Need for Speed - The Run im Test: Adrenalinspritze oder Kolbenfresser - wie gut ist der Actionfilm-Racer? - Ab heute im Handel

Test Andreas Szedlak

NfS: The Run im Test: Wo Need for Speed drauf steht, ist diesmal ein Arcade-Racer mit filmartigen Quick Time Events drin. Der neueste Treibstoff-Mix enthält Anteile von Split Second, Burnout und Hot Pursuit sowie ein Schlückchen Heavy Rain. Ob das EA-Gemisch den Spielspaßturbo zünden kann oder eher den Motivationsmotor ins Stottern bringt, erfahrt ihr in unserem Test von Need for Speed: The Run!

Mit NfS: The Run bringt EA das dritte Need for Speed innnerhalb von zwölf Monaten in den Handel und switcht weiterhin zwischen Arcade (Hot Pursuit) sowie Simulation (Shift 2). Diesmal ist also wieder das Arcade-Genre an der Reihe. Das neueste Need for Speed ist mehr denn je ausgestattet mit Hollywood-Elementen.

In Need for Speed: The Run schlüpft ihr in die Rolle von Jack, der einen riesigen Schuldenberg auf seinen Schultern trägt. Um darunter nicht zusammenzubrechen, muss Jack in einem illegalen Rennen von San Francisco nach New York rasen und unterwegs 199 Rivalen hinter sich lassen. Als Belohnung für den Sieg gibt's stolze 25 Millionen Dollar, wovon Jack 10 Prozent behalten darf. Den Rest kassiert seine Auftraggeberin, die netterweise die Startgebühr vorgestreckt hat ...

Das hat uns beim Test von Need for Speed: The Run gefallen:

Recht gelungene Cut-Scenes
Für ein Rennspiel gehen die Cut-Scenes in Ordnung. Einige Sequenzen sind spektakulär inszeniert, manch Kamperaperspektive hollywoodreif. In einigen Aktionen müsst ihr schnell genug den eingeblendeten Knopf drücken (Quick Time Event), um nicht zu scheitern. Für unseren Geschmack gibt's von diesen cineastischen Szenen aber noch zu wenige. Natürlich ist The Run ein Rennspiel und kein Adventure. Doch wenn EA die Story und den Filmcharakter so sehr in den Vordergrund stellt, sind die Erwartungen natürlich dementsprechend hoch.

Verkehr und Gegenverkehr
Wer die Burnout-Teile gespielt hat, weiß wie viel Nervenkitzel ausgeprägter Zivilverkehr bringen kann. An Vierrad-Schnecken mangelt es The Run nicht, Slalomfahrten und knappe Überholmanöver sind an der Tagesordnung. Dabei sind auch die zivilen Autos lizenziert. So versperrt euch unter anderem das fahrende Kreuzfahrtschiff Audi Q7 häufig den Weg.

Rückspulfunktion
Die moderne Frustbremse in Rennspielen heißt Rückspulfunktion. Auch in The Run lässt sich der Film, äh, das Rennen zurückspulen, wenn man einen groben Schnitzer begangen hat. Oder wenn man einige Meter zu weit in die Pampa gerutscht ist - in dem Fall spult das Spiel allerdings eigenständig zurück. Das wäre nicht weiter dramatisch, hättet ihr nicht nur eine begrenzte Anzahl Rückspuloptionen. Sind die aufgebraucht, müsst ihr das Rennen nach dem nächsten Crash neu starten.

Prima Geschwindigkeitsgefühl
Grafisch kann The Run nicht wirklich überzeugen (siehe Contra-Prunkte), doch das Tempogefühl gehört zu den Stärken des Spiels. Vor allem auf den Highway-Abschnitten, wenn die Tachonadel die 300-km/h-Marke jagt, sausen die Zivilfahrzeuge blitzschnell an einem vorbei. Zwar kann The Run dennoch nicht ganz mit der Adrenalinspritze Burnout mithalten, doch sorgt der Geschwindigkeitsrausch immerhin für temporäre Glücksgefühle.

Grafisch kann Need for Speed: The Run nicht überzeugen, bietet aber ein gutes Tempogefühl. Quelle: PC Games Grafisch kann Need for Speed: The Run nicht überzeugen, bietet aber ein gutes Tempogefühl. Actionreiche Rennen
Regelmäßig begeben sich agressive Polizisten auf die Jagd nach Jack und sorgen für heftige Blechknutscher. Später weicht ihr den MG-Kugeln eines feindlichen Hubschraubers aus. Diese Sequenz war für uns das Inszenierungs-Highlight, da dabei auch ein Teil der Streckenumgebung auf die Straße knallt. Also: Stinklangweilige Sonntagsfahrten braucht ihr nicht zu befürchten.

Wettereffekte
Sandstürme, Wolkenbrüche oder Lawinenabgänge sind die optischen Highlights der Rennen. Und einer der (leider zu wenigen) Gründe, die 3000 Meilen von San Francisco bis nach New York durchzustehen. Auch wenn wir Sand, Schnee oder Regen in anderen Spielen schon besser gesehen haben, sorgen die entstehenden Sichtbehinderungen doch für eine gewisse positive Anspannung. Allerdings hätten es auch von den Wettereffekten ruhig mehr sein dürfen.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Need for Speed: The Run im Test: Positive Aspekte
  2. Seite 2 Need for Speed: The Run im Test: Negative Aspekte
  3. Seite 3 Need for Speed: The Run im Test: Wertung
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