Das Phänomen Hype und wie es Spieler und Entwickler beeinflusst

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Das Phänomen Hype und wie es Spieler und Entwickler beeinflusst
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Alle einsteigen, der Hypetrain ist eingefahren! Wir klären über das Phänomen Hype in der Videospielewelt auf und erklären, was es mit uns und unserem Hobby macht.

Außerdem wurde Cyberpunk 2077 bis zum Release ganze dreimal verschoben. Man könnte meinen, dass Verschiebungen gut wären, weil die Entwickler dann mehr Zeit hätten, ihr Game zu perfektionieren, aber eben genau das ist das Problem: Man erwartet sich bei einem Spiel, das dreimal aus Optimierungsgründen verschoben wurde, keine spielbrechenden Bugs. Nachdem viele Fans schon verärgert über die Verschiebungen waren, man das Weihnachtsgeschäft nicht verpassen wollte und dann auch noch die Investoren im Nacken saßen, war das Entwicklerstudio CD Projekt Red im Dezember 2020 fast shon gezwungen, das Spiel zu veröffentlichen.

Die Folgen des desaströsen Releases waren nicht nur, dass Cyberpunk 2077 von Sony zeitweise aus dem Playstation Store verbannt wurde, sondern auch, dass der Ruf von CD Projekt Red, das vor allem wegen The Witcher 3 eigentlich nur verehrt worden war, innerhalb kurzer Zeit stark beschädigt war. Es kam sogar zu einer öffentlichen Entschuldigung des damaligen Mitgeschäftsführers Marcin Iwiński.

No Man's Sky ist ein weiteres Opfer des Hypetrains. Daran ist Sean Murray, CEO des Entwicklerstudios Hello Games, nicht ganz unschuldig. Ähnlich wie bei Cyberpunk 2077 wurden auch hier wieder Features versprochen, die zu Release gar nicht im Spiel vorhanden waren.

So behauptete Murray in einem Interview mit Stephen Colbert, dass sich Spieler in No Man's Sky gegenseitig treffen und miteinander interagieren würden können. Ein Feature, von dem zu Release jede Spur fehlte. Auf Reddit entstand eine ganze Liste an Features, die von den Entwicklern versprochen worden, im Game selbst aber nicht zu finden waren.

Horizon: Zero Dawn Quelle: Sony Horizon: Zero Dawn Sowohl Cyberpunk 2077 als auch No Man's Sky erhielten seit ihrem Erscheinen mehrere Updates, die nach und nach die von Anfang an versprochenen Features lieferten. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass beide Spiele sehr profitabel waren: Cyberpunk verkaufte sich bis heute über 20 Millionen Mal und auch wenn es bei No Man's Sky keine genauen Zahlen gibt, kann man von einigen Millionen abgesetzten Exemplaren ausgehen.

Marketing in der Hype-Kultur

Wer aufgepasst hat, dem ist mittlerweile sicher ein Muster aufgefallen: Falsche bzw. übertriebene Versprechen sowie aufwendige Trailer seitens der Entwickler und dementsprechend hohe Erwartungen der Spieler. Sie alle befeuern die Lokomotive des Hypetrains, während die Medien durch ihre Verbreitung noch Öl ins Feuer gießen.

Gerade bei Trailern kann ein Entwicklerstudio mogeln. Während man bei Trailern für Filme auf Ausschnitte setzen muss, die wirklich im Film vorkommen, und deswegen weniger Spielraum zum Tricksen hat, sind die Möglichkeiten bei Videospielen vielfältiger. Es gibt "cinematic trailers", "gameplay trailers", "teaser trailers" oder Trailer zu einzelnen Features.

Zwar beinhalten manche immerhin Einblendungen wie "Not actual gameplay footage", doch trotzdem sehen viele - je nach Art des Trailers - oftmals überhaupt nicht so aus wie das fertige Spiel und setzen die Messlatte zu hoch. Natürlich möchte man sein Produkt in einem Trailer von seiner besten Seite zeigen.

Bethesda würde keinen Trailer über die lustigen Bugs in Starfield machen. Der Rahmen wird aber gesprengt, wenn der Trailer Konsumenten in die Irre führt und schlichtweg fehlende Features zeigt.

Das gilt nicht nur für die bereits genannten Beispiele, sondern auch für zahlreiche andere hochgehypte Games. Sim City 2013 sieht in seinem Trailer nicht nur komplett anders aus als in der Realität, auch gutes Gameplay war im Spiel Mangelware.

Watch Dogs wurde ebenfalls vorgeworfen im ersten Trailer besser auszusehen als zum Release. Die Liste an solchen Fällen ist lang und wird in den nächsten Jahren zweifellos immer länger werden.

No Man's Sky Quelle: Happy Games No Man's Sky Geschickt macht es auch Todd Howard, der seine Aussagen gerne so formuliert, dass sie theoretisch wahr sind, aber von Zuhörern schnell missinterpretiert werden können. Er möchte eben dafür sorgen, dass man über Bethesdas neuestes Spiel spricht.

So behauptete er zum Beispiel, dass Skyrim unendlich viele Quests haben würde, was nicht falsch ist, da es Quests gibt, die man unendlich oft wiederholen kann.

Da man diese Aussage aber auch so verstehen kann, dass unendlich lang abwechslungsreiche und interessante Quests generiert werden, schrauben viele ihre Erwartungen sicher zu hoch.

Es lässt sich demnach feststellen, dass das Phänomen Hype die Marketingstrategien vieler Entwicklerstudios beeinflusst. Sie legen mit allen Mitteln Wert darauf, für Gesprächsstoff zu sorgen, weil sie sich natürlich Erfolg wünschen. Dafür geben sie zahlreiche Versprechen und produzieren aufwendige Trailer.

Wenn es nur darum geht, die Bekanntheit eines Produkts zu erhöhen und einen Hype auszulösen, macht es für Entwicklerstudios streng genommen keinen Unterschied, wie realitätsgetreu ihre Trailer sind. Schließlich ist ja bekanntlich jede Publicity gute Publicity. Selbst wenn das Game also die Erwartungen nicht erfüllt, erhöht der darauffolgende Aufschrei der Community automatisch die Bekanntheit dieses Spiels.

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