Reds

Test Simone Neus

Kaum zu glauben: 25 Jahre nach seiner Entstehung erscheint Warren Beattys Meisterwerk erstmals auf DVD

Ménage à trois: Eugene (Jack Nicholson), Louise (Diane Keaton) und John (Warren Beatty) Ménage à trois: Eugene (Jack Nicholson), Louise (Diane Keaton) und John (Warren Beatty) Die späte Veröffentlichung von „Reds“ auf DVD beweist, dass in den Studio-Archiven tatsächlich noch immer echte Schätze schlummern, die auf ihre Heimkino-Premiere warten. Dass der Film 1981 überhaupt in die Kinos kam, grenzte damals an ein Wunder. Warren Beatty, der mit seinem Regiedebüt „Der Himmel kann warten“ 1978 einen Hit für Paramount landete, erhielt als Dank das „Go“ für einen großen Film über ein Thema, das ihm zwar selbst am Herzen lag, im Amerika des Ronald Reagan aber kaum als Publikumsmagnet einzustufen war.
Beatty erzählt die auf Tatsachen beruhende komplizierte Liebesgeschichte zwischen den amerikanischen Journalisten John Reed (Beatty) und Louise Bryant (Diane Keaton). Als Augenzeuge der Russischen Revolution von 1917 gründet Reed in den USA eine kommunistische Partei, was ihm beruflich wie privat reichlich Probleme einbringt. In Eugene O`Neill (Jack Nicholson) findet sich außerdem ein Nebenbuhler um Louise. Schwierig wird die Lage auch in der jungen Sowjetunion. John muss feststellen, dass das neue System gegen die alten Fehler nicht immun ist.

Schulterschluss

Reds Das politisch eher linke Hollywood nominierte das mutige Projekt in zwölf „Oscar“-Kategorien, von denen der Film drei gewann (Regie/Nebendarstellerin/Kamera). Obwohl er Statements und Kommentare auf DVDs eigentlich ablehnt, machte Beatty für das siebenteilige Making of zu „Reds“ eine Ausnahme. Zusammen mit Kollege Nicholson und Cast & Crew-Mitgliedern blickt der frisch gebackene Gewinner des Irving G. Thalberg-Awards auf den Film und die Dreharbeiten zurück.

Fazit

Film-Check: Biografie, Lovestory, Politthriller und großes Drama in einem: Warren Beattys imposantes Werk nimmt sich drei Stunden Zeit, um das Leben, Lieben und Leiden zweier Menschen zu porträtieren, die eine entscheidende Epoche des 20. Jahrhunderts mit Leidenschaft prägten. Nachdem der Kommunismus seit dem Zerfall der UdSSR und des Warschauer Paktes als gescheitert gilt, hat der Streifen zwar etwas von seiner Wirkung verloren. Rein cineastisch betrachtet ändert sich dagegen nichts. "Reds" ist glänzend inszeniertes, fotografiertes und wunderbar gespieltes Kino, bei dem die Überlänge nicht stört.
DVD-Fazit: Kaufargumente für den Doppeldecker im Pappschuber sind neben dem schönen Film das restaurierte Bild und das tolle Making of. Wer mit dem dünnen deutschen Mono unzufrieden ist, schaltet auf Englisch in DD5.1.

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