Far Cry 5: Ab in die USA - Ubisofts Open-World-Shooter ausführlich gespielt!

Special Lukas Schmid 53,99 €
Far Cry 5: Ab in die USA - Ubisofts Open-World-Shooter ausführlich gespielt!
Quelle: Ubisoft

Vorschau zu Far Cry 5: Roy Moore kann einpacken: In Far Cry 5 ergreifen religiöse Fanatiker mit der Waffe in der Hand die Macht! Wir konnten mehrere Stunden lang in den Titel hineinspielen und ausführlich Eindrücke aus dem virtuellen Montana sammeln. In unserer Preview zu Far Cry 5 verraten wir, ob nur Serien-Kenner oder auch Neueinsteiger sich auf den Open-World-Shooter freuen können!

Ach ja, die USA, Land der unbegrenzten Blödheiten - meist garniert mit einer ordentlichen Portion religiösem Fanatismus! Wo sonst kann ein erzkonservativer, mutmaßlich pädophiler Waffennarr fast zum Senator gewählt werden - und eine rassistische Orange mit schlechter Perücke zum Präsidenten? Es wirkt also nur leicht überzeichnet, was in der Far Cry 5 (jetzt kaufen / 53,99 € )-Realität im fiktiven Hope County, Montana passiert: Eine christliche, gewaltbereite Sekte namens Eden's Gate unter der Oberherrschaft des sich selbst als "Vater" bezeichnenden Joseph Seed übernimmt die Kontrolle über den Landstrich und herrscht dort mit eiserner Faust, Mord und Totschlag und dem Kreuz in der Hand. Das Ziel: Die Bewohner von Hope County vor dem vermeintlich bevorstehenden Tag des jüngsten Gerichts zu "retten". All das finden die Behörden nicht so gut und schicken eine Gruppe von Gesetzeshütern in das vom Quasi-Bürgerkrieg gezeichnete Areal.

Einer davon sind wir - wahlweise als weiblicher oder männlicher Sheriff Deputy sollen wir hier wieder für Recht und Ordnung sorgen. Es kommt, wie es die Dramaturgie erfordert und alles geht schief - unsere Mitstreiter werden von Seed und seinen Getreuen gefangen genommen und nur uns gelingt es, zu fliehen. Quasi im Alleingang liegt es nun an uns, nicht nur die Überlebenden unter unseren Kollegen zu befreien, sondern auch, eine Widerstandbewegung aufzubauen und dem Schreckensregime der Sekte ein Ende zu bereiten. Ein einsamer Heroe. der in eine feindliche Welt geworfen wird und dort einem manischen Despoten samt Privatarmee das Handwerk legen muss? Das hört sich doch nach Far Cry an, wie man es kennt und mag! Und tatsächlich fühlt man sich trotz des ungewöhnlichen, weil nicht wie bisher üblich am Ende der Welt verorteten Settings schnell zu Hause. Wenn man durch die große Spielwelt streift, Feindeslager aushebt, sich bei Nebenbeschäftigungen wie der Suche nach Sammelkram und Tätigkeiten wie Angeln austobt, fühlt sich das spaßig an, aber eben auch sehr ähnlich wie eh und je.
Die gute Grace ist eine der speziellen Guns for Hire, die wir im Spiel treffen und die uns daraufhin in Gefechten zur Seite steht. Ihr Talent liegt im Umgang mit Sniper-Gewehren. Quelle: PC Games Die gute Grace ist eine der speziellen Guns for Hire, die wir im Spiel treffen und die uns daraufhin in Gefechten zur Seite steht. Ihr Talent liegt im Umgang mit Sniper-Gewehren.

Far Cry 5: Land of the Freiheit

Theoretisch kann man in jedes Lager hineinrennen und alles und jeden über den Haufen schießen. Ein schleichlastiger Ansatz führt aber meist eher zum Erfolg. Quelle: PC Games Theoretisch kann man in jedes Lager hineinrennen und alles und jeden über den Haufen schießen. Ein schleichlastiger Ansatz führt aber meist eher zum Erfolg. Allerdings, die Zeit bleibt nicht stehen und auch Far Cry 5 hat sich in manchen Aspekten von der vielfach als "Ubisoft-Formel" bezeichneten und heutzutage größtenteils negativ konnotierten Struktur von eben Far Cry, aber auch älteren Ablegern von Assassin's Creed, Watch Dogs und Co. verabschiedet. Diese Serien verkamen nach Meinung von Kritikern immer mehr zu reinen Icon-Abklapper-Orgien auf den Maps, bei denen das Erforschen der Welt und interessante Missionsgestaltung kaum noch eine Rolle spielten. Die sehr rigide Struktur der Spiele wurde ebenfalls oft kritisiert, da sie dem Grundgedanken einer offenen Welt zuwiderliefe. Um dieser Kritik entgegenzuwirken, wurden als vielleicht wichtigster Schritt die bekannten Türme entfernt, die erklommen werden mussten, um alle Icons auf der Map in der Umgebung aufzudecken. Ums Erkunden kommt man diesmal nicht mehr herum - wer Sachen in der Welt entdecken möchte, muss zumindest in ihre Nähe gelangen, damit sie angezeigt werden, oder aber mit entsprechenden Infogebern plaudern. Ab und an findet man auch Karten mit einer Handvoll Sammel-Informationen.

Die Flugmissionen machen durch die erweiterte Steuerung samt Loopings Spaß. In der Luft durchquert man die ziemlich große Spielwelt auch wesentlich schneller. Quelle: PC Games Die Flugmissionen machen durch die erweiterte Steuerung samt Loopings Spaß. In der Luft durchquert man die ziemlich große Spielwelt auch wesentlich schneller. Kurzum: Es gibt viele Möglichkeiten, die Map aufzudecken und wer forscht, kann durch coole Funde belohnt werden statt diese auf dem Silbertablett serviert zu bekommen, schön! Auch die Reihenfolge der Missionen ist nicht mehr fest vorgegeben. Wir werden zu Beginn des Spiels relativ zen­tral auf der Map ausgesetzt und es steht uns frei, zu entscheiden, in welches Gebiet es uns zuerst zieht. Dort gilt es, den jeweiligen Gebiets-Herrscher zu besiegen. Sind alle Unter-Bosse erledigt, werden wir am Ende wohl gegen Joseph Seed selbst in den Krieg ziehen. Wen diese Struktur an irgendetwas erinnert, der hat wohl Tom Clancy's Ghost Recon: Wildlands gespielt - ebenfalls von Ubisoft. Der Weg zu den Zwischenbossen ist in Far Cry 5 aber noch weniger strikt vorgegeben. Um den gesuchten Bösewicht aus der Reserve zu locken, gilt es, in jedem Gebiet den sogenannten Resistance-Pegel nach oben zu jagen. Die beste, aber nicht einzige Methode sind diverse Missionen, für die es besonders viele Resistance-Punkte gibt. Zusätzlich kann man aber auch Feindeslager übernehmen, gegnerische Reserven zerstören und noch viel mehr - ganz egal, Hauptsache, der Pegel steigt. Auf diese Weise soll sich jeder Spieler - wenn er nicht gerade Komplettist ist und ohnehin alles abgrast und jede Aufgabe erledigt - sein eigenes Gameplay-Erlebnis zusammenzimmern können.
Ohne Sammeln geht’s nicht! So gilt es etwa, diese Benzin-Silos zu finden und zu zerstören. Allerdings wird nicht alles wie früher automatisch auf der Map angezeigt. Quelle: PC Games Ohne Sammeln geht’s nicht! So gilt es etwa, diese Benzin-Silos zu finden und zu zerstören. Allerdings wird nicht alles wie früher automatisch auf der Map angezeigt.

Passend dazu haben wir in den kampflastigen Missionen (und das sind bei einem Shooter logischerweise die meisten) oftmals die Wahl zwischen Action und Stealth, wodurch die spielerische Freiheit weiter ausgebaut wird. So weit, so gut, doch jetzt folgt unweigerlich das "Aber": In den Missionen selbst sind wir in unserem Handlungsspielraum so beschränkt wie eh und je. Klar, wir können ballern oder schleichen, aber wenn wir uns nicht haargenau an die Vorgaben halten, dann heißt es "Mission gescheitert". Einen fliehenden Feind nicht sofort verfolgt? Gescheitert! Mit dem Auto nicht die von der Mission vorgegebene Route genommen? Gescheitert! Mit dem Flugzeug ein paar Meter aus dem Aufgaben-Radius hinausgeflogen? Gescheitert! Das war früher auch in Open-World-Spielen gang und gäbe, wirkt heutzutage aber furchbar archaisch.

Einfach mal während einer Mission ein Collectible neben dem Wegesrand aufzuklauben oder eine interessante Umgebung etwas genauer zu untersuchen, ist dadurch so gut wie unmöglich. Hinzu kommt der schiere Aufwand, um eine Mission überhaupt verlassen zu können. Dafür muss man erst ins Menü gehen, den Abbruch der Aufgabe bestätigen, muss dann eine (zumindest in der Demo) stattliche Ladezeit über sich ergehen lassen und wird dann an einem meist völlig anderen Ort auf der Welt wieder abgesetzt. Das nervt - vor allem, da Assassin's Creed: Origins ja schon bewiesen hat, dass diese Art von Game Design auch bei Ubisoft nicht unumstößlich ist. Dieser Aufbau zehrt gehörig am Freiheits-Gefühl, das das Abenteuer ansonsten ziemlich kompetent aufbaut.

  1. Seite 1 Offene Spielwelt, Neuerungen
  2. Seite 2 Koop-Funktionen, Nebenaktivitäten, Technik, offene Fragen, Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk