Charmante Idee, schwierige Empfehlung: Lohnt sich der Preis für Pictonico?

Special Lukas Bohnau
Charmante Idee, schwierige Empfehlung: Lohnt sich der Preis für Pictonico?
Quelle: Nintendo

Eigentlich sollte Pictonico genau die Art von Mobile-Game sein, die ich mir von Nintendo wünsche. Doch trotz kreativer Ideen und hochwertiger Umsetzung scheitert die App für mich letztlich an ihrem Preis.

Grundsätzlich hätte ich kein Problem damit, für ein gutes Mobile-Game Geld auszugeben. Im Gegenteil: Mir ist ein transparenter Kaufpreis deutlich lieber als Werbung, Gacha-Mechaniken oder Abomodelle, die mittlerweile viele Smartphone-Spiele dominieren. Allerdings fällt es mir bei Pictonico schwer, den geforderten Preis mit dem tatsächlichen Umfang zu rechtfertigen.

Denn abseits der Microminigames bietet die App vergleichsweise wenig Inhalte. Es gibt den Etappenmodus, den Endlosmodus und die Möglichkeit, einzelne Spiele zu trainieren. Eine Story, freischaltbare Welten oder größere Langzeitziele sucht man hingegen vergeblich.

Hinzu kommt, dass Pictonico sein Potenzial als Smartphone-Spiel meiner Meinung nach nicht vollständig ausschöpft. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über den Touchscreen und funktioniert zwar tadellos, sorgt langfristig aber auch dafür, dass sich viele Aufgaben ähnlich anfühlen.

Die spielbaren Modi sind überschaubar. Neben einem Etappenmodus und der Rekordjagd könnt ihr die Minispiele auch noch einzeln auswählen. Quelle:  Nintendo Die spielbaren Modi sind überschaubar. Neben einem Etappenmodus und der Rekordjagd könnt ihr die Minispiele auch noch einzeln auswählen. Gerade hier drängt sich der Vergleich zu WarioWare auf. Die Konsolenableger nutzen seit Jahren nicht nur Touch-Eingaben, sondern auch Tasten, Gyrosensoren und sogar das Mikrofon der jeweiligen Hardware. Dadurch entsteht deutlich mehr spielerische Abwechslung.

Das macht das Spiel keineswegs schlecht. Die Microminigames funktionieren, die Foto-Integration sorgt immer wieder für lustige Momente und die Grundidee geht hervorragend auf. Dennoch bleibt bei mir das Gefühl zurück, dass Nintendo hier letztlich zu viel Geld für zu wenig Inhalt verlangt. Für drei bis fünf Euro hätte ich Pictonico vermutlich empfohlen. Bei 14 hingegen nicht. Dafür fehlt der App am Ende einfach der Umfang und die spielerische Vielfalt.

Links seht ihr das Minispielpaket für acht Euro und rechts das für sechs. Relativ teuer für eine Smartphone-App. Quelle: PC Games Links seht ihr das Minispielpaket für acht Euro und rechts das für sechs. Relativ teuer für eine Smartphone-App.

Charmante Idee, schwierige Empfehlung

Pictonico ist eines dieser Spiele, die man eigentlich mögen möchte. Die Grundidee ist originell, die Umsetzung von Nintendo gewohnt hochwertig und die Einbindung der eigenen Fotos sorgt immer wieder für überraschende und oft auch ziemlich lustige Momente.

Gleichzeitig zeigt Pictonico aber auch ein grundsätzliches Problem des Mobile-Marktes. Die Erwartungen an Smartphone-Spiele haben sich über die Jahre massiv verändert. Selbst hochwertige Premium-Apps kosten oft nur wenige Euro, während viele Nutzer dank Free-to-Play-Modellen überhaupt nicht mehr daran gewöhnt sind, für Mobile-Games Geld auszugeben.

Kostenpflichtige Apps von Nintendo haben es schwer. Das Spiel ist an sich hochwertiger und kreativer als viele kostenlose Alternativen, aber gleichzeitig nicht umfangreich genug, um den Preis eines kleineren Konsolenspiels zu rechtfertigen.

Genau deshalb bleibt bei mir am Ende ein zwiespältiger Eindruck zurück. Wer bereits ein Fan von WarioWare ist oder einfach nach einem ungewöhnlichen Mobile-Spiel sucht, kann Pictonico durchaus im Auge behalten. Meine Empfehlung wäre allerdings, auf einen Sale zu warten und nicht den vollen Preis zu zahlen. Oder gleich zu einem der WarioWare-Spiele zu greifen. Dort bekommt ihr ein ähnliches Konzept, mehr spielerische Abwechslung und insgesamt das rundere Gesamtpaket.

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