Need for Speed Most Wanted mit einem Spritzer eigener Ideen. Kann Ihr Raserherz dazu Nein sagen?
Faustregel unter Redakteuren: Wenn ein Artikel mit der langatmigen Beschreibung der Story anfängt, sind höchstwahrscheinlich sowohl Spiel als auch Artikel stinklangweilig. Außer, die Geschichte ist so doof wie die von L.A. Rush: Naiver Raserkönig wird abgezockt (gähn), verliert alle seine Autos an den Erzrivalen (gähn) und muss sich in vielen Missionen wieder an die Spitze zurückkämpfen (schnarch).
Sind Sie noch da? Gut, dann zu den Vorzügen von L.A. Rush: Es hat ein paar nette Ideen.
Bitte aufwachen!
Sie sind immer noch da? Dann zählen Sie also zu der Sorte Spieler, die sich von billiger Story, miesen Videos und abschreckender Grafik nicht gleich ins Bockshorn jagen lassen. Wir haben L.A. Rush auch ein paar Stunden gegeben, um dann zu merken, dass Schwierigkeitsgrad und Missionsgüte langsam steigen. Aber wirklich nur langsam. Das System ist simpel: Rennen gewinnen, Geld scheffeln, Karre aufmotzen, Erzrivalen ärgern, Autos zurückholen. Und dann wieder alles von vorne. Nette Abwechslung sind Spezialaufgaben, die an GTA erinnern: Stunts unter Zeitdruck, Autos klauen, etc.
Die Lernkurve von L.A. Rush ist extrem flach. Die Autos fahren sich vom Muscle Car über den Van bis zum Sportwagen allesamt gleich, ausbrechende Hecks sind fastunmöglich. Sie müssen eigentlich nur den kürzesten Weg finden, das Fahren selbst ist Nebensache. Gut, dass die Stadt ähnlich aufgebaut ist wie GTA San Andreas. Sie finden jede Menge Abkürzungen und Sprungschanzen.
Dümmer als die Polizei
Gegner sind andere Raser, die Schergen des Erzrivalen und die Polizei. Letztere hat ein höchst merkwürdiges Verhalten programmiert bekommen: Die Bullen sind so schlapp, dass sie nie eine echte Gefahr darstellen. Oft rammen sie sich gegenseitig, knallen gegen Bäume und wissen offenbar gar nicht, was sie mit dem Spieler anstellen sollen. Allein in den Rennen agieren die KI-Fahrer (meistens) geschickt.
Florian Stangl
