Mein Leben in Rosarot

Test

Der mehrfach ausgezeichnete Familienfilm erzählt vom Schicksal des Jungen Ludovic, der viel lieber ein Mädchen wäre

Wer wollte nicht schon einmal in eine andere Haut schlüpfen? Für den siebenjährigen Ludovic Fabre (Georges Du Fresne) ist dieser Wunsch allerdings ein Dauerzustand. Er fühlt sich am wohlsten in Mädchenkleidung und hält überhaupt nichts von typischem Jungenverhalten. Weil ihn weder seine Eltern Hanna (Michèle Laroque) und Pierre (Jean-Philippe Écoffey) noch seine drei Geschwister verstehen, flüchtet sich der Junge in kunterbunte Fantasiewelten, in denen er ungestraft die wunderschöne Pam sein darf.

Was zunächst von den Eltern als Spleen abgetan und von den Nachbarn im Pariser Vorort mitleidig belächelt wird, wächst sich zur ernsthaften Familienkrise aus, als Ludovic bei einer Schultheateraufführung seinen Platz als einer der sieben Zwerge aufgibt, um als Schneewittchen im gläsernen Sarg den Kuss seines besten Freundes Jerôme (Julien Rivière) zu erhaschen.

Von allem etwas

Alain Berliners erstmals 1997 in Cannes vorgestelltes Regiedebüt wurde aufgrund seiner ungewöhnlichen Themenwahl und konsequenten Vermeidung von Schwarz-Weiß-Malerei viel gelobt und verdiente sich einen "Golden Globe" als bester ausländischer Film. Die Identitätssuche des Protagonisten ist dank der humorvollen Erzählweise für Erwachsene und Kids geeignet.

Auf DVD bringt die Koproduktion an Extras nur eine Fotogalerie mit. Hier finden sich noch nicht einmal Darstellerinfos zu der souverän agierenden Michèle Laroque oder dem zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zwölfjährigen Georges Du Fresne. SB n

Fazit

Film-Check: Der Spielfilm-Erstling des aus Belgien stammenden Regisseurs Alain Berliner präsentiert sich als Komödie, Gesellschaftsdrama und Märchen in einem und hält dabei die Balance zwischen den verschiedenen Genres. Ohne erhobenen Zeigefinger wird für Toleranz und gegen Ausgrenzung geworben. Mit seiner Inszenierung versucht sich Berliner an die ganze Familie zu richten. Der teils übertriebene Kitsch der Traumsequenzen wirkt jedoch für Erwachsene etwas zu dick aufgetragen.Dass die Botschaft so sympathisch vermittelt wird, ist vor allen Dingen den niemals eindimensional dargestellten Charakteren und ihren glaubwürdigen Darstellern zu verdanken.
DVD-Fazit: Bis auf eine Bildergalerie befinden sich keine filmbezogenen Zusätze auf der Scheibe. Die Technik stellt nicht mehr als zufrieden. Für den günstigen Preis lässt sich die nur mäßige DVD- Umsetzung aber gut verschmerzen.

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