Mein Name ist Nobody Special Collector's Edition

Test

Nach langen Jahren des Wartens ist dieser grandiose Western-Spaß endlich auf DVD erhältlich

Wer Sergio Leone als den König des "Spagetti-Westerns" bezeichnet, stapelt tief. Durch seine unverwechselbare Bildersprache, die nahezu fühlbar gemachte Atmosphäre aus bleihaltiger Luft und staubtrockener Landschaft sowie die von knallharten Charakteren aufgesagten, einsilbig-knochigen Dialoge wurde der Römer zum Initialzünder eines zeitlosen Subgenres. Dank Sergio Leones Werken wurde der Tod des klassischsten aller Hollywood-Genres um rund ein Jahrzehnt verzögert.

Die "Dollar"-Trilogie und "Spiel mir das Lied vom Tod" machten Leone nicht nur zum König italienischer Wild-West-Produktionen, er erlangte obendrein auch einen Platz im Olymp der besten Regisseure aller Zeiten, gleich neben John Sturges und John Ford.

Männerfreundschaft

Eine besondere Beziehung hatte Leone immer zu Henry Fonda. Nachdem dessen Agent die ersten beiden "Dollar"-Skripts noch schroff ablehnte, schlug Fonda für das "Lied vom Tod" endlich ein und ließ sich von Filmemacher Leone als skrupelloser Killer neu erfinden. Der anschließende Erfolg hatte Wirkung. Als der Regisseur Fonda später um die Beteiligung an einem neuen Film bat, sagte der alternde Superstar ohne Zögern zu.

Zum Titelhelden der Story wurde zur großen Überraschung jedoch ein ganz anderer Mime. Der als Terence Hill zu Berühmtheit gelangte Italiener Mario Girotti spielte den namenlosen Aufschneider Nobody, der es 1899 nicht ertragen kann, dass der von ihm verehrte Revolverheld Jack Beauregard (Fonda) auswandern will.

Nobodys Wunsch ist es, dass Jack durch das wahnwitzige Duell mit der sogenannten Wilden Horde, einer 150 Mann starken Gangsterbande, zur unsterblichen Legende wird. Bis zum Showdown gibt es ein Wechselbad aus Dramatik und Slapstickeinlagen. Nahe legen möchten wir Ihnen an dieser Stelle Nobodys Saufnummer im Saloon.

Aufgemotzt

Die Doppel-DVD kann sich sehen lassen. Bild- und Ton wurden mit großem Auf-wand bestmöglich restauriert, dazu kommt eine auf den deutschen Markt zugeschnittene Bonus-Disc. Deren Höhepunkte sind zwei sehr interessante Dokumentationen. In "Nobody's Perfect" (74 Min.) wird auf Leones Werdegang eingegangen und Terence Hill kommt in einem neuen Interview zu Wort. Bei "Abgestaubt" (35 Min.) handelt es sich um eine tolle Featurette zur Restauration. Dazu gesellen sich Raritäten wie Super8-Filme.PK n

Fazit

Film-Check: Terence Hill und Henry Fonda liefern sich ein Duell um die blausten Augen des Wilden Westens. Ihre Waffen: Umwerfender Humor auf der einen und Ehrfurcht gebietende Ausstrahlung auf der anderen Seite. Leones Einfluss ist dabei unverkennbar und degradiert den "offiziellen" Regisseur Tonino Valerii beinahe zum Namensgeber.
DVD-Fazit: Endlich ist es möglich, einen der beliebtesten Western überhaupt auf DVD zu erleben. Und das in sagenhafter Qualität. Die mit großer Sorgfalt und viel Liebe hergestellte Scheibe würdigt den Film mit dem für ihn möglichen Maximum an Bildqualität und bettet ihn in einen informativ-nostalgischen Bonus-Mix. Unsere ganz klare Direktive lautet: kaufen!

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