The Sinking City 2: Survival-Horror einige Stunden angespielt und ich liebe alles daran
Kolumne
Nach wenigen Stunden in The Sinking City 2 war für mich klar: Diese Fortsetzung macht fast alles besser als ihr Vorgänger und hat dabei von einem der besten Vertreter des Genres gelernt.
Survival-Horror gibt es praktisch wie Sand am Meer und auch Lovecraft-Umsetzungen häufen sich inzwischen in diversen Spielebibliotheken. Leider fallen die meisten dieser Titel mittelmäßig bis schlecht aus, natürlich mit einigen Ausnahmen. Zu eben diesen Ausnahmen hat für mich schon immer The Sinking City, aus dem Hause Frogwares gehört. Auch wenn ich die Kritik an dem Titel durchaus nachvollziehen konnte, hat der Survival-Horror für mich schon immer die typischen Lovecraft-Vibes perfekt eingefangen und umgesetzt - eben mit einigen Ecken und Kanten.
Daher sollte es niemanden überraschen, dass ich seit der Ankündigung im März 2024 mit Spannung und Vorfreude auf den Nachfolger The Sinking City 2 gewartet habe. Ursprünglich war der Release für das Ende 2025 geplant, wurde jedoch aufgrund des Krieges in der Ukraine zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.
Inzwischen hat The Sinking City 2 ein festes Release-Datum: Am 18. August 2026 geht der Lovecraft-Horror endlich auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X weiter. Zudem konnte ich im Rahmen des Steam Next Fests die ersten Stunden des Titels anspielen und mir ein genaues Bild der Survival-Fortsetzung machen. Und was soll ich sagen - ich liebe einfach alles daran.
Quelle: PC Games
Erneut erkunde ich die überfluteten Straßen einer verfallenen Stadt - entweder zu Fuß oder per Boot.
Besinnung auf alte Stärken
Schon zu Beginn des Spiels fällt auf, dass die Stärken aus dem Vorgänger erneut ihren Weg in den Survival-Titel gefunden haben, mit einigen Verbesserungen. Ich übernehme erneut die Kontrolle über einen männlichen Detektiv, diesmal aber nicht Charles Reed, sondern Calvin Rafferty, und erkunde eine langsam den Fluten zum Opfer fallende Stadt. Sinking City 2 führt mich aber nicht zurück nach Oakmund, sondern in die überfluteten Straßen von Arkham.
Die Lovecraft-Elemente stechen mir förmlich von der ersten Minute an ins Gesicht, denn anders als im Vorgänger ist sich Calvin durchaus einer übernatürlichen Mythologie bewusst. Überall in seiner Wohnung sind mystische Artefakte, Beschwörungszauber und alte Überlieferungen zerstreut, die dafür sorgten, dass seine Frau in ein übernatürliches Koma fiel. Überdies schwebt die allgegenwärtige Bedrohung der immer steigenden Flut. Der durchweg fallende Regen trägt seinen Teil zur Flut - aber auch zur Atmosphäre bei.
Quelle: PC Games
Bei diesem Schaltkasten müssen die richtigen Sicherungsstücke in die dazugehörigen Plätze eingefügt werden, um die Kabel zu verbinden.
Wie im Vorgänger erkunde ich die verfallene Stadt entweder zu Fuß oder mit einem kleinen Boot. Da wurden sofort Erinnerungen wach. Tatsächlich ist die Erkundung im zweiten Teil aber deutlich spielfreundlicher gelöst. Die verwinkelten Straßen der Stadt lassen wenig Spielraum, sich zu verfahren, und auch die Gebäude sind größtenteils linear gehalten - dafür aber mit deutlich mehr Inhalten, Möglichkeiten und Rätseln ausgestattet.
Auch die investigativen Ermittlungen haben wieder ihren Weg ins Spiel gefunden. Im zweiten Teil sind sie allerdings eher in den Hintergrund gerückt und vor allem optional. Wer also keine Lust auf Hinweissammeln, Ermitteln und Kombinieren hat und stattdessen nur den Survival-Horror genießen will, kann die Geschichte trotzdem ohne Einschränkungen genießen. Euch gehen dadurch nur ein paar Extra-Informationen zur Welt und Loot verloren.
Quelle: PC Games
Um optionale Rätsel zu lösen oder Tresore zu knacken, müssen Hinweise miteinander kombiniert werden.
Stärkerer Fokus auf klassisches Survival
Allgemein haben sich die Entwickler von der Detektiv-Simulation entfernt und größeren Fokus auf Survival-Horror-Elemente gelegt. So gibt es schon in der ersten Spielstunde deutlich mehr Kämpfe und mehr Gegner. Hier wurde sich offenbar stark an Genre-Größen wie Resident Evil orientiert. Widerliche Würmer, sogenannte Slither, erwecken die Toten wieder zum Leben, die in bester Zombie-Manier Jagd auf mich machen. Und auch die Karten der einzelnen Gebäude ändern wie in den neuen Resident-Evil-Teilen die Farbe der Räume, sobald ich darin alles gefunden habe.
Aber keine Sorge, der Titel ist nicht plötzlich zu einem verregneten Resi mutiert. Die klassischen Lovecraft-Monster mit mehr Tentakeln als Körper lassen nicht lang auf sich warten. Und hier haben die Entwickler deutlich mehr Varianz eingebaut, als noch im ersten Teil zu finden war. In der ersten Spielstunde hat ein riesiges Unterwassermonster beim Versuch, mich zu erwischen, einen Teil der Stadtbibliothek in Schutt und Asche zerlegt. Nur damit mich im Inneren eines der kleineren spinnenartigen Viecher einmal quer durch den Raum in eine Meute von diesen Wurm-Zombie-Dingern werfen konnte.
Quelle: PC Games
Ähnlich wie bei Resident Evil werden vollständig abgeschlossene Räume auf der Karte blau makiert.
Wie im klassischen Survival üblich sind Munition und Heilung auch hier rar gesät, sodass ich nun abwägen musste - kämpfen oder fliehen? Ich entschied mich, Munition zu sparen - und das war auch gut so, denn kurz vor der vermeintlich rettenden Tür lauerte noch ein weiterer Gegner. Doch auch hier lassen sich in der Spielwelt Materialien finden, die ich wie bei Resident Evil zu Munition oder Heilgegenständen verarbeiten kann. Und auch die Saferooms mit einem Speichergerät - in diesem Fall ein alter Schallplattenspieler - und einer Möglichkeit, überflüssige Gegenstände aus meinem stark begrenzten Inventar zu verstauen, kommen mir sehr vertraut vor.
Eine perfekte Fortsetzung?
Das Team von Frogwares glaubt, dass sie mit The Sinking City 2 ihr bisher bestes Spiel erschaffen haben, und ausgehend von dem, was ich bisher spielen durfte, kann ich dem nur zustimmen. Das Team hat sich die Kritik am Vorgänger zu Herzen genommen und umgesetzt und gleichzeitig die bereits vorhandenen Stärken noch ausgebaut. Dabei haben sie sich Inspiration bei einem der stärksten Genrevertreter geholt.
Bedenkt man die schwierigen Umstände, denen die gesamte Entwicklung des Titels ausgesetzt war, von Stromausfällen über Wasserknappheit, schlaflose Nächte, zerstörte Zuhause und zum Kriegsdienst eingezogene Mitarbeiter, ist es umso erstaunlicher, welche Qualität The Sinking City 2 erreicht hat. Als Lovecraft-Fan und leidenschaftlicher Horror-Survival-Spieler habe ich jedes Element meiner kurzen Spielzeit geliebt und kann den Full-Release im August kaum erwarten.
