Dead Space 3 im Test: Aus dem Raumschiff in die Kälte - wieso das neue Dead Space nicht an den Vorgänger herankommt

Test Katharina Pache

Dead Space 3 im Test: Isaac stellt sich zum dritten Mal den widerlichen Necromorphs. MIt dabei: Eine neue Umgebung, ein neues Crafting-System, neue Begleiter und mehr Action als je zuvor. Wir klären, ob da eigentlich noch die serientypische, packende Horrorstimmung aufkommen mag!

Dead Space 3 im Test: Tau Volantis heißt der eisige Planet, von dem die Bedrohung durch die ekligen Necromorph-Monster anscheinend ausgeht, die Isaac Clarke in Dead Space und Dead Space 2 das (Über-)Leben schwer macht. Ein guter Grund für den Helden, dem unwirtlichen Himmelskörper einen Besuch abzustatten und der Plage ein für alle mal ein Ende zu setzen. Die Zeit ist knapp: Die Erdkolonien werden von der fanatischen Unitology-Religion überrannt, die Marker errichtet und die Menschen so in Necromorphs verwandelt.

Das hat uns an Dead Space 3 gefallen:

Willkommen in der Hobbythek Die widerlichen Necromorphs sind in Dead Space 3 so schreckenerregend wie zuvor. Quelle: PC Games Die widerlichen Necromorphs sind in Dead Space 3 so schreckenerregend wie zuvor.

In den Vorgängern griff Isaac auf vorgefertigte Waffen zurück. In Dead Space 3 hingegen kann er sämtliche Schießeisen selbst zusammenbasteln - die richtigen Ressourcen vorausgesetzt. Mit Hilfe von kleinen Robotern sammelt er Halbleiter, Metalle und andere Stoffe ein, die er dann investiert, um Waffen nach gefundenen Blaupausen oder frei Schnauze zusammenzuwerkeln. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, ein Granatenwerfer mit einem Bola-Gewehr, dessen Munition verätzt, unter Strom steht und von Wänden abprallt ist ebenso denkbar wie ein Flammenwerfer mit Kreissägen-Aufsatz. Der Einfachheit halber gibt es nur noch eine Art Munition, die mit allen Waffen kompatibel ist. Weiter spezialisieren kann Isaac seine Eigenkreationen mit Upgrade-Chips, die beispielsweise den ausgeteilten Schaden erhöhen. Auch wenn die Werkbank, mit deren Hilfe gebastelt wird, den Spieler im ersten Moment mit den zahlreichen Gestaltungsoptionen erschlägt, macht das experimentieren mit den unterschiedlichen Konfigurationsmöglichkeiten doch jede Menge Spaß.

Ein langer Weltraumspaziergang

D Die einfachen Rätsel und Puzzles dürften niemanden vor große Probleme stellen. Quelle: PC Games Die einfachen Rätsel und Puzzles dürften niemanden vor große Probleme stellen. er Umfang von Dead Space 3 kann sich sehen lassen. Wer alle Nebenmissionen erledigt, der ist locker 20 Stunden im All und auf Tau Volantis unterwegs. Die optionalen Aufträge beschränken sich nicht auf schnödes Monster-Metzeln sondern liefern einen tieferen Einblick in die Geschehnisse des Dead-Space-Universums, etwa, wenn ihr versucht, zu einem vermeintlichen Überlebenden in einem abgeriegelten Raumschiff-Wrack vorzudringen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, das komplette Spiel mit einem Partner im Koop-Modus zu erleben und dann eine Handvoll Missionen zu absolvieren, die Einzelspielern nicht zur Verfügung stehen. An der Spielzeit von etwa 20 Stunden ändert ein Mitspieler aber nichts, das Spiel geht mit einem Partner etwas schneller voran. Wer Dead Space 3 durchgezockt hat, kann sich an einem schwereren Modus versuchen oder sich in New Game + besonderen Herausforderungen stellen. Einer der Modi von New Game + verlangt zum Beispiel, dass Isaac alle Items wie Gesundheitspakete selbst herstellen muss, da besiegte Feinde diese nicht mehr fallen lassen.

Augen- und Ohrenschmaus

Dead Space 3 sieht nicht nur wundervoll aus, es läuft auch flüssig! Kein Ruckler und kein Bildzerreißen stört beim Durchkämmen der dunklen Gänge, keine Pop-Ins reißen aus dem Spielgeschehen. Lediglich Isaacs Anzug leidet etwas unter Kantenflimmern, doch das fällt kaum ins Gewicht. Die Lichteffekte zaubern schaurig-schöne Momente auf den Bildschirm und das Design der Necromorphs ist schreckenerregend wie eh und je. Der Sound ist extrem gelungen: nicht nur passt die Begleitmusik perfekt zum Geschehen - bis hin zum Metal-Song im Abspann! - die furchterregenden Laute der Necromorphs lassen das Blut in den Adern gefrieren. Gemeinsam mit der hervorragenden Optik schafft es Dead Space 3 so, eine wunderbar-beklemmende Atmosphäre zu erschaffen.

Ein gutes Team Euer Koop-Partner verkörpert den EartGov-Soldaten Carver, der ebenso wie Isaac ein paar psychische Probleme mit sich herumschleppt. Quelle: Electronic Arts Euer Koop-Partner verkörpert den EartGov-Soldaten Carver, der ebenso wie Isaac ein paar psychische Probleme mit sich herumschleppt.

Ein Wermutstropfen vorweg: Der Koop-Modus von Dead Space 3 funktioniert nur online. Wenn ihr aber mit einem Freund zusammen den Necromorphs die fauligen Hintern versohlt, erschließt sich nicht die psychischen Probleme der im Einzelspieler-Erlebnis blass bleibenden Figur Carver, ihr erlebt auch mehr Action als wenn ihr alleine unterwegs seid. Die Necromorph-Horden werden größer, der Horror-Faktor geringer - wer damit kein Problem hat oder wer gerne einen höheren Schwierigkeitsgrad bewältigen will, der hat auch im Doppelpack Spaß mit DS 3.

Das hat uns an Dead Space 3 nicht gefallen:

Melodramatik und Logiklücken Diesen Quälgeist müsst ihr dreimal bekämpfen, bevor er endlich ins Eis beißt. Quelle: PC Games Diesen Quälgeist müsst ihr dreimal bekämpfen, bevor er endlich ins Eis beißt.

Die Story in Dead Space 3 wartet mit einigen vorhersehbaren "Wendungen", einem absolut inkompetenten Bösewicht und einer bemüht wirkenden Liebesgeschichte auf. Zudem nervt das Missionsdesign: Isaac ist die wichtigste Person der kleinen Gruppe, muss aber regelmäßig die hochgefährliche Drecksarbeit erledigen (sammel dieses Teil, sammel jenes Teil, absolviere dieses Himmelfahrtskommando) während die anderen Däumchen drehend in Sicherheit sitzen. Auch die Bossfights bleiben hinter den Erwartungen zurück, die eindrucksvollste Auseinandersetzung ist bereits aus vorab veröffentlichten Spielszenen bekannt. Ein anderer Zwischenboss kehrt ganze dreimal zurück, bevor Isaac ihn endgültig ausschalten darf. Auch Isaac selbst wirkt in Dead Space 3 seltsam zerrissen und nicht wie der Protagonist, den man in Dead Space und Dead Space 2 kennen und lieben gelernt hat.

Planet ohne Mehrwert

Tau Volantis liefert vor allem eines: zu viele Klettereinlagen, die auf Dauer gehörig langweilen, und zu viele Auseinandersetzungen mit menschlichen Gegnern, die deplatziert wirken und zudem keinerlei Herausforderung darstellen. Während die Unitology-Anhänger Isaac mit ihren Sturmgewehren kaum Kratzer zufügen, reicht ein gut platziertet Schuss mit dem Plasmacutter, um ihnen den Garaus zu machen. Gegen Ende des Spiels gibt es zu viel Backtracking und die Umgebungen entsprechen eher klassischen Sci-Fi-Hollywood-Kulissen als dem üblichen, dreckigen Look von Dead Space.

Wertung zu Dead Space 3 (X360)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Dead Space 3 (PS3)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Flexibles Waffen-CraftingSaubere OptikSchöne LichteffekteBedrohliche SoundkulisseAtmosphärische Schwerelosigkeit-AbschnitteGroßer UmfangNette NebenmissionenMit Koop-ModusEinige SchockmomenteViele verschiedene Schwierigkeits-Modi
Neue Necromorph-Arten unspektakulärSchwache StoryNervige Klischee-NebencharaktereVerbesserungswürdiges MissionsdesignZu viele KlettereinlagenMenschliche Gegner wirken deplatziertKinect-Spracherkennung überflüssigAlberner BösewichtBacktracking am Ende des Spiels
Fazit

Technisch einwandfreies Horror-Spektakel mit Storyschwächen.

Meinung

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