A Plague Tale: Innocence - Preview zum Action-Adventure mit Hunderten Ratten und schicker Grafik
Special 35,99 €
A Plague Tale: Innocence kommt aus Frankreich und ist eine der spannendsten Neuankündigungen der letzten Wochen. Fleisch fressende Nager und eine gefühlvolle Beziehung zwischen zwei Geschwistern stehen im Zentrum einer finsteren Mittelalter-Geschichte. Das Action-Adventure macht bereits im frühen Stadium einen exzellenten Eindruck. Wir sprachen mit den Entwicklern.
Eine Ankündigung wie die von A Plague Tale: Innocence mitsamt einer spektakulären Demo-Präsentation (leider vorerst nicht für die Öffentlichkeit bestimmt) sieht man nicht alle Tage: Das französisches Studio Asobo entwickelt ein Action-Adventure, das es technisch und spielerisch mit der ganz großen AAA-Konkurrenz aufnehmen könnte. Spiel wie Demo stellen dabei ein großes, ungewöhnliches Feature in den Mittelpunkt: Die Simulation von Dutzenden, teilweise sogar Hunderten von Ratten! Die kleinen Nager werden mit Asobos eigener Engine in Echtzeit dargestellt und treten als große Flut menschenfressender Widersacher auf. Aufhalten können die Tiere übernatürlicher Herkunft lediglich Feuer und Licht: Im hellen Schein von Fackel oder Laterne sind die Menschen im Spiel sicher vor den Beißerchen der Ratten, die beim Kontakt mit wehrlosen Opfern ansonsten ein Verhalten ähnlich dem von Piranhas an den Tag legen.
Dreifach-Belastung: Pest, Ratten und die Inquisition
Quelle: Focus Home Interactive
Der Spieler kontrolliert Teenager Amicia und ihren Bruder Hugo. Letzteren aber nur indirekt mittels Befehlen.
In A Plague Tale: Innocence taucht ihr ins finstere Mittelalter ein: Im Jahr 1349 wütet die Pest in Frankeich; die Ratten sind in diesem fiktiven Szenario nicht nur der Krankheitsüberträger, sie stehen offenbar auch mit finsteren Mächten im Bund. Hexen und andere Zauberkünstler stehen ebenfalls im Verdacht, dem Teufel zu Diensten zu sein. Dementsprechend fahndet die Inquisition nach Heretikern - darunter auch das Protagonisten-Duo von A Plague Tale: Innocence. Im Action-Adventure spielt ihr das junge Mädchen Amicia, das ihren fünf Jahre alten Bruder Hugo beschützen muss. Das tut sie vor allem mit ihrer Steinschleuder; Kämpfe finden aus der Third-Person-Kamera statt und sollen sich fast immer darauf konzentrieren, menschliche Gegner und Rattenmassen gegeneinander auszuspielen.
Weil Amicia gerade mal 14 Jahre zählt, ist sie ihren Widersachern auf physischer Ebene für gewöhnlich unterlegen. Der Spieler soll deshalb vorrangig auf List und Tücke einsetzen sowie schleichen. Asobo erteilt RPG-Elementen in A Plague Tale: Innocence eine Absage; es gibt keine Erfahrungspunkte und kein Skill-System. Allerdings ist eine leichte Crafting-Komponente enthalten; damit sollt ihr neue Munition für Amicias Steinschleuder herstellen sowie eure Ausrüstung verbessern. Zwar bietet A Plague Tale: Innocence keine Open-World-Komponente und die Levels sollen zugunsten der Story vergleichsweise linear ausfallen. Dennoch möchte Asobo Anreize zum Erkunden setzen, so wird man in entlegenen Winkeln auf Ressourcen oder Heilpäckchen stoßen.
Quelle: Focus Home Interactive
A Plague Tale: Innocence - Preview zum Action-Adventure mit Hunderten Ratten und schicker Grafik (9)
Gesehen haben wir bislang nur einen spielbaren Prototypen, gezeigt auf einem Vorschau-Event von Publisher Focus Home Interactive. Dass es sich um eine Live-Vorführung handelte, konnte man unter anderem am Spielabsturz mitten in der Präsentation erkennen - ein Fauxpas, der die Entwickler aber nicht weiter irritierte. Asobo-Chef Davide Dedeine gibt allerdings zu bedenken, dass womöglich keine der gezeigten Szenen in dieser Form im fertigen Spiel vorkommt - die Produktion befinde sich noch in einem sehr frühen Stadium, Levels werden gebaut und Spielsysteme verfeinert. So wie die Sache mit Amicias Bruder Hugo.
Gib Befehle, bekomm Gefühle
In A Plague Tale: Innocence steuert ihr vorrangig Amicia aus der Third-Person-Perspektive - möglicherweise gibt's in späteren Levels aber auch einzelne Abschnitte mit dem kleinen Jungen in der Hauptrolle. Doch bis es soweit ist, gebt ihr Hugo lediglich Befehle. Dazu wird bei verwendeter Controller-Steuerung das analoge Steuerkreuz gedrückt - die Order ist kontextsensitiv und bringt Hugo beispielsweise dazu, unter einem Zaun hindurchzukriechen. So gelangt er an für Amicia unzugängliche Stellen und besorgt etwa eine Kerze, mit der ein Feuer entzündet wird - ideal, um die allgegenwärtigen Ratten mit dem Licht aus der Umgebung zu vertreiben. Derartige Rätsel sollen ein wichtiger Part des Spiels sein.
Quelle: Focus Home Interactive
Asobos nutzt für A Plague Tale: Innocence eine eigene Engine, die besonders bei Licht- und Schatteneffekten sowie der detaillierten Darstellung etlicher glänzender Rattenkörper punktet.
Wer beim Stichwort KI-Partner unweigerlich an Verhaltens-Fails und Nervensägen wie etwa in Resident Evil 4 denkt (Ashley!), der könnte diesem System in A Plague Tale: Innocence kritisch gegenüberstehen - und wäre damit im Recht. Doch die künstliche Intelligenz will Entwickler Asobo nicht vernachlässigen und Bruder Hugo soll dem Spieler ausdrücklich nicht zur Last fallen. "Das birgt natürlich Potenzial für extreme Katastrophen", kommentiert Asobo-CCO Davide Dedeine ironisch. "Wir wollen, dass es sich natürlich anfühlt und der Spieler sich nicht die ganze Zeit um Hugo kümmern muss." Ob der kleine Kerl in Kämpfen sterben kann und man als Spieler somit ein Auge auf ihn haben muss, wollte Dedeine uns aber partout nicht beantworten. Allerdings soll der Knabe zumindest nicht so starrsinnig sein wie Trico in The Last Guardian: "Dass das Tier Befehle verweigert oder nicht versteht, das ist für unsere Zwecke zu experimentell. Wir wollen es simpel halten."
Statt sich über den begriffsstutzigen Hugo zu ärgern, soll man ihm ihm und seiner Schwester Amicia mitfühlen. Ähnlich wie im Indie-Hit Brothers: A Tale of Two Sons steht die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten für Asobo an erster Stelle. Man will große Gefühle wecken und das Schicksal der beiden Kinder einer vermeintlichen Hexe und die daraus folgende Diskriminierung in den Mittelpunkt der Erzählung rücken. Für die Story hebt sich Entwickler Asobo freilich noch einiges auf; allzu viele Details will man bei der ersten Vorstellung von A Plague Tale: Innocence nicht verraten. Allerdings sollen Amicia und Hugo von zentraler Bedeutung für das Mysterium der übernatürlichen Rattenplage sein.
Die Geschichte mit einer anvisierten Spielzeit von zehn Stunden wird dabei von einer düsteren, sehr dichten Atmosphäre transportiert, die leichte Horror-Andeutungen aufweist. So fressen die Ratten zu Boden gegangene Wachen in Sekundenschnelle auf und hinterlassen blutverschmierte Knochen. Ihre Nester sind ekelhafte, fleischige Gebilde, die mit einem widerlichen Schleim überzogen sind - ähnlich wie die Höllen-Levels aus Agony. Und als das Geschwisterpaar von A Plague Tale: Innocence in der Demo einen düsteren Gang betreten, angelockt vom Sirenengesang ihrer vermeintlichen Mutter, stellten sich bei uns die Härchen auf den Unterarmen von ganz allein auf; Gänsehaut garantiert!
Für das Action-Adventure A Plague Tale: Innocence ist ein Release im 4. Quartal 2018 geplant. Definitiv eine Terminangabe, die man im Hinterkopf behalten sollte - der Ersteindruck ist trotz aller Vorbehalte angesichts des sehr frühen Entwicklungsstands immens gut.
