What The Fork im Test: Das Overcooked für Möchtegern-Gabelstapler-Fahrer
Test
Startet die Gabelstapler-Motoren! What The Fork ist ein neues Koop-Spiel, in dem ihr so viele Kisten wie möglich in LKWs verladen müsst. Dabei haben die Entwickler so einiges von Overcooked abgeschaut. Wir haben noch schnell den Gabelstaplerschein nachgeholt und das Spiel, das für den PC (und bald auch für die Nintendo Switch) erschienen ist, genauer unter die Lupe genommen.
Mit What The Fork versucht der deutsche Indie-Game-Entwickler Bit2Good auf der Erfolgswelle von Koop-Spielen wie Overcooked 2 und Moving Out mitzureiten. Das kleine Team besteht dabei selbst aus begeisterten Overcooked-Spielern - und das merkt man dem Spiel auch an allen Ecken an. Bei What The Fork dürfen wir allerdings nicht unsere (miserablen) Kochkünste unter Beweis stellen, sondern müssen einfach nur Kisten mit mindestens zwei Gabelstaplern in LKWs reinschubsen. Dass das natürlich nicht immer ganz so einfach ist, wie es klingt, zeigen wir euch im Folgenden.
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Lang lebe der Zwiebelkön ... ähh Gabelstapler-Boss?
Quelle: PC Games
Der Boss Fork wirkt wie eine 1:1-Kopie des Zwiebelkönigs aus Overcooked, der weniger lustig und symphatisch ist.
Der sogenannte Boss Fork, ein schnauzerbärtiger und monokeltragender Gabelstapler, leitet uns durch die nicht ganz so überzeugende Story. Er erklärt uns, dass das konkurrierende Unternehmen Fumare Tech versucht, Boss Fork das Geschäft zu vermiesen, indem es fliegende Drohnen, die sogenannten Bots, Pakete transportieren lässt. Um das zu verhindern, ruft der Chef den Wettbewerb der Goldenen Kiste aus. Wir sollen so viele Kisten wie möglich verfrachten, um Fumare Tech zu zeigen, wer das bessere Unternehmen ist. Leider sind die Gabelwitze von Boss Fork noch flacher als die vom Zwiebelkönig, und oftmals auch nicht wirklich lustig.
Um Boss Fork zufrieden zu stellen, reisen wir ähnlich wie schon in Overcooked über die Karte. Diesmal allerdings am Steuer eines Gabelstaplers. Die fünf Welten mit insgesamt 30 Levels, die What The Fork beinhaltet, stellen unterschiedliche Themen dar (Wilder Westen, Mittelalter, Stadt etc.), die optisch gesehen sehr abwechslungsreich sind. Wie man sich schon denken kann, müssen wir, um eine Welt freizuschalten, alle Levels der vorherigen Welt erfolgreich absolvieren.
Statt Köche nehmen wir diesmal die Gabelstapler
Quelle: PC Games
Ziel in What The Fork ist es, so viele Pakete wie möglich in die LKWs zu bringen.
Das Ziel bei What The Fork ist, in einer vorgegebenen Zeit so viele Pakete wie möglich in die LKWs zu verladen. Die Pakete haben zudem unterschiedliche Farben und müssen dann natürlich auch in die dementsprechenden Fahrzeuge. Dafür sind je nach Level nur wenige Zwischenschritte notwendig, so müssen wir beispielsweise hin und wieder die Ebene wechseln, um das Paket abzuliefern. Das Spiel ist keine Gabelstapler-Simulator, daher reicht es beim Einladen vollkommen aus, wenn wir die Pakete ansatzweise auf die Höhe des Laderaums kriegen. Dazu müssen wir lediglich unsere Gabel hoch- oder runterfahren. Beim Einladen sollten wir zudem beachten, nicht zu nahe an die Türen des Frachtraums zu fahren, da diese unseren Gabelstapler im Falle eines Zusammenpralls wild durch die Gegend schleudern. Sollten wir unsere Fahrkünste mal wieder überschätzt haben und umkippen, können wir uns mit einer kurzen Bewegung des Sticks in irgendeine Richtung wieder aufrichten.
Die Gabelstapler steuern wir dabei entweder mit der Tastatur oder einem Gamepad. Für beide können wir die Steuerung individuell im Hauptmenü anpassen, belegt man aber für den Controller die Taste für das Gabel-Herunterfahren neu, funktioniert das Auswählen im Menü oder auf der Map nicht mehr. Dann müssen wir wieder auf die Tastatur zurückgreifen.
Quelle: PC Games
Helm an! Die Sprungrbretter bringen uns und die Pakete auf die höhere Ebene.
Je mehr Pakete wir verfrachten, umso mehr Punkte erhalten wir. Achten wir darauf, die Pakete in die passenden Fahrzeuge zu verladen, kriegen wir nach einer gewissen Menge einen Multiplikator für unsere Punkte. Laden wir ein Paket falsch ein, erhalten wir aber keine Minuspunkte, sondern verlieren nur unseren Multiplikator. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, haben wir noch etwa drei Sekunden, um in Zeitlupe möglicherweise noch ein letztes Paket abzuliefern. Dadurch ergibt sich mitunter ein spannendes Finish. Am Ende des Levels erhalten wir anstatt einer Sterne-Bewertung eine gewisse Anzahl an goldenen Paketen, die sich nach unseren erlangten Punkten richtet. Diese können wir nutzen, um in der Werkstatt weitere Gabelstapler freizuschalten.
Leveldesigntechnisch hat What The Fork einiges zu bieten. Wir fahren auf unterschiedlichen Ebenen, müssen uns auf Eis fortbewegen, Züge mit unseren Paketen beladen, Kanonen nutzen und Feuer ausweichen. Des Weiteren können wir in einigen Levels Portale nutzen, um in andere Bereiche zu gelangen. Auch müssen wir gelegentlich unsere Pakete färben lassen, bevor wir sie erfolgreich abgeben können.
Kein Spiel für Einzelspieler?
Im Level selbst stehen Einzelspielern zwei Gabelstapler gleichzeitig zur Verfügung. Das Wechseln geht leider nicht so einfach von der Hand, da das Spiel bei mehreren schnellen Wechselversuchen nicht immer reagiert. Daher ist es empfehlenswert, das Spiel im Koop zu spielen. Denn die Gabelstapler fahren meist in abgetrennten Bereichen und häufig werden beide gebraucht, um ein Level überhaupt erfolgreich abschließen zu können.
Deswegen ist es empfehlenswert, schon von Beginn an mit bis zu vier Spielern und der gleichen Menge an Gabelstaplern zu spielen. Damit wir unsere Stapler auseinanderhalten können, haben diese unterschiedliche Farben. Wir können im Koop die Story durchspielen oder im Versus-Modus gegeneinander antreten. Dabei fällt auf, dass wir weniger Absprachen brauchen als bei Overcooked, da nur wenige Zwischenschritte benötigt werden, um die Pakete abzuliefern.
Aber auch der Koop-Modus hat einige Makel. Bei einigen freigeschalteten Gabelstaplermodellen passt sich die Farbe nicht dem Spieler an, wodurch es schwieriger ist, die Fahrzeuge auseinanderzuhalten. Außerdem können wir nur lokal mit unseren Freunden spielen, ein Online-Multiplayer bietet What The Fork nicht an. Der Versus-Modus ist an einigen Stellen enttäuschend, da hierfür keine separaten Karten zur Verfügung gestellt werden und die normalen Levels nicht unbedingt dafür ausgelegt sind, gegeneinander statt miteinander zu spielen.
Quelle: PC Games
Manchmal müssen wir die Pakete färben, bevor wir sie abgeben.
Trotz abwechslungsreicher Levels vorherrschende Monotonie
Nach einiger Zeit wirkt das Gameplay jedoch etwas monoton, da es wirklich nur darum geht, die Pakete in die Lastkraftwagen zu kriegen (den bei wenigen Levels vorhandenen Zwischenschritt des Kistenfärbens mal abgesehen). Viel spannender wäre es, wenn unsere Pakete beim Herunterfallen kaputt gegangen wären oder die Möglichkeit bestünde, dass wir mehrere Päckchen gleichzeitig nehmen können, die wir in einem Balanceakt zu den LKWs bringen müssten. Außerdem hätten die Konkurrenz-Bots, die gelegentlich ohne Folgen auf unseren Bildschirmen vorbeihuschen, auch mal in das Spielgeschehen eingreifen und unsere Transportwege sabotieren könnten. Die Entwickler haben da etwas Potenzial verschenkt.
Wie sieht also unsere Bilanz aus? Das Spiel ist größtenteils gelungen, das Leveldesign überzeugt. Jedoch lässt der Koop-Wahnsinn an einigen Stellen etwas Monotonie aufkommen. Mit allem drum und dran handelt es sich aber um ein guter Overcooked-Abklatsch, der sogar vergleichsweise günstig bei Steam und ab November auch im Nintendo eShop zu holen ist.
