Phantom Abyss: Indiana Jones trifft auf Parkour - Early-Access-Spiel im Check

Special Paul Albert Philipp Sattler
Phantom Abyss: Indiana Jones trifft auf Parkour - Early-Access-Spiel im Check
Quelle: Devolver Digital

Verborgene Schätze in einem mit tödlichen Fallen bestückten Tempel warten darauf geborgen zu werden. Der First-Person-Plattformer Phantom Abyss setzt auf ein ausgeklügeltes Parkoursystem mit jeder Menge Peitschen-Action und vielen Fallen. Wir haben das Early-Access Spiel im ersten Check genauer unter die Lupe genommen und können jetzt schon sagen, es spielt sich wirklich prima.

Phantom Abyss ist kürzlich in den Early Access gestartet und wir haben uns den First-Person-Plattformer mal etwas genauer angeschaut. Dabei müssen wir zugeben - wir sind sehr angetan von der Mischung aus Jäger der vergessenen Schätze und Parkour. Mittlerweile gehört Indy ja schon zum alten Eisen und wird daher kaum noch mit seiner Peitsche durch die Gegend schwingen. Na ja, nur dass ihr in Phantom Abyss aus dem Tempel entkommen müsst, statt einzubrechen. Und wenn schon eine Flucht aus dem Tempel, dann aber bitte mit Stil. Ob uns hier der nächste Indie-Hit erwartet oder das Spiel besser ganz tief im Tempel vergraben bleibt, verraten wir euch in unserem ersten Early-Access-Check.

Beim Erdenken der Fallen waren die Entwickler von zudem sehr kreativ: Mit Stacheln, Klingen, Gruben, Pfeilen, Messern, herunterfallenden Steinen und vielem mehr werdet ihr im Laufe des Spiels Bekanntschaft machen.
Jeder Dungeon, den ihr durch ein Portal im Main-Hub betretet, wird zudem von einem immer aggressiver werdenden Wächtergeist beschützt. Insgesamt gibt es derer drei unterschiedliche. Der rote Wächter, die Verzehrende Wut, verfolgt euch durch den gesamten Dungeon und bringt er euch direkt zurück in den Abgrund, sofern er euch erwischt. Der blaue und der grüne Wächter, das Auge der Qual und die Schändermaske, schießen mit verschiedenen Attacken auf euch. Die beiden Letzteren sind zwar extrem nervig, aber lange nicht so gefährlich wie der die rote Totenmaske und ihre tödliche Berührung.

Peitschen, was das Zeug hält - da wird sogar Indy neidisch

Relikte kommen in den unterschiedlichsten Formen vor. Je nachdem wie tief das Artefakt im Tempel versteckt ist, ist es hochwertiger. Quelle: PC Games Relikte kommen in den unterschiedlichsten Formen vor. Je nachdem wie tief das Artefakt im Tempel versteckt ist, ist es hochwertiger. Wollt ihr dem sicheren Tod von der Schippe springen und möglichst unbeschadet durch das Labyrinth kommen, dann braucht ihr ein geeignetes Werkzeug. Und nicht nur Indiana Jones, sondern auch die Entwickler von Phantom Abyss sind der Meinung, dass für einen Schatzjäger nichts anderes als eine Peitsche infrage kommt. Diese könnt ihr beispielsweise verwenden, um euch an Kanten hochzuziehen oder große Distanzen zu überwinden. Auch weit entfernte Kisten können durch einen gezielten Schlag geöffnet und rotierende Klingenfallen kurzzeitig blockiert werden.

Die Steuerung geht dabei sehr gut von der Hand und mit ein wenig Übung findet ihr euch schnell zurecht. Schon bald schwingt ihr die Peitsche als wäre sie eine Verlängerung des Körpers.
Und auch das restliche Movement in Phantom Abyss ist flott und flüssig. Fehlsprünge können durch eine Rolle abgefedert werden und Gefälle dürft ihr rutschend und sprintend schneller überwinden.

Segnung? Gibt es nur nach Einwurf weiterer Münzen

Pieks. Wenn ihr nicht aufpasst, habt ihr ganz schnell diese kleinen Stacheln in eurem Körper stecken. Quelle: PC Games Pieks. Wenn ihr nicht aufpasst, habt ihr ganz schnell diese kleinen Stacheln in eurem Körper stecken. Neben den Relikten, welche unser Hauptziel in den Dungeons darstellen, dürfen natürlich auch kleinere Schätze nicht fehlen. Die Münzen, die ihr in Truhen findet, könnt ihr an verschiedenen Schreinen opfern, um Verbesserungen für den aktuellen Run zu erhalten. So dürft ihr beispielswiese eure Lebensleiste vergrößern oder Teile davon auffüllen. Die Dungeons startet ihr nämlich stets nur mit drei Herzbehältern. Auch diverse Verbesserungen für eure Peitschen oder den eigenen Charakter stehen zur Auswahl - beispielsweise die Fähigkeit einen Doppelsprung ausführen zu können. Die Extras sind "nice to have", aber nicht spielentscheidend. Im Endeffekt braucht es nicht mehr als eine Peitsche, um für eine erfolgreiche Jagd nach Artefakten gewappnet zu sein.

Phantomschmerzen

Der Rest liegt nun bei euch und immer daran denken: Übung macht den Meister und häufiges Versagen ist Teil des Spiels. Denn wenn ihr sterbt - und glaubt uns, das werdet ihr - wird ein Phantom von euch in dem Dungeon zurückgelassen Dieses kann von anderen Spielern gesehen werden, ebenso wie die Falle, die euch gerichtet hat. So macht euer Tod anderen Schatzsuchern das Leben ein wenig einfacher - oder eben umgekehrt. Denn wenn ihr ein Level betretet, dann werden auch natürlich genauso die Phantome anderer Spieler angezeigt, die dort ihr Ende gefunden haben.

Nutzt ihr diesen Vorteil klug aus, schafft ihr es vielleicht sogar bis ins Herz des mehrteiligen Tempels, in dem ein legendäres Relikt auf euch wartet. Sackt ihr dieses ein, wird der Tempel für immer abgeschlossen und ist für andere Spieler gesperrt. Das hat den Vorteil, dass euer Weg nicht zu stark von Phantomen überhäuft wird. Als Spieler, der als erster das Relikt beansprucht hat, fühlt man sich zudem wie der erste Mann auf dem Mond.Dass euch die Stages ausgehen müsst ihr trotz dieser Mechanik aber nicht befürchten. Phantom Abyss liefert immer wieder neue prozedural generierte Dungeons nach. Und auch sonst haben sich die Macher über das Thema Langzeitmotivation einige Gedanken gemacht.
Hier sind wir besonders weit in den Tempel vorgedrungen. Hoffentlich nimmt unsere Reise hier kein böses Ende. Quelle: PC Games Hier sind wir besonders weit in den Tempel vorgedrungen. Hoffentlich nimmt unsere Reise hier kein böses Ende.

Der Herr der Peitschen

Um Frust zu vermeiden, streut das Spiel immer wieder kleine Erfolgsmomente ein. Ihr könnt durch das Erlangen von Relikten beispielsweise neue Peitschen freischalten. Die sehen nicht nur cool aus, sondern bieten ebenfalls obendrauf noch gewisse Boni. Aber aufgepasst, die neuen Modelle sind oft zweischneidige Schwerter und bringen auch Nachteile mit sich.

Bevor es los geht, wählt ihr noch schnell die passende Peitsche. Quelle: PC Games Bevor es los geht, wählt ihr noch schnell die passende Peitsche. Mit der Obsidianpeitsche erhaltet ihr beispielsweise mehr Gold aus Truhen. Im Gegenzug können Phantome euch aber euer Gold stehlen. Eine andere Peitsche macht es möglich, euch im Wasser zu heilen, dafür verliert ihr aber euer gesamtes Erspartes, sobald ihr Schaden nehmt. Während zu Beginn also auch Standard-Schätze reichen, müsst ihr später grüne, blaue oder rote Exemplare finden. Die gibt es allerdings nur in den tieferen, anspruchsvolleren Ebenen des Tempels. Upgrades werden also zunehmend schwieriger, allerdings auch lohnenswerter!

Doch Vorsicht, sterbt ihr in einem Dungeon, verliert ihr eure ausgerüstete Peitsche und müsst warten, bis ein anderer Spieler das Level schafft. Oder ihr holt euch die verlorene Peitsche durch den Einsatz einiger farbiger Münzen zurück. Das sorgt dafür, dass ihr nicht immer nur eure Lieblingspeitsche mitnehmt, sondern auch mal den verstaubten Stücken eurer Sammlung eine Chance gebt.

Das gleiche Spiel jeden Tag, vom Laufstall bis ins Grab

Viele Wege führen nach Rom. Für den Fall, dass ihr das Relikt beansprucht, schließt der Tempel seine Pforten. Quelle: PC Games Viele Wege führen nach Rom. Für den Fall, dass ihr das Relikt beansprucht, schließt der Tempel seine Pforten. Diese taktischen Abwägungen, die leichten Rogue-Like-Mechaniken, der asynchrone Multiplayer, das spannende Setting - all das machte uns während unserer ersten Stunden mit Phantom Abyss bereits ordentlich Laune. Natürlich ist der Titel nicht perfekt: Verbindungsabbrüche, Stabilitäts- und Performanceprobleme oder Motion Sickness bei der Abroll-Animation sind nur ein paar der Mankos, an denen die Macher noch arbeiten müssen. Sollte man die aber in Zukunft in den Griff bekommen und Zusatz-Features wie Share-Codes für bestimmte Tempel planmäßig umgesetzt werden, dann sind wir zuversichtlich, dass dem Action-Plattformer eine rosige Zukunft bevorsteht. Wir können es jedenfalls kaum erwarten, wie Indiana Jones wieder unsere Peitsche schwingen, um auf halsbrecherische Reliktjagd zu gehen!

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