Skispringen, Bobfahren, Biathlon sind eigentlich verschiedene Sportarten, doch hier spielt sich alles gleich.
Bei dem Titel Winterspiele hatten die Entwickler wohl von Anfang an den olympischen Gedanken »Dabei sein ist alles« im Hinterkopf. Ernsthafte Ambitionen, in höhere Wertungsregionen vorzustoßen, wären bei diesem Spielkonzept ja auch vermessen: Sie treten in sieben Sportarten an (insgesamt 14 Disziplinen), zu denen auch spaßig klingende Wettbewerbe gehören wie Snowboard (Half-Pipe) und Freestyle-Skiing. Allerdings beschränkt sich die Steuerung in jedem Fall auf das richtige Drücken weniger Tasten; die Besonderheiten der Sportarten werden nicht berücksichtigt.
Pfeil links, Pfeil rechts
Ähnlich wie bei einem Tanz- oder Rhythmusspiel müssen Sie im richtigen Moment die Taste zum gerade eingeblendeten Symbol drücken. Die entsprechende Anzeige befindet sich am oberen Bildrand, sodass Sie vom eigentlichen Geschehen gar nichts mitbekommen, da Ihr Blick oben verweilt. Das Programm wertet jeden Tastedruck mit fünf Prädikaten von »Perfekt« bis »Daneben« -- je besser Sie treffen, desto schneller fahren oder weiter springen Sie.
Während diese Steuerung bei schnellen Disziplinen noch ganz erträglich ist, wird sie bei längeren Wettkämpfen nur noch nervig. Minutenlang immer wieder die gleichen Tasten zu drücken ist einfach sehr schnell langweilig.
Old-School-Animationen
Abgesehen von der Spielmechanik enttäuscht Winterspiele auch in technischer Hinsicht. Die Animationen sind sehr dürftig, gerade in den spektakulären Disziplinen haben wir da mehr erwartet. Die Grafik an sich sieht in allen Kameraperspektiven so bescheiden aus, dass wir uns nur selten in den Zeitlupen angeschaut haben, was unsere Tastendrückerei denn überhaupt bewirkt hat.
Georg Valtin
