Der Realismus-Champ meldet sich mit verändertem Fuhrpark zurück. In Teil zwei klemmen Sie sich hinters Lenkrad legendärer Karossen.
Porsche 906, Mercedes 300SL, Ford GT 40, Chevrolet Corvette -- zuckt Ihr Gasfuß bei dem Gedanken an herrlich geschwungene Rundungen und markerschütternden Motorensound? Wenn ja, haben Sie nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie plündern die Millionen von Ihrem Bankkonto und gehen auf Einkaufstour. Oder Sie investieren 45 Euro in die ultrarealistische Rennsimulation "GT Legends".
UMFANG: Entwickler Simbin sicherte sich die Lizenzen dreier FIA-Rennserien: GTC '65, TC '65 und GTC-TC '76. Durch Erfolge im Karriere-Modus schalten Sie die einzelnen Serien frei. Neben den eingangs erwähnten PS-Protzen sitzen Sie in 90 mehr oder minder potenten Karossen, etwa einem putzigen Austin Mini Cooper S oder einem brachialen Shelby GT350. Zehn Originalstrecken -- das klingt im ersten Moment nicht nach einer großen Auswahl. Jedoch befahren Sie einige Kurse auf verschiedenen Streckenabschnitten, so auch den Nürburgring.
SPIEL: Anfänger freuen sich über mehrere Schwierigkeitsgrade mit optionalen Fahrhilfen sowie über ein simples Fahrzeug-Setup. Richtig fordernd wird "GT Legends" im Profi-Level. Wer hier die 400 PS unter der Haube zu ungestüm an die Reifen weitergibt, fährt schon beim Start Karussell. Eine gute Streckenkenntnis ist ebenfalls wichtig, wollen Sie nicht im Kiesbett versacken.
Haben Sie genügend Übungsrunden absolviert, erleben Sie unvergleichliche Klassiker-Rennen mit bis zu 35 (!) Gegnern. Angesichts derartiger Rechenleistungen verwundert die klasse Künstliche Intelligenz der anderen Fahrer. Die Rivalen fahren schon fast zu perfekt und ziehen häufig wie an der Schnur gezogen an Ihnen vorbei.
Superrealistisch ist nicht nur das Fahrgefühl der Sammlerstücke. Auch optisch sind die Boliden an Authentizität kaum zu übertreffen. Keinen Lüftungsschlitz und keinen Werbeaufkleber hat man vergessen. Die Streckengrafik wirkt dagegen an manchen Stellen eher karg: Hässliche Papp-Zuschauer und Fototapeten-Hintergründe stören jedoch nicht wirklich.
FAZIT: "GT Legends" verdient sich die Bezeichnung Rennsimulation mit vielen Leistungsmerkmalen: Physik, Steuerung, Strafenkatalog, Fahrzeug-Setup etc. -- alles wurde ganz genau umgesetzt. Unsere ultimative Erfolgsformel lautet: Force-Feedback-Lenkrad, kombiniert mit dem Blick auf ein Sechziger-Jahre-Armaturenbrett, dazu das gnadenlose Dröhnen eines Ford Mustang -- da möchte man gar nicht mehr aussteigen.
