MX vs. ATV Unleashed

Test

Hü-hüpf! Hier rasen wir auch abseits der Strecke -- auf der bleibt oft nur der Spielspaß.

MX vs. ATV Unleashed Motocross und Metal, Quads und Querfeldein -- das gehört zusammen. Doch was haben Flugzeuge und Helikopter in einem Rennspiel verloren? Nicht viel, beweist MX vs. ATV Unleashed, obwohl die Entwickler offensichtlich das genaue Gegenteil erreichen wollten. Denn neben Motorrädern, ATVs, Buggys, Geländewägen, Monstertrucks und frisierten Golfwägen flitzen wir mit kleinen Propellermaschinen und Hubschraubern über kurvige Kurse.

KI aus Kautschuk

Die obligatorischen Schnellrennen mit anfangs größtenteils gesperrten Strecken und limitierten Vehikeln lassen wir nach wenigen Minuten links liegen und stürzen uns in die Karriere. Auch hier müssen wir uns zuerst zwischen Motocross- und ATV-Liga entscheiden, bevor wir entweder trainieren oder direkt das Rennen starten können. Die Übungsrunden sind zeitraubender Firlefanz, da sie weder Einfluss auf den Startplatz noch auf den Schwierigkeitsgrad haben. Die größtenteils logisch aufgebauten Kurse haben meistens nur im zweiten Durchgang fiese Stellen, wenn die Strecke leicht modifiziert wird.

Ein gelungener Start hängt vom geschickten Umgang mit der Kupplung ab. Wer die ignoriert, kommt langsamer vom Fleck -- macht aber auch nix, weil dank der extremen Gummiband-KI ein eigentlich verlorenes Rennen auch in der letzten Runde noch umgedreht werden kann. Denn die KI-Fahrer werden merklich langsamer und machen mehr Fehler, wenn der menschliche Spieler abgeschlagen ist. Das ist für Einsteiger in Ordnung, für Profis aber nach kurzer Zeit strunzlangweilig.

Voll auf die Fresse

Der eigentliche Reiz des Spiels liegt in der Steuerung. Nur durch geschicktes Schwungholen vor Sprungschanzen oder Bodenwellen erzielen Sie sehenswerte Rundenzeiten. Dazu verlagern Sie erst das Gewicht des Fahrers nach vorn (Gamepad-Stick drücken), und gleich darauf wieder nach hinten (Stick ziehen). Mit dem richtigen Timing hüpfen Pilot und Vehikel so Dutzende Meter weit und über bremsende Sandwälle hinweg. Wehe dem, der solch einen Sprung falsch berechnet und zu weit oder zu kurz fliegt: Im günstigsten Fall verlieren Sie Schwung und Zeit, im schlimmsten Fall haut es Ihr Alter Ego voll auf die Schnauze. Das kostet natürlich noch mehr Zeit. Wer mag, drückt die Stunt-Taste und vollführt so (unwichtige) Kunststückchen.

Abgesehen von rockigen Musikstücken ist der Sound mittelmäßig, vor allem die Motoren klingen eher nach Fön als nach Verbrenner. Auch grafisch ist das Rennspiel bieder und alles andere als zeitgemäß detailliert.

Florian Stangl

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