Frauen an die Front: Hip schickt eine Diebin ins Rennen um die Stealth-Krone. Muss Sam Fisher seinen Platz an der Sonne räumen?
E s lebe die Gleichberechtigung! Nach jahrelanger männlicher Dominanz kommt endlich eine feminine Alternative zum Schleich-Platzhirschen "Splinter Cell". In "Stolen" spielt eine knackige Dame die Hauptrolle: Profi-Diebin Anya stolziert nicht nur in hautengen Klamotten herum, sondern setzt auch spielerisch Akzente. Ob das reicht, um Sam Fisher in den Hintern zu treten?
STORY: Wer mit dem Feuer spielt, verbrennt sich: Bei ihren Raubzügen durch Museen, Satellitenanlagen und Firmengebäude kommt Fräulein Anya einer gigantischen Verschwörung auf die Spur. Finstere Gestalten wollen sämtlichen Einwohnern von Forge City kleine Überwachungs-Implantate einpflanzen -- Big Brother lässt schön grüßen! Doch was hat der Bürgermeisterwahlkampf mit diesem diabolischen Plan zu tun? Am Ende des Spiels wissen Sie mehr...
SPIEL: "Splinter Cell" trifft "Ocean's Eleven" -- so lässt sich "Stolen" trefflich beschreiben. Langfingerlady Anya huscht durch schattige Gebäude, narrt KI-Wachmänner und meistert knifflige Klettereinlagen -- eigentlich könnte die Heldin auch gleich Samantha Fisher heißen. Weil moderne Kleptomaninnen niemals ohne Hightech-Spielzeug aus dem Haus gehen, steht Ihnen ein ganzer Wandschrank voller Gadgets zur Verfügung: Ob Sie mit der Sensorbrille durch Wände glotzen, mit dem Elektrorevolver Schurken einschläfern oder mit dem Hackertool Computer knacken -- der Ausspruch "Frauen und Technik" bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Wirkliche Offensivqualitäten besitzt jedoch keines der Werkzeuge: Anya ist nämlich eine liebe Kriminelle und will niemanden töten. Sie können Ihre Feinde also nur für kurze Zeit einschläfern und bald danach sind die Kerle wieder hellwach.
FAZIT: Liebe Anya! Ich bin kein Fan von One-Night-Stands, deshalb finde es schade, dass unsere Beziehung nur vier Stunden anhielt -- schließlich war die Zeit mit dir nicht gerade billig. Trotzdem werde ich dich und deine biegsamen Gelenke in positiver Erinnerung behalten: Wie du an Fahnenstangen rumgekraxelt bist, das hatte schon Klasse. Auch dein technisches Know-how wird mir fehlen: Die witzigen Spielereien mit Computern und Elektroschlössern waren zwar knifflig, aber stets spannend. Ach ja, sag deinem nächsten Kerl fairerweise gleich, dass du so pazifistisch drauf bist -- mir ging dieses alberne "Ich kloppe Gegner um, damit sie gleich wieder aufstehen"-Getue schon nach fünf Minuten auf die Nerven!
Dein Thorsten.TK
