Was das Herz begehrt

Test

Der Beweis, dass filmische Romanzen mit betagten Liebespaaren kein Kassengift sein müssen

Im jugendlichen Hollywood zeigen romantische Komödien meist junge, attraktive, sexy Männer und Frauen, die nach vielen lustigen Wirrungen endlich zueinander finden. "Was das Herz begehrt" hält sich an dieses Konzept -- mit einer Ausnahme: Das Liebespaar wird dargestellt von Diane Keaton (58) und Jack Nicholson (67).

Die Hollywood-Studios hatten zunächst Bedenken, den Stoff in die Kinos zu bringen. Die Begründung: Die Hauptfiguren seien zu alt. Regisseurin Nancy Meyers ("Vater der Braut", "Schütze Benjamin") wagte sich dennoch an die Verfilmung.

"Was das Herz begehrt" ist die Geschichte des Unternehmers Harry Sanborne (Nicholson), der grundsätzlich nur mit Frauen unter 30 ausgeht, und der Autorin Erica Barry (Keaton), die sich damit abgefunden hat, in ihrem Alter keinen Mann mehr abzubekommen.

Als Ericas Tochter Marian (Amanda Peet, "Keine halben Sachen") eines Tages ihren Freund Harry in das Elternhaus in den Hamptons einlädt, kommt es zum unfreiwilligen Treffen zwischen dem alternden Playboy und der von Männern enttäuschten Mutter. Als Harry aufgrund eines Herzinfarkts bei Erica bleiben muss, sind die Weichen für die romantische Komödie gestellt.

Die interessantesten Extras sind die beiden Audiokommentare mit Nancy Meyers, Produzent Bruce Block und Jack Nicholson. Der erste Kommentar beschäftigt sich ausführlich mit Produktionsdetails. Sowohl Block als auch Meyers vermitteln einen sehr guten Eindruck der Dreharbeiten. Im zweiten Kommentar beweist sich Jack Nicholson als ebenso witziger wie trockener Sprecher, der weitaus mehr an der Oberfläche bleibt als Nancy Meyers. Jack Nicholson-Fans werden diesen ersten Kommentar, den der Mime bisher eingesprochen hat, dennoch lieben.

Weiterhin gibt es ein werbelastiges Special von ca. drei Minuten Länge und eine Führung von Amanda Peet durch das Set. Abgesehen von einigen lockeren Sprüchen ist allerdings nicht viel zu erfahren. Sehr witzig ist hingegen die geschnittene Szene, in der Jack Nicholson die Bühne einer Karaoke-Bar betritt und "La Vie en Rose" zum Besten gibt. MS

Fazit

Film-Check: Ein Faktor für den sensationellen Erfolg dieser Komödie war sicherlich die stimmige Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern. Im letzten Drittel verliert der Streifen zwar etwas an Schwung, bis dahin ist es aber eine wahre Freude, die beiden Protagonisten bei ihren Wortgefechten zu beobachten. Keine Frage, diesen Film sollte man gesehen haben.
DVD-Fazit: Jack Nicholson ist in seiner Rolle als geläuterter Playboy einfach großartig. Wenn Sie eher weniger auf romantische Komödie stehen, sollten sie sich diese Perle des Genres dennoch zumindest einmal ausleihen. Bei der DVD hätte man vom Bild mehr erwarten können, der Sound reicht für das Geschehen aus. Unter den Special Features sind einige interessante Einblicke geboten.

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