The Matrix: Path of Neo

Test Thomas Szedlak

Sie freuen sich wie ein Schnitzel darauf, endlich als Neo in der Matrix zu kämpfen? Willkommen in der Wüste der Wirklichkeit ...

Die Helden des Vorgängers "Enter the Matrix" hießen Niobe und Ghost. Neo war vor 30 Monaten nur eine Randfigur. Nun steht der Auserwählte verdientermaßen im Mittelpunkt.

STORY: In "Path of Neo" steuern Sie Keanu Reeves durch Szenarios aus allen drei "Matrix"-Streifen. Regelmäßig wird die Action durch etwas wirr zusammengeschnittene Passagen aus den Filmen unterbrochen. Die Wachowski-Brüder persönlich steuern einige zusätzliche Szenen bei, unter anderem ein verändertes Ende.

SPIEL: Gab es bei "Enter the Matrix" noch vereinzelte Rennspiel- und Flugspiel-Passagen, so dominiert jetzt endgültig die Action! Mit einer Ausnahme: Im ersten Level ist Neo alias Thomas A. Anderson noch ein schüchterner Hacker und nicht etwa ein schlagkräftiger Held. Also schleicht er sich von seinem Arbeitsplatz weg und entkommt den Agenten lautlos. Anders als im Film gelingt die Flucht aufs Dach -- Kletter- und Sprungeinlagen inklusive.

Entwickler Shiny hält sich also nicht hundertprozentig ans Wachowski-Drehbuch. So folgen dann auch mehrere Levels, in denen Sie im Trainingsprogramm ("Konstrukt") die Steuerung einstudieren. Im Ninja-Kostüm verdreschen Sie Gegner mit Schlag- und Tritt-Kombinationen oder weichen elegant aus. Im weiteren Spielverlauf erlernen Sie unzählige neue Moves und Kombos und kriegen Pistolen, Gewehre und weitere Schießeisen in die Finger. Spektakulär werden die Kämpfe, sobald Sie die Fähigkeit des Fokussierens beherrschen und somit die Bullet-Time-Zeitlupe aktivieren können.

So weit, so ansehnlich. Die Liste der störenden, nervigen und frustrierenden Details aber ist lang: Da tauchen zum Weiterkommen notwendige Gegenstände einfach nicht auf, da wird man mangels sinnvoller Kamera-Ausrichtung beschossen, obwohl man den Feind noch gar nicht sehen kann und in einigen Levels sind Checkpoints so rar, dass man minutenlange Passagen immer wieder von vorne spielen muss.

FAZIT: Satz mit X? Das war wohl nix! Schwache Levels, teilweise grausige Animationen, eine kaum vorhandene Gegner-KI und tonnenweise Grafikmängel sorgten beim Test für hämische Lacher, die schlechte Kameraführung und frustige Stellen für richtig viel Ärger. Langeweile kommt vor allem bei "Matrix"-Fans auf, denn die Story und die wild eingestreuten Filmszenen kennen Insider zur Genüge. Einzig die gut choreographierten Kämpfe und Shootouts sind wahre Hingucker -- hier hat Shiny seine Hausaufgaben gemacht.

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