Steam Machine: Valve sieht kein Ende der Speicherkrise
Valve warnt vor weiter steigenden RAM- und SSD-Preisen. Die Speicherkrise trifft nicht nur PC-Bauer, sondern auch die Produktion der Steam Machine.Wer auf sinkende Preise für RAM, SSDs und andere Speicherkomponenten hofft, bekommt von Valve schlechte Nachrichten. Im Gespräch mit Bloomberg erklärte Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat, dass sich die Speicherkrise aus Sicht des Unternehmens weiter verschärft. Es gibt sogar eine Neuigkeit, die noch abstoßender ist.
Valve sieht noch keine Entspannung bei RAM und SSDs
Aldehayyat formulierte die Lage nicht wirklich rosig. Laut ihm werde es "ehrlich gesagt immer noch schlimmer". Was Spieler aktuell in den Verkaufsregalen sehen, liege nach Valves Beobachtung mindestens drei bis sechs Monate hinter dem zurück, was das Unternehmen bei Großangeboten sehe.
Valve sagt aber sinngemäß: Die nächste Welle ist in der Lieferkette bereits zu erkennen, nur noch nicht überall im Laden angekommen. Wer also auf einen schnellen Preisrückgang bei RAM oder SSDs spekuliert, könnte enttäuscht werden. Die Krise hängt stark mit der enormen Nachfrage nach Speicher für KI-Systeme zusammen. Gut, das ist mittlerweile kein großes Geheimnis mehr. Server, Rechenzentren und KI-Hardware verschlingen große Mengen an DRAM, NAND und anderen Komponenten. Dadurch konkurrieren PC-Hersteller, Konsolenhersteller, Laptopanbieter und Endkunden stärker um Bauteile, die früher leichter planbar waren.
Valve hat diese Entwicklung schon früher beschrieben. Pierre-Loup Griffais erklärte Ende Juni, dass Speicher und Storage nicht mehr einfach Waren seien, die man zum normalen Preis einkaufe. Stattdessen müsse Valve inzwischen hart verhandeln, um überhaupt einige Tausend Einheiten zu sichern. Es geht also nicht nur darum, dass RAM und SSDs teurer sind. Es geht auch darum, überhaupt genug Ware zu bekommen.
Die Steam Machine wird durch Speicherknappheit ausgebremst
Die Steam Machine zeigt, wie sich die Krise auf Gaming-Hardware auswirkt. Laut Valve wurde die anfängliche Verfügbarkeit des Geräts direkt durch Speicher begrenzt. Griffais sagte, man baue im Grunde alles, was möglich sei, aber die Produktion sei klar durch verfügbare Speicherkapazität eingeschränkt.
Das erklärt auch, warum die Steam Machine teurer ausfiel, als viele Spieler gehofft hatten. Valve hatte bereits im Februar eingeräumt, dass Speicher- und Storage-Knappheit konkrete Preise und Lieferpläne erschweren. Später wurde die Steam Machine mit einem Einstiegspreis von 1.039 Euro genannt, was für viele Spieler näher an einem Mini-PC als an einer subventionierten Konsole liegt. Übrigens sei sogar Valve vom Preis enttäuscht.
Valve will die Steam Machine aber nicht wie eine typische Konsole querfinanzieren. Das Unternehmen sieht sie eher als offene SteamOS-PC-Option fürs Wohnzimmer. Erfolg misst Valve deshalb nicht nur an reinen Verkaufszahlen, sondern daran, ob das Gerät ein echtes Problem für Spieler löst: PC-Gaming einfacher und wohnzimmertauglicher zu machen, ohne ein geschlossenes Konsolensystem zu bauen.
Trotz der Speicherkrise will Valve die Zukunftspläne für das Gerät nicht grundsätzlich ändern. Griffais sagte, Nutzer würden ihre Geräte bekommen, und für einen großen Teil der Erfahrung beginne die Arbeit dann erst. Valve wolle die Plattform über Jahre weiter begleiten. Für Spieler bleibt die Lage trotzdem unangenehm. Wer gerade einen Gaming-PC bauen oder aufrüsten will, sollte RAM und SSDs nicht als sichere Schnäppchen-Komponenten einplanen. Vor allem größere SSDs und schnelle DDR5-Kits könnten noch länger teuer bleiben, wenn die Nachfrage aus dem KI-Bereich hoch bleibt. Was sagt ihr zu der Einschätzung von Valve?
Quelle: PC Gamer