Leander Haußmann ist in einer glücklichen Lage. Im Gegensatz zu vielen Bürgern der ehemaligen DDR, die ihren Frust über das Ost-Berliner Unrechtsregime niemals so richtig bewältigen konnten, fand Haußmann ein wunderbares Mittel dazu: den Film. Nach "Sonnenallee" (1999) und "Herr Lehmann" (2003) lieferte der Regisseur mit "NVA" sein drittes Werk fürs Kino ab.
Dabei arbeitete Haußmann wie bei seinem Erstling erneut mit Autor Thomas Brussig zusammen. Gemeinsam verfassten sie ein Drehbuch, in das Leander seine Erfahrungen als Wehrpflichtiger bei der Nationalen Volksarmee mit einfließen ließ. 1980 wurde er gegen seinen Willen in deren Reihen eingezogen und um 18 Monate seines Lebens beraubt, wie Haußmann auf der DVD zu berichten weiß.
Aus dramaturgischen Gründen rücken die Rekruten im Film aber erst gegen Ende der 80er ein. Auf dem Hof der Fidel-Castro-Kaserne halten Armee-Transporter, denen Dutzende junger Männer entsteigen, darunter der sensible Softie Henrik (Kim Frank) und der rebellische Rotschopf Krüger (Oliver Bröcker). Mit ihren Leidens- und Parteigenossen erleben sie einen sinnlos erscheinenden Drill unter dem linientreuen Regimentskommandeur Kalt (Detlev Buck). Ausgerechnet in dessen Tochter Marie (Jasmin Schwiers) muss sich Henrik verknallen.
Stillgestanden
"NVA" ist auf DVD in zwei Versionen erhältlich. Die Single-Disc enthält mit Trailer und Fotos nur wenige Extras. Mehr zu bieten hat die Premium-Stahl-Edition mit zwei Discs im SteelBook. Interessant sind darauf der Audiokommentar von Haußmann und Buck, der "Manövermodus", der während des Films zu Bildern vom Dreh führt und zwei werbefreie und witzige Making ofs von David Gruschka. PK n
