Mit Pictonico veröffentlicht Nintendo ein ungewöhnliches Mobile-Game, das stark an WarioWare erinnert und mit einer kreativen Foto-Integration punktet. Aber lohnen sich die 14 Euro?
Ein neues Mobile-Game von Nintendo? Fast hätte ich Pictonico komplett übersehen. Während neue Switch-Spiele um einiges mehr Aufmerksamkeit bekommen, erschien die kleine Smartphone-App vergleichsweise unspektakulär. Dabei steckt hinter dem Projekt ausgerechnet das Team, das auch für die WarioWare -Reihe verantwortlich ist.
Nach den ersten Minuten war auch schnell klar, warum mich Pictonico sofort daran erinnert hat. Die App setzt auf zahlreiche kleine Minispiele, die in wenigen Sekunden verstanden sind und perfekt für kurze Spiel-Sessions zwischendurch funktionieren.
Gerade auf dem Smartphone geht dieses Konzept hervorragend auf. Die Aufgaben sind schnell erklärt, die Steuerung funktioniert intuitiv und selbst in einer kurzen Wartezeit lassen sich problemlos ein paar Herausforderungen absolvieren.
Doch so sympathisch Pictonico auch ist, bleibt ein fader Beigeschmack bei dem geforderten Preis. Lohnen sich die sechs bis 14 Euro für die App wirklich?
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Das perfekte Smartphone-Spiel?
Im Kern bleibt Pictonico der Philosophie von WarioWare treu. Statt langer Levels oder komplexer Spielmechaniken erwarten euch hier dutzende sogenannte Microminigames, die oft nur wenige Sekunden dauern. Das Ziel ist dabei immer dasselbe: eine Situation möglichst schnell erfassen und sofort die richtige Aktion ausführen. Mal müsst ihr einer Figur die Tränen aus dem Gesicht wischen, mal eine Mumie aufwickeln oder Wäsche von der Leine nehmen. Klingt simpel, wird durch zunehmendes Tempo aber immer herausfordernder.
Quelle: PC Games
Kreativ und lustig ist die Präsentation der Minispiele auf jeden Fall. Besonders, wenn dann noch die Fotos aus der eigenen Galerie erscheinen.
Genau wie bei WarioWare leben die Aufgaben vor allem von ihrer Kreativität. Die Themen sind herrlich absurd, teilweise völlig aus dem Alltag gegriffen und dennoch überraschend abwechslungsreich. Gerade weil die Spiele so kurz sind, bleibt kaum Zeit zum Nachdenken. Stattdessen vertraut ihr auf eure Intuition und versucht, innerhalb weniger Sekunden die richtige Lösung zu finden.
Was Pictonico jedoch wirklich von WarioWare unterscheidet, ist nicht nur das Fehlen des Knoblauchliebhabers als Aushängeschild. In dem Game wird nämlich eure eigene Fotogalerie Teil des Spiels. Fotos vom letzten Urlaub oder Bilder von Freunden und Familienmitgliedern können plötzlich als Protagonisten und Objekte in den Microminigames auftauchen. Dafür müsst ihr dem Spiel entweder Zugriff auf eure gesamte Galerie gewähren oder gezielt einzelne Fotos auswählen und Alben erstellen.
Dadurch werden die ohnehin schon absurden Microminigames noch persönlicher und oft auch deutlich lustiger. Manchmal musste ich weniger über die eigentliche Aufgabe lachen als über das zufällige Bild, das das Spiel gerade aus meiner Galerie gezogen hatte. Gerade dieser Effekt verleiht Pictonico eine ganz eigene Identität und sorgt dafür, dass die App mehr ist als nur eine weitere Sammlung kurzweiliger Minispiele.
Zu viel Geld für zu wenig Inhalt?
Aber so charmant die Spielidee auch ist, habe ich mir dann doch die Frage gestellt, ob Nintendo für das Gebotene nicht etwas zu viel verlangt. Zwar kann die App kostenlos heruntergeladen werden, tatsächlich handelt es sich bei Pictonico aber eher nur um ein Free-to-Start-Modell.
Kostenlos stehen lediglich drei Microminigames zur Verfügung. Wer das eigentliche Spiel erleben möchte, muss zusätzliche Inhalte kaufen. Das erste Paket mit 50 Spielen schlägt mit rund acht Euro zu Buche, das zweite mit 30 kostet sechs Euro. Wer alles freischalten möchte, landet somit bei insgesamt 14 Euro. Auf der nächsten Seite verraten wir euch was Pictonico inhaltlich für seinen Preis zu bieten hat.
