A Plague Tale Requiem im Test: Tolle Fortsetzung, der es an Feinschliff fehlt
Test 44,99 €
Am 18. Oktober 2022 erscheint mit A Plague Tale: Requiem endlich der Nachfolger des 2019er Überraschungshits A Plague Tale: Innocence. Wir haben uns also erneut ins Fantasy-Mittelalter von Amicia und Hugo begeben und uns dort an etlichen Wachen und Ratten vorbeigeschlichen, um euch in diesem Test verraten zu können. ob die Fortsetzung qualitativ an den Erstling heranreicht.
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Merkwürdig ist hierbei auch, dass dieser Subplot nach einer Weile fallengelassen und erst später nuancierter weitergesponnen wird. Wir waren jedenfalls froh, als Amicia damit aufhörte, irre zu sein, und wieder zu einem nachvollziehbaren Charakter wurde. Dennoch wirkt die Erzählung hier unrund. Da der Start der Story nicht so recht zündete, befürchteten wir sogar, dass Requiem eine Enttäuschung sein könnte. Glücklicherweise zog der Titel etwa ab Kapitel 6 von insgesamt 15 mächtig an.
Die Geschichte nahm endlich Fahrt auf, die Beziehung zwischen Amicia und Hugo wurde wunderbar weitererzählt und die Story immer mitreißender und emotionaler. Auch diesmal ist die Geschichte mehr Fantasy als realistisches Mitttelalter-Drama, im Gegensatz zu Innocence driftet Requiem aber nicht ins fast Lächerliche ab. Einen weiteren Inquisitions-Palpatine mit Rattentornado braucht ihr also nicht zu befürchten. So skeptisch wir zu Beginn von Requiem waren - die Geschichte endete in einem Finale, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Quelle: PC Games
Erneut sorgen die tausenden Ratten, die uns umzingeln, für Nervenkitzel. Ein Tritt aus dem Licht und wir sind tot.
Hübsch präsentiert, technisch nicht makellos
Die Emotionalität im Spiel wird durch die stimmungsvolle Optik, die abwechslungsreichen und toll gestalteten Areale und vor allem mit Hilfe der Musik unterstrichen. Requiem kann es optisch nicht mit einem Triple-A-Blockbuster wie The Last of Us: Part 1 aufnehmen, ist aber hübsch und überzeugt mit toll modellierten Hauptfiguren, schön in Szene gesetzten Settings sowie atmosphärischer Beleuchtung. Im Zusammenspiel mit der Musik werden hier sowohl leichte Momente als auch Action-Szenen, tragische Erlebnisse oder spannende Stealth-Einlagen hervorragend eingefangen. Das sorgte dafür, dass wir im Spiel regelrecht versanken.
Quelle: PC Games
Neben allerlei Drama und Action nimmt sich Requiem auch immer wieder Zeit für ruhigere und leichtere Momente.
In vielen Momenten wurden wir aber aus der Immersion gerissen. Anfangs geschah dies vor allem durch die deutsche Vertonung. Einige Charaktere klingen gewöhnungsbedürftig, sind aber okay eingesprochen. Andere hingegen hören sich so schlimm und abgelesen an, dass keine Atmosphäre aufkommen konnte. Nach einigen Kapiteln schalteten wir deshalb auf die viel bessere englische Sprachausgabe. Hier fiel kein Sprecher mehr negativ auf. Dafür entdeckten wir in den deutschen Untertiteln sehr viele, teils konsequent durchgezogene Rechtschreib- und Interpunktionsfehler. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass bis zum Release nicht genug Zeit für Korrekturen blieb.
Das merkt man tatsächlich auch an anderer Stelle. In Requiem bemerkten wir immer wieder kleinere Grafikfehler, auffällige Pop-Ups und sonstige Ungereimtheiten. So setzte zum Beispiel an einer Stelle bedrohliche Musik ein, lange bevor die bedrohliche Szene begann. Wir wurden also unabsichtlich vorgewarnt. In anderen Momenten waren Hotspots gesperrt, mit denen wir interagieren mussten, um weiterzukommen. Es half nur, den Checkpoint neu zu laden. Glücklicherweise legt das Spiel häufig automatische Kontrollpunkte an.
