16 Tage 16 Bit: Tag 3 - Aladdin
Special
An Tag 3 des Retro-Projekts 16 Tage 16 Bit geht es ab nach Agrabah, denn Chris widmet sich der Sega-Mega-Drive-Version von Disney's Aladdin. Die Filmumsetzung beeindruckt auch heute noch mit toller Musik, hübscher Grafik und spaßigem Gameplay, obwohl ein paar Stellen auch mit klassischem Trial & Error nerven.
Mein Name ist Chris, ich bin Redakteur bei PC Games und momentan spiele ich alte Games aus der 16-Bit-Ära, die ich damals verpasst habe oder die mir zu abgedreht waren. Euch lasse ich hier an meinen Erfahrungen teilhaben bei 16 Tage 16 Bit.
Tag 3: Aladdin
Wie so viele Kinder der 90er liebte ich natürlich die Zeichentrickfilme von Disney und einer meiner Favoriten war Aladdin. Das Spiel zum Film besaß ich aber leider nicht. Ein Schulfreund hatte das Game zwar, aber der war eines dieser verwöhnten Kackblagen, die einen nicht mitspielen ließen. Ich musste also zugucken. Bevor ich Aladdin jetzt auf dem Sega Mega Drive nachholte, wusste ich nur, dass es damals richtig toll aussah und den Film gut nacherzählte.
Quelle: PC Games
16 Tage 16 Bit: Tag 3 - Aladdin (1)
Dennoch war ich ziemlich überrascht. Der Titel sieht immer noch hübsch aus, die Musik ist klasse und die Level fangen hervorragend das Flair des fast 30 Jahre alten Trickfilmklassikers ein. Getreu alter Filmumsetzungen werden aufgrund der mangelnden erzählerischen Möglichkeiten jedoch nicht alle Abschnitte der Vorlage spielerisch verwurstet. Die Romanze zwischen Aladdin und Prinzessin Jasmin wird so gut wie gar nicht erwähnt und auch Dschinni spielt keine sonderlich große Rolle.
Dafür werden andere Szenen wiederum toll eingefangen. So zum Beispiel der Anfang, in dem Aladdin und sein treuer Affe Abu von den Wachen über den Markt in Agrabah gejagt werden. Selbst kleine Gags aus dem Film wurden übernommen. So kann sich Aladdin an beschworenen Seilen festhalten und Gegnern rutscht die Hose runter, wenn man sie mit Äpfeln bewirft.
Doch auch andere Szenen sind schön umgesetzt und werden durch das Spiel sogar erweitert. So muss man hier einige knifflige Sprungpassagen bewältigen und sich mit fiesen Skeletten auseinandersetzen, um aus dem Gefängnis auszubrechen. Auch die Flucht aus der Höhle der Wunder gelingt Aladdin nicht ganz so einfach wie in der Filmvorlage. Erst muss er über Lava-Gruben hopsen und vor heranrollenden Steinen weglaufen. Danach muss man sogar noch einen ziemlich wilden Ritt auf dem fliegenden Teppich meistern, bei dem man Hindernissen ausweicht.
Quelle: PC Games
16 Tage 16 Bit: Tag 3 - Aladdin (4)
Im Finale des Spiels begibt man sich schließlich in den Palast des Sultans, um gegen Bösewicht Jaffar anzutreten, der sich in seiner zweiten Phase in eine Feuer speiende Kobra verwandelt. Fast wie im Film also, nur mit dem Unterschied, dass Aladdin mit mir am Gamepad den Endkampf ziemlich oft verkackt.
Setzt man Aladdin in den Kontext seiner Zeit, kann das 16-Bit-Spiel auch heute noch als Filmumsetzung überzeugen, doch wie schlägt es sich davon losgelöst als Spiel? Nun, es ist sicherlich kein Jump-&-Run-Meisterwerk der Ära wie zum Beispiel Sonic 2 oder Super Mario World, doch es ist trotzdem ein spaßiges Hüpfspiel. Die Levels sind abwechslungsreich und toll designt, die Steuerung ist genau und der Schwierigkeitsgrad zieht nach und nach an.
Quelle: PC Games
16 Tage 16 Bit: Tag 3 - Aladdin (5)
Ein paar nervige Stellen hat Aladdin dann aber doch. Wie in vielen Spielen der damaligen Zeit, kann man an manchen Stellen kaum vorbei, ohne einen Hit zu kassieren, und an anderen Stellen stirbt man zwangsläufig einmal, wenn man nicht genau weiß, was dort passiert. Etwas blöder ist allerdings, dass es durchaus mal vorkommt, dass man durch Plattformen durchfällt.
Da diese Probleme glücklicherweise nur selten auftreten, das Gameplay ansonsten spaßig und abwechslungsreich ist und das Flair des Films so gut eingefangen wird, ist Aladdin meiner Meinung nach aber immer noch ein echtes Klassespiel, das sich Retro-Freunde nicht entgehen lassen sollten.
