Im Test: Ageia PhysX

Special

Ageia hat mit PhysX eine der wenigen echten Hardware-Innovationen der letzten Jahre entwickelt. Wir sagen Ihnen, ob Sie bei diesem neuen Trend dabei sein müssen.

Im Test: Ageia PhysX Quelle: CCP Ageia wurde 2002 mit dem Ziel gegründet, der (damals noch recht unbedeutenden) Physik in Spielen ordentlich auf die Sprünge zu helfen. Heraus kam als erstes Produkt PhysX, ein Hardware-Chip zur Beschleunigung komplizierter Physikberechnungen.

Diese Rechenarbeit übernimmt bei Spielen bislang maßgeblich der Hauptprozessor. Die Komplexität der Physik ist dabei so auf die CPU angepasst, dass diese mehr oder weniger problemlos damit zurechtkommt, ohne dass die Frameraten einbrechen.

Mal abgesehen davon, dass es technisch eh nicht möglich ist: PhysX soll nicht aus bestehenden Spielen durch schnellere Physikberechnung ein paar Frames herauszukitzeln. Der Begriff »Physikbeschleuniger« ist so gesehen irreführend, da das eigentliche Ziel eine komplexere Physik ohne Frameraten-Einbrüche ist. Durch PhysX sollen die Spiele mit Hilfe grafischer Effekte vor allem schöner bzw. aufwändiger werden. Dazu zählen nicht nur die vielfältigeren Kollisionen oder die bekannten Ragdoll-Berechnungen, sondern auch Dinge wie die Simulation von Flüssigkeiten, Haaren oder allgemein weichen Oberflächen.

Keine Physik-Revolution

Um einem Missverständnis von vornherein vorzubeugen: Zumindest in der ersten Generation sind Physikbeschleuniger nicht dafür vorgesehen, an der »echten« Physik groß etwas zu ändern. Also etwa bei Spielen, deren spielerischer Kern auf einer komplexen Physik-Engine beruht wie Flugsimulationen oder anspruchsvolle Rennspiele.

Die werden aus den PhysX-Karten keine essentiellen Vorteile ziehen können. Zum einen ist es schlicht nicht vorgesehen. Zum anderen würde es ohne eine 100-prozentige Verbreitung der PhysX-Karten auch gar keinen Sinn machen. Stellen Sie sich vor, bei GTR2 würden Besitzer einer Karte mit einem aufwändigeren, realistischeren Fahrmodell um die Kurse jagen als diejenigen, die mit der Physikberechnung ganz klassisch ihre CPU betrauen.

Asus PhysX P1

Bislang gibt es zwei PhysX-Karten: Vom ansonsten in Deutschland nicht vertretenen Grafikkartenhersteller BFG sowie von Asus, die anscheinend so ziemlich alles machen. Wir hatten das Asus-Modell PhysX P1 zum Praxistest in der Redaktion. Gegenüber der BFG ist es besser verfügbar, hat die umfangreichere Ausstattung inklusive der Vollversion von Ghost Recon 3 und ist im Schnitt um 20 Euro billiger. Mit dabei sind auch Demoversionen von Cell Factor und Switchball. Ersteres ist eine speziell für PhysX entwickelte Shooter-Physikdemo, Letzteres ein auf Physikspielereien basierender Geschicklichkeitstest.

Mit ihrem schnörkellosen Layout und dem kleinen Aktivkühler sieht die PhysX eher aus wie eine typische Grafikkarte der unteren Mittelklasse. Sie braucht einen PCI-Slot sowie eine zusätzliche Stromversorgung in Form eines 4-poligen Molex-Steckers. Verbaut sind zudem 128 MByte GDDR3-Speicher, die 128-bittig an den Chip angebunden sind. Der Lüfter dreht sich mit der immer gleichen Geschwindigkeit -- egal, ob die Karte gerade benutzt wird oder man sich auf dem Windows-Desktop befindet. Zum Glück ist er recht leise und fällt in einem normalen System kaum auf. Die Installation der Treiber und Tools gestaltet sich angenehm unkompliziert. Das Kontrollpanel besteht neben einem Funktionstest lediglich aus Info-, Hilfe- und Diagnoseboxen. Echte Einstellungen lassen sich damit nicht vornehmen -- die Karte kennt nur die Zustände aktiv und unbenutzt.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk