Endlich im Test! Nach einigen Jahren Entwicklung inklusive Stilwechsel hin zum Cel-Shading-Look ist Borderlands endlich fertig. Wir stürzen uns für euch in den Test!
Der Test von Borderlands führt uns zu einer pechschwarzen Höhle, aus der ein markerschütterndes Geheul erklingt. Sehr gut! Das bedeutet, der hundeähnliche Skag hat unseren Köder gewittert. Mit Schritten, welche den Wüstenboden zum Beben bringen, stapft das fünf Meter hohe Monstrum hinaus ins Tageslicht und verschlingt den menschengroßen Braten mit einem Bissen. Obwohl Skagzilla – so der Kosename des Viechs – von der Bevölkerung gefürchtet wird und den Ruf eines Menschenfressers genießt, gibt es drei Dinge, die uns Mut machen: a) Unserem Auftraggeber ist der Schädel des Monsters eine üppige Bezahlung wert. b) Mit dem Level 22 stehen wir in der pandorianischen Nahrungskette ein gutes Stück über dem Touristenschreck. c) Unser frisch erbeuteter Säure-Raketenwerfer wird das Problem schon (auf)lösen.
Borderlands: Die richtige Mischung
Quelle: gearboxsoftware.com
Wer unsere bisherigen Vorschau-Artikel verpasst hat, erfährt es spätestens jetzt: Borderlands ist ein Mix aus Ego-Shooter und Rollenspiel. In einem Open-World-Setting nehmt ihr demnach reihenweise Aufträge an, sammelt massig Erfahrungspunkte und levelt euer Alter Ego nach Strich und Faden auf. An und für sich ist das nichts Neues, bewies doch nicht zuletzt das grandiose Fallout 3, wie viel Spaß eine solche Symbiose machen kann. Entwickler Gearbox will sich in diesem Titel jedoch nicht nur mit einem Mad-Max-Szenario von der Konkurrenz abheben, sondern setzt zusätzlich noch auf die drei Faktoren „Koop-Action“, „Zufallsgenerator“ und „Cel-Shading-Optik“. Aus diesem Grund raten wir euch auch, die Kampagne nicht allein, sondern in einer Gruppe aus vier Spielern zu bestreiten. Auf diese Weise können die Spezialfähigkeiten der vier Charakter-Klassen „Soldat“, „Jäger“, „Berserker“ und „Sirene“ optimal kombiniert werden. Während der Berserker mit bloßen Fäusten Gegner zu Klump haut, schickt der Jäger aus der Entfernung einen blutrünstigen Greifen in den Kampf und die Sirene flieht bei Gefahr für einige Sekunden in eine sichere Parallelwelt. Schade: Bis auf diese individuellen Attacken spielen sich alle Klassen nahezu identisch und regen nach dem Durchspielen kaum zum erneuten Meistern der Kampagne an.
Borderlands: Diabolischer Zufall
Quelle: Take 2
Schnell fällt auf, dass Borderlands seine Akzente im Action-Bereich setzt. Deutlich wird dies vor allem am Diablo-ähnlichen Item-System. Egal ob 08/15-Kanonenfutter oder fetter Zwischenboss: Beinahe jeder Gegner lässt nach seinem Ableben Geld, Munition und Waffen fallen. Ein Zufallsgenerator sorgt dabei dafür, dass ihr im ca. 20-stündigen Spielverlauf so gut wie nie dieselbe Wumme aufsammelt. Hier greift das Suchtprinzip: Abgefahrene Waffen-Kombos, wie etwa ein Raketenwerfer mit Säure-Munition oder Granaten, welche euch mit Energie versorgen, regen stetig zum Weitersammeln an. Und spielt ihr dabei in der Gruppe, trefft ihr auf dickere Gegner, die bessere Beute fallen lassen. Fein, fein!
Borderlands: Denk doch mal nach!
Quelle: 2K Games
In Borderlands scheint aber nicht überall die Sonne: So bewegt sich die Gegner-KI auf einem durchschnittlichen Niveau. Zwar verschanzt sich das gegnerische Pack bei Beschuss ab und zu mal hinter einer Deckung. Viel zu oft laufen die Gegner aber unter Dauerfeuer dumm auf euch zu – Erinnerungen an die Serious Sam-Serie werden wach. Das geht definitiv besser! Auch gehört die schleppend in Fahrt kommende Handlung rund um eine mysteriöse Schatzkammer nicht gerade zu den Höhepunkten der Geschichtsschreibung.
Den simpel gehaltenen Rollenspiel-Part wollen wir nicht negativ bewerten. Zwar verteilt ihr pro Level-Aufstieg lediglich einen Erfahrungspunkt auf drei übersichtliche Skill-Bäume, dafür fühlen sich Rollenspiel-Neulinge kaum überfordert und pfeffern nicht schon nach ein paar Stunden frustriert den Controller in die Ecke. Für die bunte Cel-Shading-Optik ist übrigens die Unreal-3-Engine verantwortlich. Hier stört uns zwar, dass Texturen manchmal zu langsam laden, im Großen und Ganzen gefällt uns das grafisch Gebotene aber durchaus.
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