Der Begriff Pflichtbewusstsein hat für den 20-jährigen Kleinganoven Bruno (Jérémie Renier) keinerlei Bedeutung. Selbst als ihm Freundin Sonia (Déborah François) den neugeborenen Sohn Jimmy präsentiert, lässt ihn das ziemlich kalt. Weil die junge Familie permanent unter Geldnot leidet, geht Bruno schließlich so weit, das Baby für 5000 Euro an eine Bande von Kinderhändlern zu verschachern. Als Sonia dies erfährt, erleidet sie einen Nervenzusammenbruch.
Allmählich begreift Bruno seine unmenschliche Tat und macht sich auf, den Säugling zurückzukaufen. Doch der Preis hat sich inzwischen verdoppelt ...
Für die Regie des 2005 in Cannes mit der "Goldenen Palme" ausgezeichneten Streifens zeichnen die aus Belgien stammenden Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne ("Rosetta") verantwortlich. Unter den Specials der DVD findet sich ein halbstündiges, vom französischen Radiomoderator Frédéric Bonnaud geführtes Interview mit den Dardennes, die dafür bekannt sind, in ihren Filmen größtmöglichen Realismus anzustreben.
Das Duo spricht über die Entstehung der Filmproduktion, die Figuren und ihre Darsteller und hält mit Sozialkritik nicht hinterm Berg. Der Menüpunkt "Die Bilderfabrik der Brüder Dardenne" lässt vorwiegend den Kameramann Alain Marcoen zu Wort kommen. SN n
