Was hammer? War hammer! Wie sammer? Gut sammer! Was sammer? Echtzeit-Taktik! Was mach mer? Formations-Schlachten wie Medieval! Mit wem mach mer’s? Orks und Menschen!
Die Moral von der Geschicht’
Am besten spielen sich die Schlachten mit weit heraus gezoomter Kamera. Nur so behalten Sie den Überblick und können reagieren.
Unser erster Auftrag: Wir sollen eine Anhöhe stürmen, damit unsere Verbündeten von dort aus das gegnerische Heer mit Kanonen beharken können. Anders als in typischen Echtzeit-Taktikspielen müssen wir dafür nicht die Garnison bis auf den letzten Ork niederringen. Es genügt, die Bewacher zu vertreiben. Entscheidend dafür ist die Kampfmoral der Truppen. Sinkt die durch Beschuss und Verluste auf null, nimmt der Verband Reißaus und verschwindet vom Schlachtfeld, sofern er sich nicht vorher wieder sammeln kann.
Das bedeutet für uns, dass wir ständig den Kampfgeist unserer Männer im Auge behalten müssen. Beispielsweise die Musketiere mit einer Abteilung Schwertschwinger oder Pikeniere schützen, denn auf Kavallerieattacken reagieren sie äußerst allergisch, sind sie im Clinch doch beinahe wehrlos. Umgekehrt können wir manche Schlacht durch cleveres Taktieren fast ohne Verluste entscheiden. Ein Kanonentreffer und eine Gewehrsalve, und die eben noch kampflustigen Goblins geben Fersengeld.
Beim Intelligenztest durchgefallen
Was uns schon zum einzig großen, aber entscheidenden Kritikpunkt an Mark of Chaos bringt: Die Gegner-Kommandeure agieren herzerweichend hilflos. Statt etwa mit Nahkämpfern zum Sturmangriff zu blasen, lassen die Offiziere sie gemütlich durchs Abwehrfeuer unserer Fernkämpfer marschieren. Viele drehen schon um, bevor sie überhaupt unsere Linien erreichen. Andere Trupps bleiben wie angewurzelt auf ihren Positionen, während sie unsere Artillerie in Stücke schießt.
Trotzdem fordern die Schlachten. Erstens bekommen wir es meistens mit einer vielfachen Übermacht zu tun. Wenn zwei Dutzend Kampfgruppen auf uns zu rennen, schafft es zumindest die Hälfte durchs Sperrfeuer. Zweitens können wir im Pausenmodus keine Befehle ausgeben. Wenn wir im späteren Spielverlauf zehn Abteilungen oder mehr kommandieren, müssen wir blitzschnell agieren. Drittens dürfen wir in den Missionen nicht speichern. Will heißen, wir müssen auf die zahlreichen geskripteten Hinterhalte und Flankenangriffe direkt reagieren und können nicht einfach einen alten Spielstand laden, wenn uns das Ergebnis nicht gefällt. Es sei denn, wir starten die mitunter einstündigen Einsätze komplett neu. Profis sollten trotzdem im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade spielen. Dann lassen sich die gegnerischen Verbände dank Moralboni nicht gar so einfach vertreiben.
High Noon im Warhammer-Stil
Von Zeit zu Zeit treffen wir auf gegnerische Kriegsfürsten, die wir dann zum Duell fordern dürfen. Die spielen sich anfangs wenig aufregend. Im späteren Spielverlauf gewinnen die Zweikämpfe allerdings an Spannung. Denn unsere Truppen verdienen in jeder Schlacht Erfahrungspunkte. Gewöhnliche Formationen werden dadurch stärker; zwischen den Gefechten können wir sie außerdem gegen Gold mit besseren Rüstungen oder Waffen ausstatten.
Unsere Helden aber investieren die Punkte in gänzlich neue Fertigkeiten. Sie dürfen Zauber wirken, per Schlachtruf die Verbündeten anfeuern oder eben in Duellen Spezialschläge anwenden. Außerdem finden wir von Zeit zu Zeit nützliche Gegenstände wie magische Helme, Amulette oder Heiltränke für unsere Anführer.
Multiplayer: Gut, aber zu wenig
Zwei Kampagnen mit jeweils rund 30 Missionen stehen auf dem Programm (etwa ein Fünftel davon optional). Eine auf Seiten des Imperiums, eine auf Seiten der Chaos-Kräfte. Mal sollen wir zwei getrennte Einsatzgruppen zusammenführen, mal stürmen wir eine Burg, mal spielen wir selbst die Feuerwehr bei einer Belagerung, mal bekommen wir es mit Riesen zu tun, dann wieder steht ein Duell gegen einen mächtigen Chaos-Zauberer an -- Abwechslung ist garantiert.
Ganz besonders haben wir uns auf den Multiplayer-Modus gefreut. Schließlich ist die Tabletop-Vorlage auf Duelle ausgelegt, und Mark of Chaos übernimmt das bewährte Punktesystem. Damit stellen sich die bis zu sechs Kontrahenten vor der Schlacht eine Armee zusammen. Faustregel: Je schlagkräftiger die Kämpfer, desto teurer. Also heuern wir entweder viele unerfahrene, schwache Formationen oder eine kleine Elite-Truppe an. Das sorgt für Chancengleichheit. Es zählen allein die Fähigkeiten des Kommandanten, zumal wir keine KI-Macken mehr zu fürchten haben.
In der Tat machen die Multiplayer-Gefechte jede Menge Spaß. Nur: Es gibt zu wenige. Gerade einmal neun Karten haben die Entwickler gepinselt. Zwar stehen vier Modi zur Wahl, vom Duell bis hin zur Belagerungsschlacht. Für die letztgenannte Variante existiert aber nur ein einziges Szenario -- da fehlt auf Dauer einfach die Abwechslung, so fesselnd die Matches auch sind.
Wir haben unsere Kritik an die Macher weitergeleitet. Antwort:ZumRelease wird bereits ein Update verfügbar sein, das Performance,Bedienung und Balancing verbessern und fünf frische Mehrspieler-Karten nachliefern soll. Vielleicht reicht’s noch für die 80.
