Terrence Malick interpretierte die seit Jahrhunderten erzählte Pocahontas-Legende so eigenwillig wie poetisch
Dem ambitionierten Historienfilm des texanischen Drehbuchautoren und Regisseurs Terrence Malick ("Der schmale Grat", 1998) liegt ein Mythos zugrunde. Die von 1595 bis 1617 lebende Indianerprinzessin Pocahontas, Tochter des mächtigen Indianerhäuptlings Powhatan, soll dem englischen Forscher John Smith das Leben gerettet und sich in ihn verliebt haben.
Der Disney-Zeichentrickfilm "Pocahontas" erzählte bereits 1995 die ebenso rührselige wie spannende Geschichte. Zehn Jahre später begann Malick mit den Dreharbeiten zu seiner Aufsehen erregenden Interpretation. Finanziell betrachtet wurde das "Oscar"-nominierte Epos (Beste Kamera) zum Flop und konnte nur die Produktionskosten von ca. 30 Millionen US-Dollar wieder hereinholen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass trotz der Darstellung einer amerikanischen Legende 60 Prozent der Einnahmen außerhalb der USA erzielt wurden.
Naturtalent
Anfang des 17. Jahrhunderts landen drei Schiffe der Virginia Company an der Küste Nordamerikas. Die Begegnungen der Siedler mit den Ureinwohnern des Landes verlaufen zunächst friedlich, doch als der rebellische Soldat Captain John Smith (Colin Farrell) bei einer Erkundungsfahrt den Indianern in die Hände fällt, scheint sein Schicksal besiegelt. Häuptling Powhatan (August Schellenberg) folgt dem Rat seines Schamanen und will den Engländer töten lassen. Ausgerechnet des Häuptlings Lieblingstochter Pocahontas (Q'Orianka Kilcher) bewahrt Smith vor diesem Schicksal, indem sie sich schützend über ihn wirft.
Smith lernt die Bräuche der Ureinwohner kennen und kommt der schönen Indianerin näher. Doch die Romanze ist nur von kurzer Dauer. Der Abenteurer soll zurück in seine Siedlung und die Engländer auffordern, das Land zu verlassen. Eine blutige Auseinandersetzung zwischen Ureinwohnern und Eindringlingen scheint unvermeidbar. Nachdem die Häuptlingstochter Smith und seine Männer vor dem Angriff warnt, wird sie von ihrem Stamm verstoßen. Der Anfang einer Odyssee, die sie sogar bis in das ferne England führen wird ...
Kunstfertigkeit
Zu den historischen Fakten gibt es in der Zusatzausstattung leider kein weiterführendes Material. Stattdessen berichtet eine ca. einstündige Dokumentation über die schwierigen, in den Wäldern und Sümpfen Virginias stattfindenden Dreharbeiten des mit äußerster historischer Detailtreue in Szene gesetzten Filmes. Auch wenn dieses Behind the Scenes-Material den Fokus immer wieder auf die Naturkulissen richtet, kann man einige Infos über die Produktion herausziehen. MK n
