Warhammer Rogue Trader ist jetzt riesig: Lohnt sich der Einstieg vor dem letzten DLC?
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Mit The Infinite Museion wächst Warhammer 40.000: Rogue Trader weiter und macht die Rückkehr in die Koronus-Weite ziemlich verlockend. Aber lohnt sich der neue DLC schon jetzt, oder wartet man besser auf die finale Erweiterung und damit auf die komplette DLC-Sammlung?
Es gibt bei großen Rollenspielen diesen einen Moment, an dem man nicht mehr einfach vor einem Spiel sitzt, sondern vor einem Berg. Hauptquest, Nebenmissionen, Begleiter, Builds, Entscheidungen, DLCs. Alles klingt spannend, alles kostet Zeit, und irgendwo dazwischen fragt man sich: Steige ich jetzt ein oder warte ich lieber, bis das Abenteuer wirklich komplett ist?
Bei Warhammer 40.000: Rogue Trader ist dieser Gedanke gerade besonders naheliegend. Das Spiel lebt von seiner Geschichte, seinen Entscheidungen und davon, wie sich die eigene Reise durch die Koronus-Weite anfühlt. Da will man nicht nach 120 Spielstunden feststellen, dass ein neuer DLC eigentlich viel besser in einen frischen Durchlauf gepasst hätte.
Die ersten beiden Erweiterungen waren bereits ordentliche Brocken und haben Rogue Trader spürbar wachsen lassen. Mit The Infinite Museion kommt nun der dritte DLC dazu, und damit wird das Spiel noch größer, noch verzweigter und vermutlich auch noch einschüchternder für alle, die bisher gezögert haben. Lohnt sich der neue Inhalt also? Kann man einfach mit einem bestehenden Spielstand weitermachen? Oder ist jetzt der Moment gekommen, noch einmal ganz von vorn als Lord Captain aufzubrechen?
Ganz einfach macht Owlcat diese Entscheidung nicht, denn mit Processional of the Damned ist bereits der nächste große Story-DLC angekündigt. Wer nur einen einzigen perfekten Durchlauf erleben möchte, könnte also versucht sein, weiter zu warten. Wer aber ohnehin wieder Lust auf Rogue Trader hat, bekommt mit The Infinite Museion einen ziemlich guten Grund, schon jetzt zurückzukehren.
In diesem Artikel
Willkommen in Trazyns Sammlung
Mit The Infinite Museion bekommt Rogue Trader einen DLC, der schon vom Konzept her nach Warhammer 40k in Reinform klingt. Im Mittelpunkt steht Trazyn der Unendliche, einer der bekanntesten Necrons überhaupt. Trazyn ist Sammler, Archivar, Dieb, Kurator und vor allem ein Besessener.
Alles, was historisch relevant, selten oder einfach nur interessant genug ist, landet früher oder später in seiner Sammlung. Ob das jeweilige Objekt, Relikt oder Lebewesen damit einverstanden ist, spielt für Trazyn überhaupt keine Rolle.
Sein Reich ist im Grunde ein gigantisches, fast planetengroßes Museum voller Relikte, konservierter Ereignisse, lebender Exponate und Dinge, die vermutlich niemals in einer Vitrine hätten landen dürfen.
Quelle: Owlcat Games
Trazyn sieht sich als Bewahrer der Geschichte, als Sammler alter Artefakte und Hüter längst vergangener Ereignisse. In seinen Hallen lagern Technologien und Relikte, deren Wert sich kaum bemessen lässt und die in den falschen Händen ganze Welten ins Wanken bringen könnten.
Für die Von Valancius Dynastie wird dieser Ort schnell mehr als nur eine bizarre Sehenswürdigkeit. Denn natürlich bleibt es nicht bei einem harmlosen Rundgang durch Trazyns Sammlung. Das Museum hängt tatsächlich mit der Familiengeschichte des Lord Captain zusammen, und je tiefer man in die Ausstellungen vordringt, desto deutlicher wird: Hier geht es nicht nur um alte Artefakte, sondern um die eigene Vergangenheit.
Das ist genau der Stoff, bei dem Rogue Trader stark ist. Kosmischer Horror trifft auf den ganz normalen Wahnsinn des 40k-Universums, und irgendwo dazwischen lauern Entscheidungen, die einem später garantiert wieder auf die Füße fallen. Man schaut sich also nicht nur ein paar seltsame 40k-Exponate an. Man wird in manche von ihnen regelrecht hineingezogen.
Ein Museum, das zurückschlägt
Trazyns Reich funktioniert nicht einfach wie der nächste Mega-Dungeon voller Gegner. Es wirkt eher wie ein völlig aus dem Ruder gelaufenes Warhammer-Museum, durch das man tatsächlich schlendern und auch abseits der Kämpfe etwas erleben und sogar lernen kann. Man betrachtet Ausstellungen, bekommt Erklärungen von Trazyns Tour-Guides und stolpert über Kuriositäten aus allen Ecken des 40k-Universums.
Quelle: Owlcat Games
Vorsicht! Die meisten Exponate in Trazyns Museum befinden sich zwar in Stase, doch das heißt nicht, dass sie dort für immer bleiben. Und schon gar nicht, dass sie nicht doch noch zurückbeißen können.
Friedlich bleibt das natürlich nicht lange. Viele Exponate sind alles andere als harmlos. Manche leben noch, andere zeigen historische Ereignisse, die immer wieder auf Schleife laufen. Besonders spannend ist eine Szene, in der die Inquisition einen Palast der Von-Valancius-Dynastie stürmt.
Als Spieler wird man direkt in dieses Ereignis hineingeworfen. Die Szene wiederholt sich immer wieder, und mit jedem Durchlauf versucht man besser zu verstehen, was dahintersteckt, welche Rolle die Von-Valancius-Dynastie dabei spielt und wie sich der Ablauf verändern lässt.
Das erinnert ein wenig an Täglich grüßt das Murmeltier, nur eben in der düsteren 40k-Variante. Dinge passieren, werden zurückgesetzt, und beim nächsten Versuch versucht man, den Ausgang zu verändern. Für ein Spiel, das ohnehin stark von Entscheidungen und Konsequenzen lebt, ist so ein Szenario natürlich gefundenes Fressen.
