Sind wir schon da?

Test

Wenn Sie dachten, Ihre Ausflüge mit den Kleinen seien chaotisch, dann sollten Sie mit Ice Cube auf Tour gehen

Sind wir schon da? Playboy Nick Persons (Ice Cube), stolzer Besitzer eines Ladens für seltene Sport-Devotionalien und eines nagelneuen Lincoln Navigator mit Nobelausstattung, genießt das Leben in vollen Zügen. Dumm nur, dass sich der überzeugte Kinderhasser ausgerechnet in die allein erziehende Suzanne (Nia Long) verknallt. Die sucht nämlich nicht nur einen Lover, sondern vor allem einen treusorgenden Vater für ihre beiden Kinder.

Als sie beruflich verreisen muss und ihre Sprösslinge nirgends unterbringen kann, sieht Nick seine Chance, bei Suzanne zu landen. Er erklärt sich bereit, ihr mit den Kids zu folgen -- von Portland ins 300 Meilen entfernte Vancouver.

Höllentrip

Allerdings hat Nick die Rechnung ohne Lindsey (Aleisha Allen) und Kevin (Philip Bolden) gemacht. Denn die Gören lassen nichts unversucht, um Verehrer ihrer Mutter schnellstens wieder zu vergraulen. Es könnte ja sein, dass Daddy zurückkommt! So muss auch Nick, der null Erfahrung im Umgang mit Kindern hat, kräftig leiden. Als Flug- und Bahnreise schon im Ansatz scheitern, bleibt dem Trio nur noch die Fahrt in Nicks geliebtem Luxus-Schlitten.

Wie Regisseur Brian Levant ("Familie Feuerstein") im Audiokommentar verrät, war die Story um den verheerenden Roadtrip ursprünglich auf Komödienstar Adam Sandler zugeschnitten. Der musste jedoch wegen Terminproblemen absagen und so kam Ice Cube ("xXx 2 -- The Next Level") ins Spiel, dessen Firma Cube Vision auch gleich die ca. 32 Mio. teure Produktion übernommen hat. Die einstige Ikone des Gangster-Rap war es dann auch, die Nia Long für die weibliche Hauptrolle vorschlug. Schließlich standen beide bereits für "Boyz'n the Hood" und "Friday" gemeinsam vor der Kamera.

Ein paar weitere Details zum Dreh vermittelt auch das 21-minütige, mit reichlich Lob gespickte Making of. Außerdem an Bord: Outtakes, eine entfallene Szene, Storyboard-Sequenzen sowie ein von Regisseur Levant kommentierter Rundgang durch Nicks Laden für Sammlerstücke aus der afroamerikanischen Sportwelt. TO n

Fazit

Film-Check: Nur teilweise amüsante, weil sehr konstruierte Mixtur aus Slapstick, Lovestory und Roadmovie, garniert mit einer Prise "Kevin allein zu Haus" und einigen Fantasy-Zutaten (z. B. sprechende Baseball-Figur). Bei den Darstellern stechen v.a. die beiden Jungstars Aleisha Allen und Philip Bolden heraus, aber auch Ice Cube macht eine ansehnliche Figur.
DVD-Fazit: Der auf DVD ordentlich umgesetzte "Sind wir schon da?" richtet sich an ein junges bzw. jung gebliebenes Klientel und empfiehlt sich damit für einen harmlosen Kinoabend im Kreise der Familie. Wer eine schlüssige und realistische Story erwartet, wird sich jedoch allein wegen Nicks Diskussionen mit einer animierten Kopfwackler-Figur kopfschüttelnd abwenden.

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