Riding Alone for Thousands of Miles

Test Simone Neus

Chinesisches Road-Movie von Ausnahmeregisseur Zhang Yimou über Vaterliebe, Vergebung und Völkerverständigung

Auf seiner Reise macht Takada (Ken Takakura) die Bekanntschaft eines kleinen Jungen Auf seiner Reise macht Takada (Ken Takakura) die Bekanntschaft eines kleinen Jungen Zwischen den pompös ausgestatteten Fantasy-Epen "Hero" (2002) und "House of Flying Daggers" (2004) und dem neuesten Martial-Arts-Streich "The Curse of the Golden Flower" mit Chow Yun-Fat, der im April 2007 in die Kinos kommt, ging Chinas Meisterregisseur Zhang Yimou mit "Riding Alone for Thousands of Miles" ein schlichtes und realistisches Thema an. Im Mittelpunkt steht der japanische Fischer Gouichi Takada (Ken Takakura). Er führt ein zurückgezogenes Leben, bis ihn ein Anruf seiner Schwiegertochter Rie (Shinobu Terajima) erreicht, die ihm mitteilt, dass sein Sohn Kenichi schwer krank ist.

Riding Alone for Thousands of Miles Seit zehn Jahren haben Vater und Sohn nach einem Streit kein Wort mehr gewechselt. Während Takada sich eine Versöhnung wünscht, bleibt der Sohn unnachgiebig. Von Rie erfährt der zurückgewiesene Vater, dass Kenichi eine Vorliebe für chinesische Volksopern hat und gern eine Aufnahme des berühmten Sängers Li Jiamin (Li Jiamin) mit dem Bühnenwerk "Riding Alone for Thousands of Miles" hätte. Kurz entschlossen reist Takada nach China, um Li für seinen Sohn zu filmen. Doch bis dahin sind viele sprachliche und kulturelle Hürden zu meistern.

Tradition und Moderne

Im teils englischsprachigen Making of der DVD spricht Yimou über das von ihm mitverfasste Skript und die Dreharbeiten mit der 130-köpfigen Crew in der abgelegenen chinesischen Provinz Yunnan. Der Filmemacher erklärt außerdem, warum er unbedingt mit der japanischen Filmlegende Ken Takakura arbeiten wollte, der u.a. schon für Ridley Scott in "Black Rain" vor der Kamera stand.

Fazit

Film-Check: Zhang Yimou porträtiert auf einfühl- same, melancholische, dabei aber auch humorvolle Art und Weise einen einsamen, älteren Mann auf der Suche nach Aussöhnung und familiärer Geborgenheit.
Auf der zweiten Ebene findet sich die ohne erhobenen Zeigefinger vermittelte Botschaft, dass durch Verständnis, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl ein friedvolles Miteinander zwischen China und Japan ohne weiteres möglich sein kann. Die Darstellerleistungen sind hervorragend, allen voran überzeugt der minimalistisch auftretende Ken Takakura. Globetrotter und China-Fans liegen bei diesem als Road-Movie angelegten Streifen goldrichtig. DVD-Fazit: Zhang Yimous Plädoyer für Menschlichkeit kommt auf einer ordentlichen DVD. Der Ton hält sich erwartungsgemäß zurück, das Bild hinterlässt einen positiven Eindruck. Das Making of ist kurz, aber dennoch aufschlussreich.

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