Lord of War

Test Patrick Köllner

Ein erstaunlicher Tatsachen-Thriller über die fatalen Folgen skrupelloser Profitgier mit "Oscar"-Preisträger Nicolas Cage als Waffenschieber

Die Code-2-DVD entspricht zum Großteil ihrem amerikanischen NTSC-Vorbild. Dennoch gibt es marginale Unterschiede. Ironischerweise bedient die Code-1-Doppel-DVD die US-Zuschauer mit einem Waffen-Special, das auf der deutschen Version einem kurzen Spot weichen musste, in dem Nicolas Cage für die Amnesty International-Kampagne "Waffen unter Kontrolle" wirbt.

Politische Bildung

Im Regiekommentar gibt Andrew Niccol Auskunft über viele Aspekte des Drehs und verrät unter anderem, dass die meisten der Film-Waffen tatsächlich von Dealern stammen. Über den Aufmarsch von knapp 50 T-72-Panzern in Tschechien musste sogar die NATO informiert werden, weil deren Spionagesatelliten sonst eventuell Alarm geschlagen hätten.

Die sieben deleted Scenes wurden herausgeschnitten, weil sie den Film unnötig in die Länge gezogen und einige Eindrücke verfälscht hätten. Die Highlights unter den Zusätzen sind das auf den Film bezogene Making of, das werbefrei Einblicke in die Produktion vermittelt, sowie die Featurette "Ein lukratives Geschäft: Internationaler Waffenhandel". In letztgenanntem Extra geben Experten von Amnesty International und anderer Gruppen Auskünfte zu Rüstungspolitik und Waffengewalt als wahre Hintergründe des Films.

Fazit

Film-Check: Dieser Film rüttelt wach. Andrew Niccol nahm sich einer Thematik an, die trotz ihrer bedrohlichen Dimension erstaunlich selten Gegenstand öffentlicher Diskussion ist. Umso erschreckender sind die Fakten, mit denen uns "Lord of War" konfrontiert. Trotz aller Brisanz wird die auf realen Begebenheiten basierende Story relativ unpolitisch erzählt.Angefangen bei der genialen Titelsequenz bleibt der optisch durchgestylte Film überwiegend bei der unangenehmen Wahrheit. Nicolas Cage spielt seinen schwierigen Charakter, für den das Publikum keine Sympathie empfinden kann, mit der ihm gegebenen Genialität. Eine gelungene, zynische Satire.
DVD-Fazit: Während für den US-Markt ein 2er-Set entworfen wurde, müssen Deutschlands DVD-Käufer mit einer Single-Disc im Amaray vorlieb nehmen. An der Disc selbst gibt es dagegen nicht viel auszusetzen: Bild, Ton und Extras stimmen.

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