Und noch eine DC-Neuauflage. Reine Abzocke oder sinnvolle Film-Erweiterung? Auch hier eindeutig Letzteres ...
Es ist kein Geheimnis, dass Regisseure mitunter heftige Kürzungen über ihre Werke ergehen lassen müssen. Denn oft liegen die Rechte des "Final Cut" beim Studio. Hierbei landen dann nicht nur Gewalt- und Actionszenen für eine angepeilte niedrigere Altersfreigabe, sondern oft auch wichtige Dialoge unter dem Schneidetisch.
Gut, dass das Zeitalter der DVD den Filmemachern die Möglichkeit eröffnet, ihre persönliche Schnittfassung nachzureichen. Wie viel besser diese gegenüber der komprimierten Leinwandversion sein kann, hat unlängst erst der Director's Cut von "Daredevil" unter Beweis gestellt. Ähnlich, wenn auch nicht mit ganz so großem Effekt, verhält es sich bei der Neuauflage zu Antoine Fuquas "Tränen der Sonne".
Blutige Realität
Bruce Willis schlüpft in die Rolle des Navy S.E.A.L.-Lieutenant Waters, der mit seinem achtköpfigen Team die Missionsärztin Lena Kendricks (Monica Bellucci) aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Nigeria evakuieren soll. Ohne ihre Patienten will Kendricks das Camp aber nicht verlassen. So beschließt Waters, sie mitsamt etwa dreißig teils schwer verletzten Flüchtlingen zu Fuß über die rettende Grenze nach Kamerun zu führen -- verfolgt von skrupellosen muslimischen Rebellen.
Für den Director's Cut ließ Fuqua ("Training Day") die auf der DVD-Erstveröffentlichung enthaltenen deleted Scenes (sowie weitere Szenen) wieder in den Film integrieren. Zusammen mit minimalen Umschnitten sorgen sie für eine deutlich besser ausgearbeitete Geschichte.
Da die beiden Audiokommentare der bisher erhältlichen Version entsprechend der Kinofassung aufgenommen wurden, sind diese nun nicht mehr dabei. Auch der zuschaltbare, informative Afrika-Fact-Track fiel dem Rotstift zum Opfer. Erhalten bleiben dagegen das Making of, die "Stimmen aus Afrika" sowie die interaktive Landkarte.TO n
