Pathfinder: Die Fährte des Kriegers

Test Patrick Köllner

600 Jahre vor Kolumbus entdeckten wütende Wikinger Amerika und verschwanden wieder. Warum, erklärt uns dieses düstere Gemetzel

Der verlorene Wikingersprössling Ghost (Karl Urban) führt die Indianer gegen sein Volk Der verlorene Wikingersprössling Ghost (Karl Urban) führt die Indianer gegen sein Volk Manchmal geht einfach alles schief. Für den aus Frankfurt am Main stammenden Marcus Nispel, der mit dem Remake von „The Texas Chainsaw Massacre“ 2003 einen tollen Einstand als Regisseur feierte, geriet sein Nachfolgeprojekt „Pathfinder“ zum mittelschweren Desaster. Was war geschehen? Nispel hatte erneut auf eine Neuverfilmung gesetzt und sich an ein Update des relativ beliebten, gleichnamigen norwegischen Originals von Nils Gaup aus dem Jahr 1987 gemacht.

Mit knapp 50 Millionen Dollar stand zwar kein riesiges, für Nispels Zwecke aber ausreichendes Budget zur Verfügung. Das Geld steckte man unter anderem in die Arbeit von Production Designer Greg Blair und Kameramann Daniel Pearl, die bereits Nispels Debüt die passende Optik verpasst hatten. Der ursprünglich für Juni 2006 angesetzte US-Kinostart verschob sich aufgrund verschiedener Querelen dann auf April 2007.

Spießrutenlauf

Die Zwei-Meter-Hünen flößen Respekt ein Die Zwei-Meter-Hünen flößen Respekt ein „Pathfinder“ lief ab dem 8. März 2007 in deutschen Lichtspielhäusern und lockte insgesamt 229.125 Zuschauer in die Säle. Seine US-Premiere feierte der Streifen am 13. April 2007. Das bei relativ schwacher Konkurrenz katastrophale Einspiel von nur zehn Millionen Dollar besiegelte den Flop.

Fatal war womöglich, dass der fünf Wochen zuvor gestartete und thematisch ähnliche „300“ den sehr konventionell gefilmten Nispel-Film verhältnismäßig alt aussehen ließ. Den Todesstoß aber versetzte dem Abenteuer die US-Presse. Stephen Hunter von der Washington Post bemerkte bissig, die Story lasse „Conan der Barbar“ aussehen wie Dostojewski.

Landfriedensbruch

Der Pathfinder (li.) gibt Ghost einige Tipps Der Pathfinder (li.) gibt Ghost einige Tipps Im 9. Jahrhundert n. Chr. strandet ein Wikingerschiff an der amerikanischen Ostküste. Einziger Überlebender ist ein Waisenjunge, der von Wampanoag-Indiandern adoptiert wird. 15 Jahre später treffen weitere Boote ein. Diesmal läuft es anders ab. Die von Gunnar (Clancy Brown) und Ulfar (Ralf Moeller) geführten Fremden betrachten die Einheimischen als Wilde und schlagen ihnen wahllos die Köpfe ab.

Einer geht ihnen jedoch durch die Lappen: Ghost (Karl Urban), der schiffbrüchige Junge von einst. Mit der schönen Starfire (Moon Bloodgood) und dem weisen Pathfinder (Russell Means) setzt er sich den Wikingern zur Wehr. Diese blasen daraufhin zur gnadenlosen Jagd durch die Wildnis.

Fazit

Film-Check: Die Chance, ein gewaltiges Abenteuer abzuliefern, war für einen Filmemacher selten so gut wie hier. Marcus Nispel nutzte sie leider nicht. Auch wenn Ausstattung und Kostüme beeindrucken, schaffen sie keinen Ausgleich für fehlende Identifikationsmöglichkeiten mit den Helden sowie die nur oberflächlich gezeichneten Schurken. Und wenn die Schicksale der Figuren das Publikum kalt lassen, dann floppt ein Film nun mal fast immer.
Wenn Sie aber annehmen, dass Ihnen eine überaus finster und brutal in Szene gesetzte Mixtur aus „Der 13. Krieger“, „Apocalypto“, „Predator“ und dem ersten „Rambo“ gefallen könnte, dann sollten Sie einen Blick riskieren. DVD-Fazit: Mit der Extended Edition erhält man die längste und gewalttätigste Filmfassung. Der Ton passt, das Bild hat mit einigen Mängeln zu kämpfen. An Extras gibt es mehrere interessante Featurettes und gleich zwei Regiekommentare.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk