Im Test: Ageia PhysX

Special

Ageia hat mit PhysX eine der wenigen echten Hardware-Innovationen der letzten Jahre entwickelt. Wir sagen Ihnen, ob Sie bei diesem neuen Trend dabei sein müssen.

Gute Physik auch ohne Karte

Unter den Begriff PhysX fällt aber nicht nur die Hardware. Dazu gehört auch die notwendige Schnittstelle (API) sowie eine Programmierumgebung (SDK), um Physikeffekte einfacher und besser in Spiele einbinden zu können. Ein Spiel kann sich also der PhysX-Engine bedienen, ohne dabei auf die Hardware selbst angewiesen zu sein oder von ihr profitieren zu müssen. Das zeigt sich ganz deutlich bei der Switchball-Demo und dem Rise of Legends-Patch. Beide benutzen extensiv die PhysX-Engine zur Berechnung ihrer Physik, das Zuschalten der Asus-Hardware bringt jedoch in beiden Fällen rein gar nichts.

Ähnlich sieht es bei der Cell Factor-Demo aus: Die läuft offiziell überhaupt nur mit PhysX-Hardware, lässt sich aber mit einem Trick auch ohne zum Starten überreden -- und zwar nur minimal langsamer. Als bisher einziges ernstzunehmendes Vollpreisspiel nutzt Ubisofts Ghost Recon 3 PhysX aus: Aufwändigere Explosionseffekte, schönere Nebelschwaden und mehr herumfliegende Objekte und Partikel sind die Folge. Auf das eigentliche Spiel auswirkende Änderungen bringt PhysX aber nicht mit sich -- wie auch: Als Haupt-Physik-Engine benutzen die Entwickler süffisanterweise die konkurrierende Havok FX-Engine. Die Performance fällt im Hardware-Modus interessanterweise sehr unbefriedigend aus. Sind viele Objekte und Effekte gleichzeitig aktiv, bricht die Framerate mitunter sichtbar zusammen.

Fazit: Gut gemeint

Bislang sind die rund 250 Euro für eine PhysX-Karte rausgeschmissenes Geld. Die Spiele laufen dadurch weder auffallend schöner noch spürbar schneller. Grundsätzlich ist zu sagen, dass der positive Effekt einer PhysX-Karte umso stärker hervortritt, je schwächer der verwendete Prozessor ist. Aber auch dann investieren die Besitzer einer solchen CPU-Krücke die 250 Euro besser in andere, deutlich effektivere Aufrüstoptionen.

Bislang erinnert die Situation frappierend an die weitgehend glück- und sinnlose erste 3D-Grafikkartengeneration. Dort setzte sich die Technik aber auf Dauer durch -- hoffen wir, dass Ageia einen ähnlich langen Atem besitzt. Daran zweifeln wir allerdings: Die Softwareunterstützung ist bislang mies, und gerade mal zwei Anbieter von entsprechenden Karten sind auch nicht die Welt. Und spätestens dann, wenn sich die schlafenden Riesen Nvidia und Ati ernsthaft dem Thema Physikberechnung annehmen, wird es um eine kleine Firma wie Ageia schnell zappenduster. Denn deren Pioniergeist in allen Ehren -- bislang ist PhysX noch ein Muster ohne Wert.

Mikkl Galuschka

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