PC Games Logbuch: Eine echte Feel-Good-Woche für Gamer

Kolumne Tobias Meyer
PC Games Logbuch: Eine echte Feel-Good-Woche für Gamer
Quelle: Pocket Pair (bearbeitet mit ChatGPT)

Neue Spiele gibt es genug, doch am Wochenende lande ich trotzdem immer wieder bei alten Bekannten. Warum Palworld, Digimon und kleine digitale Wohlfühloasen für mich besser funktionieren als das nächste große Abenteuer.

Erinnert ihr euch noch an den Release von Assassin's Creed Black Flag? Ich jedenfalls nicht. Das liegt aber eher daran, dass ich eine krasse Abneigung gegen Piraten habe. Ich weiß nicht, welches frühe Kindheitstrauma dafür gesorgt hat, aber Fluch der Karibik, Sea of Thieves, Black Flag und Co. können mir getrost gestohlen bleiben. Viel wichtiger war 2013 ohnehin das Spiel, das kurz vorher das Licht der Welt erblickte: GTA 5!

Da bekommt man langsam doch ernsthaft das Gefühl, in einer Zeitschleife gefangen zu sein. Der Markt wird von Neuauflagen und Ports geflutet, und an allen Ecken und Enden fehlt es an neuen kreativen Ideen. Kein Wunder, dass sich da einige Spieler in die Welt der Indies flüchten. Aber meine Güte, manchmal ist es doch einfach schön, sich ein ganzes Wochenende in sein Kabuff einzusperren und mal richtig schön in Erinnerungen zu suhlen. Und das mache ich dieses Wochenende auch! (Also ... würde ich, wenn ich nicht auf einem Festival wäre. Huch.)

Wer hier ein paar Zeilen von Sascha vermisst, der darf ihm gerne unter diesem Beitrag ein paar Grüße dalassen. Der Gute ist nämlich gerade im Urlaub und hat mir das Logbuch übergeben. Viel Spaß also mit meinen Plänen für das Wochenende.

Ich kann die Freude an Black Flag und so einem Piratenabenteuer ja so ein bisschen nachvollziehen. Man zieht raus in die weite Welt, hat keine Gesetze, die einen in Zaum halten, und darf alle paar Minuten mal "Arrrr" sagen, während man ein Auge zukneift. Das ist schon dolle cool. Aber so ein Schiff könnte man doch auch durch etwas anderes ersetzen. Ein Auto zum Beispiel. Oder ein Fahrrad mit einer Spielkarte zwischen den Speichen. Da lobe ich mir doch lieber meine zwei Feel-Good-Highlights an diesem Wochenende: Digimon und Palworld.

Für mich heißt Feel-Good-Gaming, dass ich mir literweise Vanille-Cola in den Kühlschrank stelle, Salzstangen, Pizza und Cracker bereitlege und mein Telefon irgendwo hinwerfe, wo es mich nicht nerven kann. Jetzt noch alle Rollläden herunterfahren, und es kann losgehen. Ein Wochenende lang kann mich nichts und niemand aus der Fassung bringen. Kein Telefon, keine Post, kein Einkauf, keine Piraten, die mit Tretbooten auf dem Wöhrder See in Nürnberg unterwegs sind.

Die Welt von Palworld ist zwar groß, meine Basis wird aber trotzdem am gleichen Ort gebaut. Quelle: PC Games Die Welt von Palworld ist zwar groß, meine Basis wird aber trotzdem am gleichen Ort gebaut. So etwas schaffe ich aber auch nur mit Spielen, die mich lange begleiten oder zumindest an Orten spielen, die mir bekannt sind. Palworld öffnet mir eine gigantische Welt, in der ich tun kann, worauf ich gerade Lust habe. Egal, ob Bauen, Kämpfen, Fangen, Züchten oder einfach nur Herumlaufen - es ist genug zu tun. Erst recht, wenn dann noch Freunde dabei sind. Der Stil mag für einige abschreckend sein und auch dieser "Pokémon"-Aspekt mag auf den ersten Blick komisch wirken, aber es ergibt durchaus Sinn. Als Fan der ersten drei Pokémon-Generationen fühle ich mich abgeholt. Immerhin gibt mir Palworld das Gefühl, erstmals wirklich mit den bunten Viechern interagieren zu können. Und da ist es mir egal, ob die Tierchen jetzt Pokémon oder Pals heißen.

Dazu kommt, dass ich das Spiel jetzt seit über zwei Jahren spiele. Egal, was ich brauche, ich weiß, wo ich es finde. Und dennoch gibt es immer mal wieder kleine Ecken, die ich vorher noch nicht kannte. Als würde man durch seinen Heimatort tingeln und nach einigen Jahren ein paar neue Ecken entdecken. Die ganz großen Abenteuer haben mich schon immer abgeschreckt. Ich spiele gerne Open-World-Games und habe mich in der Vergangenheit auch immer mal wieder in dem ein oder anderen MMORPG verloren. Dennoch musste ich jedes einzelne Gebiet erst einmal komplett erkunden. Hatte ich das geschafft, war Überwindung notwendig, um in die nächsten Regionen weiterzuziehen. Ich habe mir eben ganz viele kleine Wohlfühloasen geschaffen.

Patamon ist einfach ein Feini. Quelle: PC Games Patamon ist einfach ein Feini. Umso schöner ist es, wenn mich einige Spiele genau da abholen. Digimon Story Time Stranger nimmt mich an die Hand, weil es Elemente verbindet, die ich kenne und mag. Wie soll man denn auch bitte ein gemeinsames Abenteuer mit Patamon, Veemon und Konsorten absagen?! Die Welt ist gefüllt mit Referenzen und alten Freunden, die man lange nicht gesehen hat. Dazu kommt eine Story, die ... na ja, kein Brecher ist, aber immerhin eine schöne kleine Digi-Story erzählt. Das Spiel tut niemandem weh, man ist schnell drin und es ist kein Drama, wenn man mal eine halbe Stunde spielt und dann die Switch wieder beiseitelegt.

Ich streife gerne mal durch den Xbox Game Pass, lade ein paar Spiele herunter und probiere sie dann auch aus. In den meisten Fällen ist aber nach ein paar Minuten wieder Schluss, und ich starte wieder Valorant, Forza oder Palworld. Am Wochenende ist Feel-Good-Programm angesagt. Und das funktioniert für mich einfach am besten mit Spielen, die ich kenne, in denen ich mich wohlfühle und mit meinen kleinen tierischen Freunden auf die Jagd gehen kann. Und ihr so? Wie sieht für euch das perfekte Gaming-Wochenende aus? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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