36 - Tödliche Rivalen

Test

Gérard Depardieu zeigt in diesem harten Cop-Thriller aus Frankreich, dass er ein echtes Dreckschwein sein kann

36 - Tödliche Rivalen Manchmal ist es schön, wenn Leute ihr Wort nicht halten. Vor gar nicht langer Zeit äußerte sich Gérard Depardieu ziemlich lustlos über seine Arbeit als Schauspieler und gab zum Entsetzen seiner Fans bekannt, dass ihm private Dinge wie die Pflege seines Weinbergs zukünftig wichtiger seien als Dreharbeiten. Davon ist derzeit keine Rede mehr. 2005 war der füllige Franzose in sechs Filmen zu sehen, 2006 stehen fünf und 2007 bereits zwei Projekte fest.

Weil es französische Filme auf dem deutschen Markt heutzutage aber wesentlich schwerer haben als zu seligen 80er-Jahre-Belmondo-Zeiten, erscheinen viele Depardieu-Streifen bei uns direkt auf DVD. So auch Olivier Marchals "36 -- Tödliche Rivalen". Eine brutale Bande raubt in Paris einen Geldtransporter nach dem anderen aus. Der erfahrene Polizist Léo Vrinks (Daniel Auteuil) leitet mit seinem loyalen Team die Fahndung. Léos Gegner sind allerdings nicht nur die Gangster, sondern auch sein Kollege Denis Klein (Depardieu).

Hinter dem Rücken des anderen arbeiten die beiden Flics gegeneinander und schrecken dabei auch vor Gesetzesbrüchen nicht zurück. Der Grund dafür ist einfach: Wer den Fall als erster löst, übernimmt den vakanten Posten des Polizeichefs.

Vive la France

In den Interviews auf der DVD erzählen der Regisseur und Autor Olivier Marchal sowie sein Co-Autor Dominique Loiseau, dass die erschreckenden Bilder des Films zwar Fiktion seien, aber auf Tatsachen beruhen würden. Marchal war übrigens selbst zehn Jahre lang Polizist.

Die weiteren Specials sind sechs kurze B-Rolls, Teaser, Trailer sowie Filmografien. Wer mehr Extras möchte, sollte zur französischen Doppel-DVD mit Regiekommentar, Dokumentation (80 Min.), vier Featurettes (71 Min.) und THX-Zertifikat greifen. PK n

Fazit

Film-Check: Olivier Marchal zeichnet das düstere Bild einer zwischen Pflichtbewusstsein, Korruption und Machtmissbrauch schwankenden Staatsmacht. Das erklärte Ziel des Filmemachers war es dabei, an die großen französischen Kriminalfilme längst vergangen geglaubter Zeiten anzuknüpfen.Das ist ihm unterm Strich durchaus gelungen. "36" ist ein durchgestylter Flic-Thriller mit gekonnt gefilmten Action- sequenzen und einigen harten Einlagen. Mit Daniel Auteuil und Gérard Depardieu standen zwei gestandene Schauspieler zur Verfügung, die sich hier ein packendes Duell liefern. Ein schnörkel- wie humorloser, guter Polizeifilm.
DVD-Fazit: Der Film liegt in einer gelungenen Umsetzung vor. Während sich Bild und Ton sehen und hören lassen können, blieben die meisten Features der französischen Special Edition im Land von Rotwein und Baguette zurück.

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