mit der Umsetzung zufrieden sein. Zwar bewegt sich der Sound nur auf durchschnittlichem Niveau, das Bild wird der visuellen Stilblüte jedoch gerecht und auch die Special Features lohnen einen Blick.

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