Need for Speed: Shift 2 Unleashed trumpfte im gamesaktuell.de-Test auf PC, PS3 und Xbox 360 mit einer innovativen Helmkamera auf. EAs Ziel war das authentischste und packendste Rennspiel überhaupt auf den Markt zu bringen. Ob Shift 2 auch der beste Racer geworden ist und GT 5 hinter sich lassen kann, zeigt unser Test!
Need for Speed: Shift 2 Unleashed im gamesaktuell.de-Test! Die Racing-Profis von Slightly Mad haben sich mit dem ersten Shift-Teil im Rennspiel-Genre etabliert. Seit November 2010 rast nun aber ein neuer Konkurrent - Sonys "Real Driving Simulator" Gran Turismo 5 - über die heimischen (PS3-)Rennstrecken. Ob Shift 2 Unleashed im Wettrennen mit GT 5 die Nase vorn hat, zeigt unser Review.
Besonders gespannt waren wir beim NfS: Shift 2-Test auf die innovative Helmkamera, die für ein authentisches Racing-Erlebnis sorgen soll. Ohnehin vergleichen die Entwickler das Renngeschehen des neuen Need for Speeds mit Gefechten auf einem Schlachtfeld ... Auch die Optik der Shift 2 Unleashed-Versionen für PC, PS3 und Xbox 360 haben wir miteinander verglichen.
Das hat uns im Need for Speed: Shift 2 Unleashed-Test gefallen:
Helmkamera
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Viel mehr als nur eine abgewandelte Cockpit-Perspektive. Der Blick aus der innovativen Helmkamera wandert vor einer Kurve automatisch in die Richtung des Knicks. Bei einer engen Kurvenfahrt schaut man teilweise durch die Seitenscheibe. Auch bei Remplern, Crashs und bei Schalt- oder Bremsvorgängen bewegt sich euer Fahrer mehr als man es von normalen Cockpit-Perspektiven kennt. Die virtuellen Augen wechseln zudem immer wieder die Fokussierung zwischen Armaturen und Strecke. Zwar muss man sich erst an die veränderten Blickwinkel gewöhnen, doch mit jeder Runde macht die dynamische Helmkamera mehr Spaß. Allerdings ist das Fahren aus der Helmansicht anspruchsvoller als aus Stoßstangen- oder Motorhauben-Perspektive. Dafür sind die Shift 2-Rennen dank der neuen Kamera authentischer und packender als in jedem anderen Rennspiel.
Schadensmodell
Crashs sehen vor allem aus der Helmperspektive sehr authentisch aus. In der Außenansicht dagegen kommt die ganze Tragweite des Unfalls zum Vorschein: Heck- und Frontflügel verabschieden sich, Räder machen sich selbstständig und offenbaren einen Blick auf Bremsscheibe und Keramikbremse. Zudem leidet die Karosserie unter einer Beulenpest und die Scheiben weisen so viele Risse auf, dass nicht einmal mehr Carglass helfen kann. Nett: ihr dürft sogar ohne Reifen weitereiern oder auf Knopfdruck von Geisterhand neue Pneus anschrauben lassen. Optional kann man auch ein mechanisches Schadensmodell einschalten. Dann zieht euer Auto nach mehreren Crashs zur Seite oder beschleunigt nur noch zögerlich. Insgesamt verfügt Shift 2 Unleashed über ein erstklassiges Schadensmodell!
Karriere
Anders als in Gran Turismo 5 bietet die Laufbahn nicht nur Standard-Rennen sondern auch Zeitfahr-, Eliminator, Duell- oder Drift-Events - letztere sind aber für unseren Geschmack zu anspruchsvoll. Prima: Ihr könnt stets zwischen verschiedenen Event-Arten wählen. Wer keine Lust auf Drift-Orgien hat, darf diese Wettewerbe links liegen lassen. Für einen Karriere-Fortschritt müsst ihr nicht zwigend als Erster durchs Ziel fahren, bereits bei einer Podiumsplatzierung gilt das Event als geschafft. Die höchste Karriere-Klasse ist die FIA GT1 Weltmeisterschaft, die ab Rang 15 freigeschaltet wird - EA-typisch dürft ihr euch den Zugang dazu auch im PS Store oder auf dem XBL Marktplatz erkaufen.
Tuning
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Das Optik-Tuning beschränkt sich auf einige Vynils und Sonder-Lackierungen, dafür ist das Leistungs-Tuning sogar umfangreicher als bei Gran Turismo 5. Netterweise wird bei Auswahl eines Tuning-Teils stets angezeigt, um wie viel km/h sich der Topspeed durch das Upgrade erhöht oder um wie viele Zehntelsekunden sich der Beschleunigungswert verbessert. Durch eine bestimmte Anzahl an Upgrades schaltet ihr die Werksumbau-Option frei. Habt ihr genügend Kohle dafür übrig, dürft ihr zum Beispiel aus eurem designschönen SLS AMG ein flügelstrotzendes Ungetüm machen. Wie im Vorgänger lässt sich übrigens auch das Cockpit auf einen Renntrimm abspecken.
Steuerung und Fahrphysik
Wohlweislich haben die Shift 2-Entwickler frühzeitig darauf hingewiesen, dass man sich bei der Fahrphysik nicht mit Gran Turismo 5 vergleichen will. So lässt sich Shift 2 selbst im Handling-Modus Profi vernünftig mit dem Controller steuern, während GT 5 bei abgeschaltetem ABS und ESP geradezu nach einem Lenkrad schreit. So kann man im neuen Need for Speed sogar bei bei einem PS-strotzenden Muscle Car den Gasknopf durchdrücken, ohne dass das Heck ausbricht. Dennoch zählen wir Fahrphysik und Steuerung zu den Stärken des Spiels, denn Slightly Mad schafft es durch die verschiedenen Handling-Modi Einsteiger, Racing-Fans sowie absolute Cracks ein sehr gutes Renngefühl zu vermitteln - perfekt ist es allerdings nicht.
Streckenauswahl
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120 Kurse in 35 Locations kann nicht einmal Umfang-Monster Gran Turismo 5 aufweisen. Originale Strecken wie Nürburgring-Nordschleife, Spa, oder Monza warten ebenso auf euer Reifengummi wie Stadtkurse in London, Miami oder Tokio. Netterweise erlaubt euch das Spiel für jede Streckengruppe oder auf Wunsch sogar für jeden einzelnen Kurs ein Fahrzeug-Setup abzuspeichern.
Grafik
Die Autos sehen auf einem potenten PC ähnlich fotorealistisch aus, wie die Full-HD-Premiumkarossen in GT 5. Bei den Konsolen-Versionen erkennt man bei näherer Betrachtung allerdings Treppenstufen an den Kanten. Außerdem ist die Streckengrafik ziemlich unscharf und einige Kurse sind recht detailarm. Insgesamt ist dies allerdings jammern auf hohem Niveau. Die flüssige Optik erzeugt ein prima Tempogefühl und die Cockpits sind originalgetreu gestaltet - natürlich verfügen alle 120 Autos über eine Cockpit-Perspektive.
Das hat uns im Need for Speed: Shift 2 Unleashed-Test nicht gefallen:
Gegner-KI
Die Gegner fahren ausgesprochen ambitioniert, teilweise sogar rücksichtslos: Sie schneiden euch in der Kurve, knallen euch ins Heck oder schubsen gerne. In der Außenperspektive und - mit Einschränkung - aus der Helmansicht gelingt es meistens der KI-Gefahr zu entkommen. Aus der Stoßstangen- oder Motorhaube-Perspektive dagegen erwarten euch regelmäßige Karusellfahrten oder Abflüge ins Kiesbett. Das sorgt für Frust, da das Rennen nach so einer Aktion meistens gelaufen ist.
Ideallinie
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Wer die 120 Strecken nicht auswendig lernen möchte, freut sich über die obligatorische Ideallinie samt Bremspunkten. Die Freude vergeht einem aber ab und an, denn die Ideallinie vergisst schon mal einen Bremspunkt, was dann oft zu einem Mauerknutscher führt. Andererseits fordert man euch häufig zu früh zum Verzögern auf. Da hat uns die dynamische Ideallinie in Gran Turismo 5 wesentlich besser gefallen, die aktuelles Fahrzeug und momentanes Tempo zuverlässiger mit einberechnet.
Fahrzeugauswahl
Shift 2 bietet nur einen Bruchteil des Fuhrparkes von Forza 3 und GT 5, zudem sind keine Ferraris und Exoten wie VW Bus, Karts oder Red Bull X1 enthalten. Zwar ist die Garage mit 120 Karossen voller als beim Vorgänger und bietet mit diversen Sportwagen, Muscle Cars, Oldtimer und Supersportlern einiges an Auswahl. Zudem haben die Entwickler wohlweislich auf lahme Enten verzichtet. Sammler finden andererseits deutlich weniger Liebhaberstücke als bei den erwähnten Konkurrenten, was bei manchem Racing-Fan die Langzeitmotivation schmälern kann.
Boxenfunk
Während die Motorensounds insgesamt zufrieden stellen, nervt der Boxenfunk bereits nach wenigen Minuten. Wenn man abgeschlagen auf dem letzten Platz landet und ein "knapp am Podium vorbei" oder "das war nur Pech" aus dem Lautsprecher ertönt, schüttelt man nur den Kopf.
