Review: Pirates of the Caribbean:

Test Andreas Szedlak

Kann Jack Sparrow seine Seele retten? Und überzeugt Disneys virtueller Karibiktrip auch Landratten? Wir stechen in See und suchen die Antworten.

Auf hoher See trifft die Black Pearl auf die Flying Dutchman und deren Mannschaft. Über die Takelage infiltrieren Sie den Kahn von Davy Jones. (Xbox360 Auf hoher See trifft die Black Pearl auf die Flying Dutchman und deren Mannschaft. Über die Takelage infiltrieren Sie den Kahn von Davy Jones. (Xbox360 Schiff ahoi: Seit 24. Mai entert "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" die heimischen Kinosäle und verspricht ein furioses Serienfinale. Bombastische Kampfszenen, atemberaubende Spezialeffekte und ein grandioser Johnny Depp in der Rolle des ständig betrunkenen Piraten Jack Sparrow lassen mit Sicherheit die Kinokassen klingeln und machen wohl auch den dritten Teil der legendären und erfolgreichen Piratensaga zum Blockbuster. Eine perfekte Voraussetzung, um Mr. Sparrow auch auf Xbox360, PS2 und Wii durch die Karibik segeln zu lassen. Schließlich ist die Fangemeinde groß und der Erfolg somit programmiert. Dennoch schrillen hier bei Videospielern aus Reflex sofort die Alarmglocken. Zu enttäuschend waren viele Spiel gewordene Kino-Blockbuster in der Vergangenheit. Der jüngste Beweis: "Spider-Man 3", das wie zahlreiche andere Lizenzprodukte von belangloser Mittelmäßigkeit ist.

Also hissen wir dir Piratenflagge mit gemischten Gefühlen, um mit der jüngsten Filmumsetzung den sicheren Hafen zu verlassen. Hoffentlich erleiden wir nicht schnellen Schiffbruch, sondern heben einen wertvollen Spieleschatz!

Actionreicher Spielablauf

Nicht nur auf Wii, auch auf der Xbox360 können die Kämpfe anstrengend sein. Hier ist schnelles Button-Mashing angesagt. (Xbox360) Nicht nur auf Wii, auch auf der Xbox360 können die Kämpfe anstrengend sein. Hier ist schnelles Button-Mashing angesagt. (Xbox360) "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" wird Freibeuter, die direkt aus dem Kino kommen und auf den Konsolen vor Anker gehen, zunächst irritieren. Das Karibik-Abenteuer beginnt nämlich nicht wie der Film, sondern mit Jack Sparrows Ausbruch aus der Felsenfestung. Bald hat auch die letzte Landratte bemerkt, dass die Versoftung geschickt einen Bogen vom aktuellen Kinostreifen zurück zum letzten Karibikausflug spannt. So werden Sie im Laufe des Abenteuers zahlreiche Schauplätze der ganzen Karibik besuchen. Sie kämpfen sich etwa in Port Royale durch, stranden auf der Isla de Pelegostos, landen in Tortuga und fechten an Bord der Black Pearl um Ihr Leben. Abwechselnd spielen Sie mit Jack, Will und Elizabeth, die sich mit Marinesoldaten, finsteren Kannibalen und den Schergen von Seeungeheuer Davy Jones messen. Obwohl das Setting immer ähnlich ist, gibt es Unterschiede zwischen den Versionen. PS2- und Wii-Variante sind dabei noch größtenteils identisch. Backbord wie steuerbord stehen actionreiche Degengefechte und geschicktes Blocken auf dem Programm. Auf der Wii-Konsole macht die innovative Steuerung mit Nunchuk und Fernbedienung das Piratenleben aber einen Hauch authentischer und auf Dauer auch anstrengender. Optisch unterscheiden sich diese beiden Abenteuer-Versionen kaum voneinander. Ganz anders die Fassung für Xbox360: Zieht man die Präsentation in allerfeinster HD-Optik zum Vergleich heran, ist das, als würde man mit einem beeindruckenden Achtmaster neben eine kleine Segeljolle schippern.

Sparen Sie sich den Weg ins Fitness-Studio, auf Wii ist beim Fechten voller Körpereinsatz gefragt. (Wii) Sparen Sie sich den Weg ins Fitness-Studio, auf Wii ist beim Fechten voller Körpereinsatz gefragt. (Wii) Die Zwischensequenzen in Ingame-Grafik, die detaillierten Animationen und die tollen Charaktermodelle überzeugen. Auch spielerisch setzt Disney Interactive auf der Xbox360 andere Segel als auf Wii und PS2. Auf Grund der zähen Schwertkämpfe verliert das Gameplay jedoch an Fahrt und kann in puncto Tempo nicht mit den anderen Versionen mithalten. Inhaltlich beschreitet man auf der 360 neue Wege, denn hier wurden einige Adventure-Elemente integriert. So müssen Sie beispielsweise in Port Royale Steckbriefe von den Wänden reißen oder kleine Schalterrätsel lösen. Eines haben leider alle Versionen gemein: den enttäuschenden Zweispieler-Modus, der keine Möglichkeit bietet, die Levels zu zweit zu bewältigen. Den zuständigen Designer sollte man zur Strafe kielholen lassen, denn der Karibik-Trip gewänne deutlich, könnte man ihn mit einem menschlichen Piratenkumpel im Schlepptau angehen.

Filmreife Inszenierung

Dazu ist in der Felsenfestung keine Zeit. Die Regeneffekte und das stimmungsvolle Szenario hätten diese Würdigung aber verdient. (Xbox360) Dazu ist in der Felsenfestung keine Zeit. Die Regeneffekte und das stimmungsvolle Szenario hätten diese Würdigung aber verdient. (Xbox360) "Pirates of the Carribean: Am Ende der Welt" setzt nicht auf spielerische Abwechslung oder komplexe Kampftechniken. In diesem Punkt dümpelt der Kahn im seichten Gewässer. Dennoch gelingt es dem Titel als filmreife Inszenierung des Freibeuter-Abenteuers (die vor allem auf der Xbox360 nahezu perfekt ist!), Fahrt aufzunehmen. Die Atmosphäre ist einzigartig -- angefangen bei den stimmungsvollen Schauplätzen über die wunderschön digitalisierten Charaktere bis hin zu den flüssigen Animationen. Lediglich bei der Sprachausgabe ohne Original-Synchronsprecher wurde etwas geschlampt. Dafür wird das Karibik-Flair akustisch mit einem wunderschönen orchestralen Soundtrack untermalt, der auch Original-Stücke aus der Feder von Hans Zimmer enthält.

Jede Version hat also ihre Vor- und Nachteile: Die Xbox360-Fassung glänzt mit fantastischer HD-Optik, Wii und PS2 punkten mit actionreicherem Gameplay und interessanterer Steuerung. Wer einfach nur mit Jack Sparrow und Kompagnons in See stechen will und nicht besonders viel Wert auf Ideenreichtum und Abwechslung legt, der darf hier gerne an Bord gehen.

Wertung zu Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (PS2)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Orchestraler SoundtrackAtmosphärische InszenierungSchauplätze aus Teil 2 und 3
Ohne OriginalsprecherMieser ZweispielerModusIdeenfreies Gameplay
Fazit

Filmreif inszeniertes, aber wenig komplexes Piraten-Abenteuer mit wunderschönen Schauplätzen und tollem orchestralen Soundtrack.

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