1974 ging ein Low-Budget-Schocker über jene Grenze, die man Zuschauern davor zumutete. Mainstream-Macher Michal Bay produzierte ein Remake, das zum besten Horrorfilm seit Jahren wurde. Jetzt knattert die Kettensäge auch auf DVD
Zum DVD-Test lag uns bis Redaktionsschluss leider nur die Verleih-Version mit deutlich begrenztem Bonusmaterial vor. Offeriert werden zunächst eine Reihe von kurzen Interviews. Neben den fünf jungen Hauptdarstellern kommt darin auch R. Lee Ermey zu Wort, der in der Rolle des sadistischen Sheriffs Hoyt einmal mehr sein Talent zur Darstellung eines fiesen Typen unter Beweis stellt. Auch Regisseur Marcus Nispel sowie die beiden ausführenden Produzenten Brad Fuller und Andrew Form liefern einige aufschlussreiche Infos.
Der Blick hinter die Kulissen fällt mit neun Minuten Laufzeit zwar recht kurz aus, ist aber durchaus einen Blick wert. Die filmischen Eindrücke vom Dreh machen Lust auf mehr. Eine sechsteilige Trailershow und der besondere Filmtipp schließen die Zugaben ab. Positiv hervorzuheben ist, dass alle Previews im anamorphen Bildformat vorliegen und zudem mit deutschsprachigem 5.1-Ton unterlegt sind.
Für die Verkaufsfassung hat Anbieter Highlight eine limitierte Doppel-DVD angekündigt. Das Bonusmaterial, das auf dieser zu bestaunen sein wird, war vor Redaktionsschluss zwar noch nicht auf DVD gepresst worden, aber der Anbieter stellte DVDVISION freundlicherweise ein VHS-Band mit den kompletten Extras zur Sichtung zur Verfügung. Hauptbestandteil ist die hervorrragende Doku "Chainsaw Redux -- Making A Massacre" (ca. 76 Min.), in der Nispel, Michael Bay, die Darsteller und mehrere Team-Mitglie-der auf Effekte, Musik, Sound, Story, den Originalfilm und vieles mehr eingehen.
So ein ausführliches Feature wünscht man sich eigentlich auf jeder DVD. Weiter gehtŽs mit Screentests von Jesssica Biel und Eric Balfour vor einer Videokamera. Von einer kruden Faszination geprägt ist die Doku "The Ghoul of Mainfield" über den Massenmörder Ed Gein (ca. 25 Min.), der u.a. schon als Vorbild für "Psycho" oder das erste Kettensägen-Massaker diente.
Darin gibt es wie in "Chainsaw Redux" einige böse Dinge zu sehen, die auch den Extras der DVD eine 18er-Freigabe bescherten. Das aggressive Musikvideo "Suffocate" von der Nu-Metal-Kapelle Motograter passt optimal zum Stil des Films. Sieben entfallene und erweiterte Szenen geben Aufschluss darüber, warum der Film in der ersten Schnittfassung nicht durch Hollywoods Zensurinstanzen kam. Hier sieht man u.a., wie rabiat Leatherface ursprünglich zur Sache ging.
