Final Fight: Streetwise

Test

Capcom schickt seine Prügelknaben wieder auf die Straße! In Gestalt von Codys Bruder Kyle Travers räumt ihr in Metro City richtig auf.

E rinnert ihr euch noch an "Final Fight"? Ganze 17 Jahre ist es jetzt her, dass Capcom die Helden Guy, Haggar und Cody erstmals auf pöbelnde Straßengangs gehetzt hat. Im 3D-Ableger "Final Fight: Streetwise" spielt ihr nun Codys jüngeren Bruder Kyle. Und auch der hat mächtig Dampf in den Fäusten.

Als Cody Travers von einem mysteriösen Finsterling, genannt "Der Spießer", entführt wird, macht sich Straßenboxer Kyle auf, seinen Bruder zu retten. Die Sache wird noch merkwürdiger, als Kyle herausfindet, dass Cody anscheinend in dunkle Machenschaften verwickelt war. Gleichzeitig trifft euer Held auch noch auf seltsam veränderte Junkies, die wohl eine neuartige, sehr harte Droge eingeworfen haben...

Das simple Kampfsystem von "Final Fight: Streetwise" ist schnell verinnerlicht. Findet ihr das richtige Timing, stellen die dämlichen Gegner schon bald keine Herausforderung mehr dar. Macht nix, es gibt ja noch mehr davon - viel mehr! Zahlenmäßig lassen die Reihen der Feinde keine Wünsche offen. An Abwechslung mangelt es aber: Leider steht allzu oft ein und derselbe Gegnertyp vor euch. Da hätte man sich schon etwas mehr Mühe geben können.

HELD DER STRASSE

Prügelt ihr euch besonders effektiv durch die feindlichen Horden, bekommt ihr Spannungspunkte gutgeschrieben. Damit schaltet ihr neue, wirkungsvollere Move-Kombinationen frei. Das ist euch immer noch nicht genug? Dann greift euch doch einfach einen der herumliegenden Argumentationsverstärker! Zunächst stehen nur Messer und Baseballschläger zur Verfügung, später gibt es aber auch Feuerwaffen, mit denen ihr in Windeseile klar Schiff macht.

Auf eurem Weg durch die Straßen von Metro City müsst ihr euch erst einmal Respekt verschaffen. Euer Ansehen steigt mit der Anzahl der Fieslinge, die ihr auf den Asphalt schickt. Der Respektlevel bestimmt, wie Passanten auf euch reagieren. Ist er besonders hoch, könnt ihr zudem spezielle Nebenaufträge annehmen.

Der Story-Modus ist zwar kein dramaturgisches Glanzlicht, aber interessant genug, um euch für einige Zeit bei Laune zu halten. Zwischensequenzen in Spielgrafik erzählen die Geschichte weiter. Für Abwechslung ist ebenfalls gesorgt: Hier und da gilt es, mehr oder weniger amüsante Minigames wie Armdrücken, Kakerlakenjagd und Hütchenspiele zu absolvieren. Manche dieser Einlagen sind wichtig für euer Fortkommen. So hackt ihr beispielsweise ein Sicherheitssystem oder benutzt einen Türrahmen nebst dazugehöriger Tür, um eure Zielperson zum Reden zu bringen.

HIERGIBT'SAUFDIEOHREN

Das Highlight des Titels ist der hervorragende Soundtrack, den ihr erst nach und nach freischaltet. Der angenehme Schwierigkeitsgrad und ein Mehrspieler-Arcade-Modus machen sich ebenfalls positiv bemerkbar. Doch hat Capcoms simple Prügel-Orgie auch Schattenseiten - wie etwa die schon erwähnten Gegner-Klone oder die miese KI.

Achtung, noch was besonders Gruseliges! Nein, nicht die Drogen-Zombies! Die sehen eher albern aus. Wir meinen die sprunghafte Kamera: Besonders in schmalen Gängen geht die Übersicht schon mal komplett verloren. Zum Glück hat Kyle genug Ausdauer - da führt die verkorkste Perspektive nicht automatisch zu Frustmomenten. ab

Wertung zu Final Fight: Streetwise (PS2)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Guter SchwierigkeitsgradIntuitives KampfsystemArcade-Modus für 2 SpielerErstklassiger Soundtrack mit bekannten Bands
Niedrige Gegner-IntelligenzAllzu viele identische KloneKamera besonders in Gebäuden sehr ungünstig platziert
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