Sensible Soccer 2006

Test

Die Kultserie kehrt zurück, gerät aber ziemlich ins Straucheln. Aus dem herausfordernden Fußball-Klassiker wird ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch.

Sensible Soccer 2006 Fans der Sensible Soccer-Reihe sind einfache Gemüter. Eine Taste fürs Passspiel, eine Taste für Torschüsse und dann noch eine Taste zum Sprinten -- das muss ausreichen. Diesem Konzept bleibt auch Sensible Soccer 2006 treu, das Sie bereits mit extrem wenigen Tasten wunderbar bedienen können. Kein Vergleich zu Steuerungs-Monstern wie Pro Evolution Soccer oder der Fifa-Reihe. Dafür müssen Sie aber auch Abstriche machen, wenn es beispielsweise um taktische Möglichkeiten geht. Vor einem Spiel legen Sie lediglich die Aufstellung Ihres Teams fest, danach geht's dann auch schon auf dem Fußballplatz zur Sache.

Schnelle Reaktionen

Auf dem Spielfeld ist Schnelligkeit gefragt. Viel Zeit zum Taktieren bleibt uns nicht. Mit Kurzpässen manövrieren wir den Ball durchs Mittelfeld, stürmen aufs Tor zu und schießen bei der erstbesten Gelegenheit. Grund für das hohe Tempo ist nicht nur das zügige Spieltempo, sondern vor allem die Tatsache, dass Dribblings nahezu unmöglich sind. Wir müssen nur durch einen gegnerischen Spieler »hindurchlaufen«, um ihm das Leder zu klauen. Ausgiebiges Geplänkel im Mittelfeld wäre also sinnlos und entfällt. Stattdessen gibt's brenzlige Situationen im Strafraum.

Am Gamepad -- denn damit steuert sich Sensible Soccer 2006 am Besten und am komfortabelsten -- müssen wir trotzdem schnelle Reaktionen beweisen. Da uns jederzeit ein Gegenspieler den Ball abluchsen kann, müssen wir Pässe oder Torschüsse schnell und gezielt anbringen. Das Spiel hilft uns dabei mit einer Anzeige: Unter jedem Spieler ist ein Pfeil eingeblendet, der Schussrichtung und -stärke angibt. Ein Radar fehlt in der Verkaufsfassung, wird aber eventuell per Patch nachgeliefert.

Egal ob Torschuss oder Tackling, das richtige Timing ist entscheidend. Daraus zieht Sensible Soccer 2006 seinen Reiz. Besonders herausfordernd wird es immer dann, wenn wir die Lederkugel mit Drall abfeuern wollen. Dazu müssen wir den Ball direkt nach dem Schuss mit Hilfe der Richtungstasten gefühlvoll anschubsen. Mit dem richtigen Drall lässt sich selbst der beste Torwart austricksen.

Selbst gemacht

Freundschaftsspiele, nationale Ligen, Pokalwettbewerbe oder ausgewachsene Turniere -- Sensible Soccer 2006 können Sie in den verschiedensten Modi bestreiten. 16 internationale Teams von England über Brasilien bis Deutschland und nationale Clubs aus acht Ländern stehen zur Auswahl. Lizenzen gibt es keine. Statt Owen kickt bei England deshalb beispielsweise ein Stürmer namens Owan. Namen und Trikots lassen sich mit Hilfe des mitgelieferten Editors allerdings umfassend anpassen. Die WM 2006 können Sie also nach etwas Eigenarbeit problemlos nachspielen. Auch das Erstellen eigener Ligen oder Turniere erlaubt das Programm.

Nur das Aussehen der Spieler selbst können Sie nicht verändern. Die geben sich mit Comic-Look und Wasserköpfen sehr humoristisch und sind vermutlich nicht jedermanns Sache. Zumal sie die einzigen Hingucker sind -- grafische Details oder Feinheiten suchen Sie in den langweilig gestalteten Stadien vergebens. Aber wie schon Borussia-Stürmer Alfred Preißler wusste: »Entscheidend is auf'm Platz«, und da glänzt Sensible Soccer 2006 durch seine unkomplizierte Handhabe.

Heisse Stühle

Obwohl sich die KI meist wacker schlägt, ist Sensible Soccer 2006 gerade im Vergleich zu seinen Vorgängern viel zu leicht. Nach den ersten Spielen haben Sie die Computer-Kicker locker im Griff, einige Spielzüge führen fast immer zum Torerfolg. Sensible Soccer 2006 macht deshalb im Mehrspielermodus noch am meisten Spaß. Der schnelle und fordernde Spielablauf ist wie geschaffen für den hitzig geführten Wettstreit mit den Freunden. Maximal vier Spieler kicken dann gemeinsam oder gegeneinander. Sie müssen sich dazu allerdings vor einem PC versammeln; Fußballpartien über ein lokales Netzwerk oder das Internet werden nicht unterstützt.

David Bergmann

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